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Investoren aus Reich der Mitte kaufen Gewerbeförderung Freudenberg / 18 Millionen Euro geschätzte Kosten

Eigentümerwechsel
Vom Bunkergelände zu China-Town

Steffen Göttmann / 02.04.2018, 06:45 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Die Gewerbeförderung Freudenberg AG hat neue Eigentümer. Zwei chinesische Investoren haben die Aktien übernommen. Geschäftsführerin Rongrong Hu stellte den Gemeindevertretern am Mittwochabend deren Pläne vor. Die Dorfbewohner reagierten verhalten positiv.

„Wir wollen die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie halten“, versicherte Rongrong Hu, die seit November die Gewerbeförderung Freudenberg AG leitet. Zusammen mit Marketingmanager Gang Ye stellte sie erstmals die Pläne der neuen Eigentümer vor. Zwei private Unternehmer aus China haben den Gewerbepark übernommen. Im Mai 2017 kam der Kontakt mit dem ehemaligen Eigentümer Eberhard Teufel zustande, Ende Juni sei der Vertrag bereits unterzeichnet worden, sagte Rongrong Hu.

Die beiden Eigentümer Li Jing und Zheng Zhong kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Das Unternehmen Li Jings produziere in China Energiesparanlagen, Elektrofahrzeuge und entwickele Immobilien. Zheng Zhong komme aus der High-Tech-Branche, entwickele Software und betreibe ebenfalls Forschung. Sie wollen gemeinsam das Areal entwickeln und über ihr weltweites Netzwerk weitere Investoren mit ins Boot holen, so die Geschäftsführerin. Genauere Angaben, was sich konkret ansiedeln wird, konnte sie daher noch nicht machen.

Ziel sei es aber neben Produktionsstätten und Forschungsinstituten ein Hotel, Wohnhäuser und Freizeiteinrichtungen zu bauen, um hochqualifizierten Fachleuten ein attraktives Wohnumfeld zu bieten. Im Gespräch sei der Bau einer Brauerei mit Gaststätte. „Wir werden jedoch keinen abgeschlossenen Campus bauen, sondern sind offen für alle“, versicherte Rongrong Hu.

Für die Erschließung des Geländes zeichnet das Ingenieurbüro von Erhard Ostwald aus Frankfurt (Oder) verantwortlich. Dessen Mitarbeiter Gerhard Schippan schilderte die ersten Schritte. Zuerst werde ein Planungs- und Entwicklungskonzept unter dem Thema Gewerbe und Technologie erarbeitet. Weil 41 Hektar des Gewerbeparks auf der Gemarkung von Beiersdorf-Freudenberg und elf Hektar auf der Gemarkung von Heckelberg-Brunow liegen, gebe es zwei Vorhaben und zwei Bebauungspläne, so Schippan. Um die Freudenberger nicht mit zusätzlichem Verkehr zu belasten, werde eine Erschließungsstraße zur B 168 gebaut. Die Einmündung sei mit dem Landesbetrieb Straßenwesen abgestimmt. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes unterstütze das Projekt. 18 Millionen Euro wollen die neuen Investoren  nach ersten Schätzungen für die Erschließung ausgeben. Weil die bestehenden Gebäude durch Asbest belastet seien, sollen sie abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.

„Wir sind froh, dass auf dem Gewerbepark etwas passiert, denn so wie es ist, kann es nicht bleiben“, sagte Bürgermeister Willi Huwe. Die Gemeindevertreterin Petra Dahms warnte vor Euphorie. Denn bei der  Landesentwicklungsplanung achte Berlin darauf, dass in Brandenburg nicht zu viel passiert. Splittersiedlungen seien nicht zugelassen. Das nächste Windrad sei 100 bis 150 Meter entfernt, so dass wegen möglicher Konflikte Wohnhäuser nicht zugelassen werden könnten. „Wir haben Angst, dass das Gebiet immer mehr  verwildert“, so Ingrid Freier. Bisher sei mal von einem Atommülllager, mal von einem Flüchtlingsheim die Rede gewesen. „Wir hoffen, dass sich dies bessert“, sagte sie.

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