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Fraktion IOB/BiF fordert Korrekturen / Eckpunkte zum städtebaulichen Vertrag liegen demnächst vor

Kritik an Bebauung des ehemaligen Sägewerks Birkenwerder

Auf dem Gelände des alten Sägewerkes in Birkenwerder sind bis zu 160 Wohnungen geplant.
Auf dem Gelände des alten Sägewerkes in Birkenwerder sind bis zu 160 Wohnungen geplant. © Foto: OGA/Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 18.01.2018, 11:45 Uhr
Birkenwerder (OGA) Wesentliche Korrekturen des Bebauungsplanentwurfs 37-2 (ehemaliges Sägewerk) in Birkenwerder fordert die Fraktion IOB/BiF. So fehlt Sprecherin Dorothea Trebs beispielsweise der Entwurf eines städtebaulichen Vertrags, in dem geregelt wird, wer für die Folgen der Bebauung des Areals aufkommen muss. So befürchtet die Fraktion, dass bei den geplanten 160 Wohneinheiten die Plätze in den Kindergärten der Gemeinde knapp werden. Zwar bietet der Investor, die Havelaue GmbH, an, eine flexible Gebäudegestaltung anzustreben, die es ermöglicht, im neuen Wohngebiet eine Kita zu betreiben. Näheres dazu sei in einem städtebaulichen Vertrag zu regeln.

"Das ist viel zu schwammig", so Trebs. Deshalb fordert ihre Fraktion, parallel zum Bebauungsplanentwurf auch einen städtebaulichen Vorvertragsentwurf auszuarbeiten und gemeinsam zu beraten. Die Eckpunkte für einen solchen Vertrag sollen in den nächsten Wochen vorgelegt werden, teilt Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) auf Nachfrage mit. Das habe er mit dem Investor vereinbart. Die Verwaltung werde parallel erfassen, welche Auswirkungen die Bebauung des früheren Sägewerkes beispielsweise auf die Infrastruktur habe und entsprechende Kompensationen vorschlagen.

Kritisiert wird auch die kompakte Bebauung. Die Fraktion bemängelt einen "städtebaulichen Fremdkörper inmitten des vorhandenen Wohnsiedlungs- und Landschaftsschutzgebietes". Sie fordert, die Art der Bebauung konkret festzulegen, die Höhe der Häuser zu reduzieren und die Anzahl der Mehrfamilienhäuser zu begrenzen. Zudem sollen ausreichend Stellplätze für Pkw in Tiefgaragen zur Verfügung stehen, um das Zustellen der Siedlung mit Fahrzeugen zu verhindern. Dem Investor schwebt dagegen ein flexibles Modell vor Ort vor. Er überlegt, für das Wohngebiet ein Car-Sharing-System mit Elektroautos zu etablieren, die mit Strom aus Sonnenkollektoren betankt werden.

Weiter soll laut Fraktion IOB/BiF mit dem Investor über den Bau von günstigen Wohnungen für einkommensschwache Menschen verhandelt werden. Das solle ebenso wie das Energiekonzept, das auf erneuerbaren Energien fußt, in einem Vertrag festgeschrieben werden, "sonst wird sich das angedachte Konzept in Luft auflösen".

Die Investoren planen, an der Ecke Havel- und Industriestraße ein Wohngebiet zu entwickeln. Vorgesehen sind 160 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern. Derzeit läuft die Planungsphase. Die Gesellschaft Havelaue, die das Areal gekauft hat, geht davon aus, dass die ersten Häuser Ende 2019, Anfang 2020 errichtet werden können.

Der Ortsentwicklungsausschuss hat den B-Planentwurf am Dienstagabend ohne größere Änderungen empfohlen.

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