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Besitzerin der zwei Pferde, die in Menz brutal misshandelt wurden, hofft weiter auf Aufklärung des Falles

Nach Angriff auf Fohlen: Besitzerin hofft weiter auf Aufklärung der Tat

Das verletzte Auge zeugt von dem Überfall: Dennoch erholt sich Fohlen Golden Diamond zusehends. Besitzerin Christin Körnicke hält ihn aber zur Vorsicht noch in einem Einzelgehege.
Das verletzte Auge zeugt von dem Überfall: Dennoch erholt sich Fohlen Golden Diamond zusehends. Besitzerin Christin Körnicke hält ihn aber zur Vorsicht noch in einem Einzelgehege. © Foto: GZ/Sandra Jütte
Sandra Jütte / 20.01.2018, 11:49 Uhr
Menz (GZ) Der Vorfall schockierte deutschlandweit Tierliebhaber, die Organisation Peta setzte sogar eine Belohnung für Hinweise zum Täter aus. Nun ist das brutal zusammengeschlagene Fohlen aus Menz schon seit eineinhalb Monaten wieder in seinem Zuhause - und erholt sich prächtig.

Neugierig guckt Golden Diamond durch die Holzlatten seines Geheges und schnaubt. "Er ist gerade in seiner Rüpelphase und versucht ständig, den Zaun zu öffnen", sagt Christin Körnicke. Während sie dem Pferd sanft über das Fell streichelt, liegt ein erleichtertes Lächeln auf ihrem Gesicht. Noch vor gut zwei Monaten musste die Menzerin um das Leben ihres ersten, selbst aufgezogenen Fohlens bangen.

Ein Unbekannter hatte ihm nachts mit einer Stange den Schädel eingeschlagen. In einer Notoperation musste dem Tier das linke Auge entfernt werden. Knapp vier Wochen zuvor hatte der mutmaßlich selbe Täter schon einmal zugeschlagen und einen Wallach auf dem Hof so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste.

"Ich mache mir immer noch Vorwürfe, dass ich die Situation damals nicht sofort erkannt und die Polizei gerufen habe", sagt die 34-jährige Besitzerin. "Sonst wäre das mit Diamond vielleicht gar nicht passiert." Den Moment, in dem sie das ein Jahr alte Fohlen blutüberströmt im Stall vorfand, werde sie nie vergessen, meint sie.

An den schrecklichen Vorfall erinnert heute eine Beule auf Diamonds Stirn und die leere Augenhöhle, die jedoch gut verheile. Dafür reinigt die gelernte Tierheilpraktikerin sie morgens und abends. "Das findet Diamond sogar angenehm. Anscheinend juckt ihn die Stelle", vermutet Christin Körnicke. Alle sechs Wochen kontrolliert der Tierarzt die Wunde. "Im März entscheidet sich, ob das Auge zugenäht wird", erklärt die Besitzerin. Das sei eventuell notwendig, damit es sich nicht entzünde. Ein Glasauge ist dagegen keine Option. "Das ist ja ein Fremdkörper, das muss ich ihm nicht antun", findet die alleinerziehende Mutter.

Dass er nun mit nur noch einem Auge weniger sehen kann - im Vergleich zum Menschen haben Pferde ein wesentlich größeres Gesichtsfeld - daran muss sich das Fohlen erst gewöhnen. "In vertrauter Umgebung ist alles gut, aber als ich ihn mal auf die Koppel gelassen habe, konnte er die Abstände schlecht einschätzen", erzählt die Pferdeliebhaberin. Auch ihn später einmal reiten zu können, wird Geduld abverlangen. "Schließlich steigt man ja auf der linken Seite auf. Ich muss mich also erst vorsichtig annähern", sagt die 34-Jährige. Bei lauten Geräuschen und vor allem bei Wind sei Diamond zudem noch sehr schreckhaft. "Ich hoffe, dass er das wieder ablegt. Sonst ist er total agil."

Da der Täter bisher nicht gefasst wurde - die Polizei hatte vor Kurzem die Zeugenaussagen der Familie aufgenommen und ermittelt nach eigenen Angaben noch - bangt Christin Körnicke weiter. "Solange habe ich immer noch Angst", gibt sie zu. Kurz vor Weihnachten hatte ihre Mutter noch einmal eine Person beobachtet, die über den Grundstückszaun sprang. Vermutlich von den Flutlichtern, die die Familie mittlerweile am Stall installiert hat, wurde sie verschreckt. "Auch, wenn das die Tiere nicht mehr gesund macht, wäre es eine Genugtuung, wenn der Täter gefasst würde", so die Pferdeliebhaberin. "Dann könnte ich vielleicht damit abschließen."

Viel Unterstützung hat die 34-Jährige von Nachbarn und nach diversen Medienberichten auch im Internet erhalten. Bei einer Spendenaktion im Web kamen insgesamt 2700 Euro für die Tierarztkosten zusammen. "Ein anonymer Spender hat alleine 2000 Euro gegeben, das war ein tolles Weihnachtsgeschenk", sagt sie. Nun plant sie schon, erneut ein viertes Pferd anzuschaffen. "Einen Spielkameraden für Diamond", der für sie wie ihr zweites Kind sei.

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