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Die Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree tourt wieder durch die Region / 4000 Medien stehen in ihren Regalen

Fahrbibliothek
Wissen und Unterhaltung auf vier Rädern

Hilfsbereit: Edgar Bunde,  Mitarbeiter des Archiv-, Lese- und Medienzentrums, verleiht seine Gleitsichtbrille in der Fahrbibliothek an Andrea Frömming. Die Falkenbergerin, die hier regelmäßig Bücher leiht, hatte ihre Lesebrille Zuhause vergessen.
Hilfsbereit: Edgar Bunde, Mitarbeiter des Archiv-, Lese- und Medienzentrums, verleiht seine Gleitsichtbrille in der Fahrbibliothek an Andrea Frömming. Die Falkenbergerin, die hier regelmäßig Bücher leiht, hatte ihre Lesebrille Zuhause vergessen. © Foto: Cindy Teichert
Lisa Mahlke / 14.02.2018, 07:45 Uhr
Falkenberg/Fürstenwalde (MOZ) Die Fahrbibliothek des Landkreises tourt weiter durch die Region. Seit Fertigstellung des Archiv, Lese- und Medienzentrums (ALM) in Fürstenwalde in einer der ehemaligen Odersun-Hallen startet sie von dort und nicht mehr von Beeskow.

Nächster Halt: Falkenberg. Die Seitentür des rot lackierten Medienbusses öffnet sich und Andrea Frömming steigt die Stufen hinauf, ausgestattet mit einem Weidenkörbchen. Seit den 90er-Jahren nutzt die 54-Jährige bereits die Fahrbibliothek. Einige Jahre musste sie notgedrungen aussetzen, weil Öffnungszeiten und Arbeitszeiten kollidierten. Mit der Umstellung des Fahrplans zum Jahresanfang hat sich das geändert. Alle 14 Tage, das nächste Mal am Montag von 15.40 bis 16 Uhr, ist Andrea Frömming mit von der Partie. Dann landen wieder "Krimis, Familiensagas und Herzschmerz" in ihrem Körbchen.

Edgar Bunde hat im April 2000 angefangen, im Archiv, Lese- und Medienzentrum (ALM) zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Fahrbibliothek bereits sechs Jahre; sie startete vom Standort Beeskow aus zu verschiedenen Stationen im Landkreis Oder-Spree an. Durch den Umzug des ALM nach Fürstenwalde hat die Fahrbibliothek seit 1. Januar ihren Standort in den ehemaligen Odersun-Hallen.

Dort, fünf Stunden früher: Bevor Edgar Bunde und sein Kollege Andy Bergunde ihre Tour starten, bestücken sie den Bus mit neuen Medien. Die Nutzer können online oder telefonisch Bücher, Zeitungen, CDs und DVDs bestellen; auch die Kolleginnen vom Kultur- und Sportamt des Landkreises nehmen Wünsche der Nutzer entgegen und kaufen gegebenenfalls Medien ein, die noch nicht zum Bestand gehören. "Es wird dann abgewogen: Was hat einen Nutzen auch für andere Leser?", erklärt Bunde und zeigt das Bestellheft. Sind die gewünschten Bücher zu alt oder zu speziell, werden sie nicht angeschafft.

Der 55-Jährige steht vor den acht Reihen mit den Medien der Kreisergänzungsbibliothek: Belletristik und Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, CDs, DVDs, Zeitschriften und Spiele; gut 47 000 sind es insgesamt, etwa 4000 davon fährt der Medienbus durch den Landkreis. Edgar Bunde nimmt eine Kiste und bringt sie in den roten Lkw. Sie enthält ein gutes Dutzend Bücher - Neuzugänge beziehungsweise Lesestoff, den Nutzer für die heutige Tour vorgemerkt haben - manche enthalten einen Zettel mit vier oder sogar fünf Namen.

Elisabeth Töbs aus Wilmersdorf (Briesen (Mark)) hat für diesen Dienstag nichts bestellt; Wünsche hat sie trotzdem. "Sie liest gerne Heimatromane", weiß Edgar Bunde und zieht ein Exemplar aus dem Regal. Manchmal sei es allerdings schwierig, in diesem Genre ein neues Buch zu finden; einige Autoren seien mittlerweile gestorben. "Man muss vielleicht mal ein anderes Buch nehmen", sagt Bunde und zeigt weitere Romane. "Ich finde ja immer etwas", bemerkt die Seniorin und erzählt, dass sie auch historische Bücher möge.

Die Wilmersdorferin ist eine von fast 1200 Nutzern, die im vergangenen Jahr gut 39 000 Medien ausgeliehen haben. Besucher hatte die Fahrbibliothek weitaus mehr: über 10 000 kamen, um sich umzuschauen; wenn der rote Bus an den Grundschulen hält, nutzen auch viele Kinder die Zeit zum Schmökern. Waren es vor einigen Jahren noch 70 Orte, in denen der Medienbus stoppte, sind es heute nur noch 55. Seit Anfang des Jahres fahren Edgar Bunde und Andy Bergunde mit neuem Tourenplan. Von Montag bis Donnerstag sind sie unterwegs, im 14-tägigen Rhythmus. Freitags reinigen sie den roten Lkw und überprüfen die Technik.

Elisabeth Töbs genügt es, einmal im Monat vorbeizuschauen. Sie legt die Bücher, die sie sich ausgesucht hat, auf den Tresen. "Das hatten Sie schon", sagt Andy Bergunde. Seit 2014 können er und seine Kollegen am Computer sehen, ob ein Nutzer ein Buch bereits ausgeliehen hatte. Elisabeth Töbs schlägt das Buch auf. Auf den eingeklebten Fristenzettel hat sie einen Kreis gemalt - ihr Zeichen, um nach so vielen Jahren nicht den Überblick zu verlieren. Heute landen vier Bücher in ihrem Körbchen. "Diesmal sind es nicht so dicke, da schafft man eins mehr", erklärt sie schmunzelnd.

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