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Leißnitz-Fähre
Havarie stoppt Betrieb

Jörg Kühl / 25.05.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 25.05.2018, 11:30
Leißnitz (MOZ) Die Fähre Leißnitz muss pausieren. Grund ist, dass das Stahlseil, an der sie durch das Wasser gleitet, von einem Motorboot gerammt wurde. Der Fährmann beklagt, dass viele Touristen auf dem Wasser und an Land es an Rücksicht und Höflichkeit mangeln lassen.

Donnerstagmittag ist ein Motorboot über das im Wasser gespannte Seil der Leißnitzer Personenfähre gefahren. Das Seil, an dem die Fähre entlanggleitet, wurde dabei so schwer beschädigt, dass die Fähre den Betrieb mit sofortiger Wirkung einstellen musste. Für Fährmann Maik Slotta und seine Frau Heike ist die Havarie wirtschaftlich ein Tiefschlag, schließlich steht nun die Fähre samt dazugehörigem Imbiss eine Woche vor dem Beginn der Hauptsaison still.

Es handelt sich bereits um die vierte Havarie unaufmerksamer Freizeitskipper mit dem im Wasser gespannten Seil. Dies musste 2012 zwei Mal und im Jahr 2015 ein Mal ausgetauscht werden, erinnert sich Heike Slotta. Sofern das Seil beim Eigentümer der Fähre, das ist die Stadt Friedland, eingelagert ist, ist die Reparatur eine Sache von wenigen Stunden. Dieses Mal ist jedoch kein Ersatzseil da, eine entsprechende Bestellung, die vor längerer Zeit schon aufgegeben wurde, sei scheinbar beim Adressaten nicht angekommen. Nun wurde eilig nachbestellt. Das Seil habe einen Wert von etwa 1000 Euro, teilt der für Bausachen zuständige Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, Andreas Schulz, mit.

„Wenn das so weiter geht, dann müssen wir die Fähre aufgeben!“ Fährmann Maik Slotta und seine Frau Heike wirkten am Donnerstag  etwas angekratzt. Die wettermäßig außergewöhnlich gut angelaufene Saison, die Karfreitag gestartet war, steckt dem Ehepaar, dass die Fähre seit 2012 betreibt, in den Knochen. Der Herrentag habe ihnen den Rest gegeben. „Wir erleben eine Zunahme an Rücksichtlosigkeit und Respektlosigkeit unter einigen Fahrgästen“, beklagt Maik Slotta. Sicherheitsanweisungen würden nicht befolgt, Überfahrten trotz bereits beendeter Fährzeit teilweise aggressiv eingefordert. Auch würden einige Fahrgäste ausrasten, wenn ein Bestandteil des Imbissangebotes zu fortgeschrittener Tageszeit nicht mehr verfügbar sei. Auch das Parken von Kraftfahrzeugen in der Zufahrt oder sogar in den privaten Hofeinfahrten vor der Fähre bürgere sich mehr und mehr ein.

Am folgenreichsten seien jedoch die Regelverletzungen auf dem Wasser, wie jetzt wieder geschehen. Slotta erinnert daran, dass auf beiden Seiten der Fähre deutlich Warteschilder postiert sind mit dem Zusatzschild, das auf das gespannte Seil im Wasser verweist. Vor diesen Schildern müsse immer gestoppt werden. „Der Bootsführer hat die Pflicht, an dieser Stelle sich zu vergewissern, ob die Fähre in Betrieb ist oder nicht“, so Slotta, der das Zulassungszeugnis für Binnenschiffer und den Schiffer-Führerschein für den Betrieb der Fähre erwerben musste. „Erst wenn das Blinklicht an der Mastspitze der Fähre aufhört zu funkeln, darf die Stelle mit maximal 10 km/h passiert werden.“

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