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Naturpark zeigt internationale Karikaturen

Mit Kunst gegen den Müll

Dieses Bild des italienischen Künstlers Daniele Zordan mit dem Titel "Plastic Jellofish" ist eine von zwanzig Karikaturen, die die Wanderausstellung zum Thema Müll der Stiftung Naturschutz Berlin zeigt.
Dieses Bild des italienischen Künstlers Daniele Zordan mit dem Titel "Plastic Jellofish" ist eine von zwanzig Karikaturen, die die Wanderausstellung zum Thema Müll der Stiftung Naturschutz Berlin zeigt. © Foto: Stiftung Naturschutz
Sandra Jütte / 09.01.2018, 12:45 Uhr
Menz (GZ) Illegal abgeladener Müll ist immer ein Problem, da er sowohl die Natur trifft als auch Kosten für die Entsorgung verursacht. Bisher ist der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land noch wenig betroffen, dennoch soll eine Ausstellung ab Freitag in der Menzer Regionalwerkstatt für das Thema sensibilisieren.

"Wir werden zum Glück noch nicht überrannt von Mülltouristen", sagt Dr. Mario Schrumpf vom Naturpark, der sich auf 680 Quadratkilometern von der mecklenburgischen Grenze über Stechlin und Fürstenberg bis nach Lindow und Alt-Ruppin erstreckt. Ganz andere Beobachtungen hatte der Naturpark-Leiter nach der Wende beim Aufbau des Naturparks Barnim gemacht. "Da haben einige gerne mal ihre alten Autowracks im Wald entsorgt." Dagegen gäbe es im Stechlin-Ruppiner Land nur wenige schwarze Schafe, die den Naturgenuss mindern würden, so Schrumpf.

Durchschnittlich etwa 660 Tonnen an herrenlosem Müll werden jährlich im gesamten Landkreis Oberhavel eingesammelt. Wie viel davon im Naturpark anfällt, dessen Gebiet sich größtenteils im Nachbar-Landkreis Ostprignitz-Ruppin erstreckt, darüber gibt es keine Statistik. Auf etwa 30 Kubikmeter schätzt Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberförsterei Neuendorf, die Zahl im Oberhaveler Bereich. Stärker betroffen seien Waldgebiete im Berlin-nahen Raum. Gefunden würden vor allem alte Möbel und Bauschutt, bis hin zu ganzen Wohnungsauflösungen. Erst Anfang 2017 habe es einen Fall gegeben, bei dem jemand auf Ebay eine Firma für die Entsorgung seines Hausstandes beauftragt hatte. Statt auf der Mülldeponie landete der Unrat allerdings im Wald bei Fürstenberg.

"Und wir merken immer, wenn die Entsorgung für etwas teurer wird", sagt Hintze. "Das finden wir dann gleich vermehrt bei uns." Keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat ist die Beseitigung von umweltgefährdenden Stoffen wie Öle, die ins Grundwasser sickern könnten, oder Asbest-Platten. Bei der Entsorgung wie auch der Aufklärung der Herkunft arbeiten die Förstereien, die Untere Abfallbehörde des Landkreises und die Naturwächter des Naturparks eng zusammen. "Das ist aber in der Regel schwer nachzuvollziehen", weiß Anke Rudnik, die seit 21 Jahren Rangerin im Naturpark ist. Vieles, was sie und ihre Kollegen dort finden, sei Kleinkram, wie Mülltüten, die neben den Abfalleimern oder an Rastplätzen abgestellt würden. "Da können wir manchmal nur mit dem Kopf schütteln, wenn wir beispielsweise fertig gepackte gelbe Säcke finden. Die kann man doch woanders loswerden", findet die Mitarbeiterin. Zudem lockten diese Waschbären an. "Danach sieht es dann aus, als wäre der Sack explodiert", berichtet Anke Rudnik.

Besonders zugenommen hätte in den vergangenen Jahren die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald. "Das bringt dann die gesamte Pflanzenwelt durcheinander. Und oft kriegen wir das erst mit, wenn irgendwo plötzlich etwas blüht." Aber auch Entsorgungen im großen Stil habe es schon gegeben. So war vor ein paar Jahren ein Sonnenstudio-Besitzer seine alten Röhren einfach im Wald losgeworden. Das sei aber eher die Ausnahme, betont Anke Rudnik. Generell gäbe es mal mehr und mal weniger Müll. "Wahnsinn ist aber der Verpackungswahn", so Rudnik.

Auf das Übermaß an Coffee-to-Go-Bechern und Plastiktüten will auch eine Karikaturenausstellung der Stiftung Naturschutz Berlin aufmerksam machen. Hunderte Karikaturisten aus aller Welt reichten zu dem Thema 2016 ihre Beiträge ein, die besten 20 werden seit einigen Monaten in einer Wanderausstellung gezeigt. Ab diesem Freitag gastieren die gedruckten Bilder für zwei Monate auch in der Menzer Regionalwerkstatt. "Damit wollten wir noch mal auf das Thema aufmerksam machen", erklärt Mario Schrumpf.

Ausstellungseröffnung: Freitag, ab 18 Uhr, in der Regionalwerkstatt Menz, Friedensplatz.

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