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Neuendorfer Bürgerinitiativen enttäuscht

Blick auf die Kiesgrube bei Neuendorf: Die Einwohner haben Angst, dass durch die Anfahrt von Bauschutt der Lärm unerträglich wird. Zudem befürchten sie, dass Schadstoffe ins Wasser der Plötze gelangen könnten.
Blick auf die Kiesgrube bei Neuendorf: Die Einwohner haben Angst, dass durch die Anfahrt von Bauschutt der Lärm unerträglich wird. Zudem befürchten sie, dass Schadstoffe ins Wasser der Plötze gelangen könnten. © Foto: MZV
Volkmar Ernst / 08.02.2018, 20:00 Uhr
Neuendorf (veb) Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Neuendorfer Wald" sind enttäuscht, vor allem von den etablierten Parteien. "Vor der Bundestagswahl gaben sich die Wahlkämpfer bei uns sozusagen die Klinke in die Hand. Als BI haben wir die Besucher an den Rand der Kiesgrube geführt, um ihnen zu zeigen, wo der Kies abgebaut wird und wovor die Neuendorfer eigentlich Angst haben, wenn hier tatsächlich eine Bauschuttdeponie errichtet wird", sagt Peter Hofmann als einer der Sprecher. Doch nach der Wahl hätten sich lediglich noch der CDU-Abgeordnete Uwe Feiler und die Mitglieder der AfD gemeldet, um sich nach dem aktuellen Stand der Dinge zu erkundigen. "Das ist wirklich enttäuschend", so Hofmann weiter.

Ans Aufhören denken die Mitglieder der BI dennoch nicht. Sie tragen kontinuierlich weiter Informationen zum Vorhaben des Deponiebaus, des Kiesabbaus und auch der beteiligten Firmen zusammen. Dass bislang noch immer kein offizieller Antrag zur Umnutzung des Neuendorfer Areals gestellt wurde, ist für die Mitstreiter der BI kein Grund, sich zurückzuziehen. "Nach wie vor hängt sozusagen des Damoklesschwert der Deponie über Neuendorf. Es gibt eine Betriebsgenehmigung für den Kiesabbau, die bis ins Jahr 2030 reicht. Das sind noch viele Jahre, in denen ein solcher Antrag gestellt werden kann. Deshalb müssen wir weiter wachsam bleiben, und das werden wir auch", stellt Hofmann fest.

Im Zusammenhang mit einem Rückblick auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres hat die BI mehrere Wünsche formuliert, wie und von wem ihr Vorhaben, die Deponie zu verhindern, unterstützt werden soll. Die Mitglieder bitten die Kommunalpolitiker des Löwenberger Landes, ihre als Willensbekundung abgegebene Ablehnung der Bauschuttdeponie mit einem Gemeindevertreterbeschluss zu bekräftigen. "Das hat eine viel größere Aussagekraft", so die Begründung. Zudem biete ein solcher Beschluss die Möglichkeit, handeln zu können, sobald ein Antrag gestellt werde. Vorgeschlagen wird zudem, die Flächen, die sowohl für die Deponie als auch für den Bau von Windrädern genutzt werden könnten, als Grün- oder Waldflächen im Flächennutzungsplan auszuzeichnen. Sogar die Aufstellung eines B-Plans zur Verhinderung des Vorhabens wird vorgeschlagen.

Ein zweiter Appell richtet sich an den Kreistag, der ebenfalls mit einem Beschluss kundtun möge, wie der Landkreis die sich in seinem Eigentum befindenden Flächen verwenden soll. Zudem wird der Landrat aufgefordert, eine Entwicklungs-Vision für den Raum Teschendorf/Neuendorf zu entwickeln.

An das Landesamt für Umwelt wendet sich die Bürgerinitiative mit der klaren Forderung, öffentlich festzuschreiben, "dass aufgrund der fehlenden Eignung der Kiesgrube eine Bauschuttdeponie an diesem Standort nicht genehmigungsfähig sei, egal, wer diesbezüglich einen solchen Antrag stellen sollte." Noch wichtiger ist für die BI, dass die verschiedenen Behörden und Ämter nicht immer nur auf ihre Zuständigkeiten verweisen, sondern mit Ratschlägen helfen.

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