Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Zehdenick macht durch bessere Bezahlung Betreuung im privaten Umfeld attraktiver

Betreuungsplätze
Kindertagespflege mit doppelter Kapazität

Alternative zur Kita: Bei Tagesmutter Manuela Lorenz in Marienthal fühlen sich die Kinder wohl.
Alternative zur Kita: Bei Tagesmutter Manuela Lorenz in Marienthal fühlen sich die Kinder wohl. © Foto: Matthias Henke
Martin Risken / 18.01.2018, 06:59 Uhr
Zehdenick (GZ) An der Straße des Friedens soll im Frühjahr dieses Jahres eine Kindertagespflege mit zehn statt der sonst üblichen fünf Betreuungsplätze eröffnen. Dabei handelt es sich laut Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) aber nicht um eine privat geführte Kindertagesstätten. Dennoch dürfte die Privatinitiative auf Wohlwollen der Kommune stoßen, fehlen doch gegenwärtig zirka 54 Kita-Plätze in der Stadt, die kurzfristig auch nicht bereitgestellt werden können. In diesem Zusammenhang haben die Stadtverordneten nun beschlossen, die Einkommenssituation der Tagesmütter deutlich zu verbessern, damit diese nun in etwa das verdienen können, was einer Kita-Erzieherin zusteht. Auch sozial sollen die Tagesmütter künftig besser abgesichert sein, indem die Stadt Zuschüsse für die Sozialversicherungen erhöht. Wobei Tagesmütter keine ausgebildeten Erzieher sein müssen, um ihrer Tätigkeit nachgehen zu können, wie Verena Rönsch als zuständige Fachbereichsleiterin der Stadtverwaltung Zehdenick bei den Beratungen im Bildungausschuss der Stadt ausführte. Die fachliche Kontrolle der Tagespflege erfolgt durch den Landkreis Oberhavel. Diesem müsse auch die Aufnahme der Tätigkeit als Tagesmutter angezeigt werden. Zudem müsse für die Ausübung der Tagespflege der Nachweis erbracht werden, ein spezielles 160-Stunden-Programm absolviert zu haben.

Die Stadt erwartet trotzdem, dass das Angebot an Kindertagespflegeplätzen erheblich ausgeweitet wird und habe vorsorglich 57 600 Euro mehr im Haushalt 2018 eingeplant als im Jahr zuvor. Insgesamt stehen damit für die Kinderbetreuung durch Tagesmütter im Haushalt 2018 rund 191 000 Euro zur Verfügung. Gezahlt würden zehn Euro pro Stunde bei fünf Kindern zuzüglich eines Sachkostenzuschusses. Gegenwärtig erhielten Tagesmütter nach der alten Regel 504 Euro pro Kind bei acht Stunden Betreuung, künftig würden es 688,80 Euro sein, rechnete Angelika Falk von der Stadtverwaltung vor. Eine Tagesmutter könne bis zu 2 500 Euro im Monat verdienen. Damit entspreche das Niveau in etwa dem, was in Oranienburg gezahlt werde. "Damit liegen wir im Norden Oberhavels an der Spitze", kündigte Falk an. Für die Eltern, die ihre Kinder in die Obhut einer Tagesmutti geben, entstehen keine Zusatzkosten. "Die Tagesmütter freuen sich darauf", berichtete Falk von positiven Reaktionen. Trotz der Verbesserungen gab es Kritik an den Plänen der Verwaltung. Der Abgeordnete Norbert Gerth (SPD-Fraktion) prophezeit: "Das wird kein großer Wurf. Da sehe ich keinen großen Run auf die Tagespflege."

Tagesmütter seien zwölf Stunden täglich im Einsatz, das sei kein Vergleich zum öffentlichen Dienst und der Job deshalb deutlich unattraktiver. Die Verbesserungen der Konditionen für die Kindertagespflege ist durch die Stadtverordneten in der vergangenen Woche endgültig beschlossen worden, und zwar einstimmig.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG