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Saisonstart
Erntehelfer schwärmen wieder aus

Lange Folienbahnen: Mit ihnen kann das Wachstum des Spargels beeinflusst werden. Schwarze Folie heizt bei Sonnenschein den Boden auf. Weiße Folie reflektiert das Sonnenlicht eher.
Lange Folienbahnen: Mit ihnen kann das Wachstum des Spargels beeinflusst werden. Schwarze Folie heizt bei Sonnenschein den Boden auf. Weiße Folie reflektiert das Sonnenlicht eher. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 20.04.2018, 18:30 Uhr
Rauschendorf Auf den Feldern um Rauschendorf wird wieder Spargel gestochen. Und Interessierte sollen in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit erhalten, sich aus erster Hand über die Produktion zu informieren, kündigte Gregor Hufmann, Geschäftsführer der Agrar GmbH Sonnenberg, am Freitag an.

Die Käufer stehen am Firmensitz, wo das Edelgemüse frisch vom Feld verkauft wird, auch schon Schlange. „Die Leute haben uns auch vorher schon die Bude eingerannt, aber wir mussten sie leider wieder wegschicken“, sagt Hufmann. Das kalte regnerische Wetter verzögerte den Saisonstart nicht unerheblich. Am vergangenen Wochenende ging es schließlich los. Vergangenes Jahr schwärmten die Helfer dagegen bereits Ende März aus. Insgesamt wurden 2 400 Tonnen Spargel geerntet.  „Und da wurden nach zwei, drei Tagen schon richtig viele Kilo geerntet. Die Menge, die jetzt erreicht wird, ist noch vergleichsweise gering“, so Hufmann weiter.   Ein paar sonnige warme Tagen allein reichten nicht aus. „Es dauert, bis die Wärme in den Boden geht und die Pflanze reagiert“, beschreibt er. Ob die verlorenen zwei Wochen aufgeholt werden können, weiß der Chef noch nicht. Schluss ist traditionell am 24. Juni, dem Johannestag, damit der Spargel noch ausreichend Zeit hat, durchzuwachsen und einen grünen Busch zu bilden, um so Kraft für das kommende Jahr zu sammeln.

Einige Spargelkäufer interessiert es offenbar, wie ihr Lieblingsgemüse geerntet und verarbeitet wird. „Es waren schon viele da, die das sehen wollten. Da haben wir uns gedacht, das kann man ja in einem geregelten Rahmen machen“, so Hufmann. An einem Konzept werde derzeit noch gefeilt. Im Laufe der Saison soll die Besichtigung mit Voranmeldung aber möglich gemacht werden. Da nicht unbedingt direkt neben dem Betrieb geerntet wird, sondern in einigen Kilometern Entfernung, sei es noch fraglich, ob es dabei auch aufs Feld gehe. Verarbeitung und Sortieranlage am Firmensitz sollen aber auf jeden Fall in Augenschein genommen werden können.

350 Erntehelfer stehen derzeit  Gewehr bei Fuß, um das Gemüse aus der Erde zu holen. Zur Haupterntezeit werden es noch einige hundert mehr. Derzeit geht es für die Männer, die in Rauschendorf sowie auch in Falkenthal und Wolfsruh untergebracht sind,  morgens um 6 oder 7 Uhr aufs Feld. Vorwiegend kommen sie aus Polen und Rumänien. Für nicht wenige ist die dritte Spargelsaison der Sonnenberger Agrar GmbH auch die dritte Saison als Erntehelfer hier in der Region. „Unser Ziel muss sein, möglichst hohe Zahl an Wiederkehrern zu haben. Sie kennen dann den Betrieb und die Abläufe schon. Das macht vieles einfacher“, sagt Gregor Hufmann.

Abnehmer für das Gemüse aus Rauschendorf und Umgebung seien vor allem Großmärkte, Einzelhändler, Großküchen und die Gastronomie „von hier bis zur Küste“. Weitere eigene Verkaufsstände außer den am Unternehmenssitz habe die Agrar GmbH nicht. Und auch wenn vor allem der Spargel in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, finde sein Anbau nur auf einem Viertel der Flächen statt. Etwa die Hälfte entfalle auf den Anbau von Druschfrüchten, beim Rest handele es sich um Grünland.

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