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Kultur- und Heimverein Pfaffendorf bekommt Domizil / Bücherschrank an Bürger übergeben

Dorfleben
Wasserwerk wird Vereinshaus

Tatjana Littig / 02.11.2017, 07:30 Uhr
Pfaffendorf (MOZ) Doppelter Grund zur Freude: Am Dienstag hat der Kultur- und Heimatverein Pfaffendorf das Projekt Bücherschrank offiziell eingeweiht. Am selben Tag übergab Bürgermeister Olaf Klempert das alte Wasserwerk an den Verein. Mit einem kleinen Stelldichein wurde das gefeiert.

Seit 2015 war es ungenutzt: Das Wahrzeichen von Pfaffendorf, das Wasserwerk in der Ortsmitte. "Der Sanierungsbedarf war immens hoch", begründet Olaf Klempert die Entscheidung des Wasser- und Abwasserzweckverband "Scharmützelsee- Storkow/ Mark" (kurz: WAS Storkow), eine Überleitung zu errichten und das Wasserwerk, das Pfaffendorf, Wilmersdorf und Sauen versorgte, vom Netz zu nehmen.

Das Wasserwerk war seit 1990 Eigentum der Gemeinde. Als solches ging es auch nach Außerbetriebnahme kostenlos an die Gemeinde zurück. Einzig den Zaun, der um das Wasserwerk herum errichtet wurde, hat die Gemeinde dem Verband abgekauft. "Damit es nicht illegal als Parkanlage genutzt oder zerfahren wird", teilt der Bürgermeister mit. "Der WAS Storkow baute die technische Anlage aus und verfüllte die Brunnen auf eigene Kosten", fügt er an.

Für die Gemeinde ist klar: Das rund 100 Jahre alte Gebäude soll erhalten bleiben. An der Stelle kommt der Kultur- und Heimatverein Pfaffendorf ins Spiel. "Der Verein hat sich einen eigenen Treffpunkt gewünscht, um Veranstaltungen durchzuführen", sagt Heidi Lehmann, Vorsitzende des Vereins. Zudem findet sie: "Es wäre schade, wenn das Gebäude brachläge." Darauf hat die Gemeinde reagiert und dem Verein die Nutzung kostenfrei überlassen, einzig um die Betriebskosten und kleinere Reparaturen kümmere sich der Verein, erklärt Olaf Klempert.

Am 2. Dezember 2014 hat sich der Verein mit 18 Mitgliedern gegründet, inzwischen haben sich sechs weitere Mitglieder zu der Gruppe gesellt. Bisher nutzte der Verein das Dorfgemeinschaftshaus im Ort, für die Zukunft verspricht sich der Verein von dem neuen Haus mehr Unabhängigkeit. "Das ist jetzt unsers", betont Heidi Lehmann und nennt diverse Aktivitäten, die sie sich später in der Räumlichkeit vorstellen kann: Weihnachtsbasteln beispielsweise oder Rentnernachmittage.

Doch das ist Zukunftsmusik. "Der Raum ist noch nicht nutzbar", teilt die Vereinsvorsitzende mit. Es gebe kein Wasser, keinen Strom, keine Heizung und auch keine Toilette, zählt sie auf. Sie hofft, dass in den nächsten zwei Jahren Gelder akquiriert und die Baustellen angegangen werden können. So lange wird noch das Dorfgemeinschaftshaus für Veranstaltungen genutzt, wie am 16. Dezember für den Weihnachtsmarkt.

Ortsvorsteher Jürgen Wulff freut sich über das, was im Ort geschieht. Auch den Bücherschrank, den der Verein in einer alte Telefonzelle installiert und am Wasserturm aufgestellt hat, hat er zur Kenntnis genommen. "Ich bin aber nicht die Zielperson", erklärt er. "Ich bin ein Haben-Bücher-Mensch."

Heidi Lehmann weiß, dass es trotzdem Bürger gibt, für die das Tauschprinzip auch für Bücher ausgezeichnet funktioniert. Gleich am ersten Tag hätten sich einige Bücher mitgenommen und versprochen, dafür andere Bücher hineinzustellen, berichtet sie. Denn der Schrank funktioniert nach dem Prinzip: Nimm eins - und gib eins. "So ist immer für Abwechslung gesorgt."

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