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Der Rückbau und Neubau der Anlagen am Leißnitzsee wird vom Bauausschuss befürwortet / Tourismus soll gefördert werden

Bauausschuss
Konzept für neue Stege steht

Bleibt erhalten: Die Steganlage der Marina Leißnitz. Der Quersteg soll um zwei mal zehn Meter verlängert werden.
Bleibt erhalten: Die Steganlage der Marina Leißnitz. Der Quersteg soll um zwei mal zehn Meter verlängert werden. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Thomas Sabin / 25.10.2017, 08:20 Uhr
Friedland (MOZ) Das Stegkonzept für den Ortsteil Leißnitz nimmt Form an. Die Umsetzung soll innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Insgesamt werden zehn Stege neu gebaut beziehungsweise erhalten und neun zurückgebaut.

In der Bauausschusssitzung am Montag wurde das Papier für den Leißnitzsee präsentiert. Ende Juni 2015 begann das Vorhaben um die Stege und Liegeplätze an der Uferlinie mit der ersten Bürgerversammlung. Jetzt steht das Konzept. In einem knapp einstündigen Vortrag erklärte Andreas Schulz, Sachgebietsleiter Bau Friedland, detailgenau, was sich am Ufer des Sees ändern soll. Die vorrangigen Ziele seien die Förderung des Tourismus- und Vereinslebens, der Schutz des Schilfgürtels und der Natur vor unkontrollierter Bebauung, Planungssicherheit für Anwohner, Entscheidungshilfen für die Bewilligungsbehörde und die Aufwertung des Landschaftsbildes, erklärte Andreas Schulz.

Die Wünsche der Bürger, die auf der Versammlung am 10. Oktober aufkamen, seien ebenfalls in die Konzeptgestaltung eingeflossen, betonte Schulz. Karsten Radlow (Freie Fraktion), Mitglied im Bauausschuss, resümierte noch einmal: "Es kamen etwa 45 Anwohner und es entstand eine sehr konstruktive Debatte mit guten Ideen, die wir einarbeiten konnten." Außerdem hatte er das Gefühl, dass es keine mehrheitliche Ablehnung der Anwohner gab und eine positive Grundstimmung herrschte. Mit dem Konzept wolle man Rechtssicherheit schaffen und weiter zügig voranschreiten, sagte Radlow.

Andreas Gliese (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, hält das Einhalten des straffen Zeitplanes für besonders wichtig, um das Projekt zum Erfolg führen zu können. Nur so könnten die gewünschten Effekte zügig erreicht werden.

Auf die Frage von Lutz-Bodo Knöfel (Freie Fraktion), Mitglied des Bauausschusses, wie man den Wunsch der Bürger, den See öffentlich zugänglich zu machen, realisieren wird, erklärte Schulz, "dass der See von einem breiten Uferstreifen umrandet wird. Dieser gehört dann der Stadt Friedland und sichert die öffentliche Zugänglichkeit."

Der Ausschuss jedenfalls hat sich einstimmig für das Konzept ausgesprochen. Die Stadtverordnetenversammlung muss es nun noch absegnen.

Für Anwohner, die einen Privatsteg in Betracht ziehen, sind Anträge für zehn Jahre beim Umweltamt und der Unteren Wasserbehörde im Landkreis Oder-Spree möglich. Die Kosten für eine Genehmigung für die gesamte Dauer bei der Wasserbehörde errechnen sich nach den Baukosten und liegen aber bei mindestens 85 Euro. Bei der Unteren Naturschutzbehörde zahlen Interessenten zirka 125 Euro pro Antrag plus 100 Euro pro Liegeplatz (Richtwert orientiert sich nach alten Verfahren). Die jährlichen Kosten betragen einen Euro pro Quadratmeter an die Fischereigenossenschaft für entgangene Fischereifläche und zirka 1,28 Euro je Quadratmeter Stegfläche an das Land Brandeburg.

Kommentar

Der Leißnitzsee soll neue Stege bekommen. Dem unkontrollierten Bau von Stegen, die mit der Zeit vermodern, soll ein Ende gesetzt werden. Verständlich ist, dass Anwohner sich einen Zugang zum Wasser schaffen wollen. Doch der Eingriff in die Natur ist problematisch. Das neue Konzept soll Ordnung in die Uferlinie des Sees bringen. Die formulierten Ziele sind lobenswert: Naturschutz, Planungssicherheit, Aufwertung des Landschaftsbildes und Förderung des Tourismus. Dass Anwohner möglicherweise "ihren" Steg verlieren, ist mit bedacht worden. Anträge für Privatstege können gestellt werden. Durch den Uferstreifen läuft auch kein Leißnitzer Gefahr, von der Idylle ausgeschlossen zu werden. Der See bleibt für alle zugänglich. Und wenn die Natur rund um das Gewässer durch das Projekt geschützt wird, dann ist das aller Ehren wert. So können am Ende alle zufrieden sein. Thomas Sabin

Die Schönheit schützen

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