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Liebevolle Zeitreise im Festumzug zur 725-Jahrfeier / Einwohner gewährten Einblicke in Familienalben

Jubiläum
Festumzug mit Schmied, Lehrerin und ABV

Michael Dietrich / 28.05.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 28.05.2018, 09:36
Flemsdorf (MOZ)

 

Schmied und Müller, Lehrerin, Imker, Adel und Bauern, Postbote und ABVer – der kleine Ort Flemsdorf erlebte beim Festumzug zur 725-Jahrfeier eine liebevoll gestaltete Zeitreise in die Geschichte. Beim Dorffest ernteten die Macher und mehr als 100 Aktive zu Recht viel Lob.
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Flemsdorf gestaltet Festumzug zur 725-Jahrfeier

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Wie zur Belohnung für die große Mühe, die sich der kleine Ort mit dem historischen Festumzug gegeben hatte, herrschte Kaiserwetter. Bei strahlender Sonne zog die eine Hälfte der Dorfbewohner durch ihren Ort. Die andere Hälfte hatte es sich auf Gartenstühlen am Straßenrand, auf der Kirchenmauer, mit Decken auf der Wiese vor dem Gutshof gemütlich gemacht. Zusammen mit zahlreichen Besuchern aus Nachbarorten winkten und grüßten sie die Umzügler.

Tolle aufgemotzte alte Traktoren der Flemsdorfer Treckerfreunde zogen die Wagen, auf denen eine Schulklasse mit Schülern, Lehrerin und Schultafel oder das volkseigene Gut Criewen mit einem muskelbepackten Schmied und einer feschen Landfrau im Heu dargestellt wurden. Der frühere ABV Gerhard Wulkow zog seine Polizeiuniform noch einmal an, schwang sich auf seine Dienst-Schwalbe und salutierte standesgemäß Polizeihauptmeisterin Silke Müller aus Angermünde, die die Straße für den Umzug absperrte.

Bürgermeister Wilfried Schramm führte eine junge Färse seines Landwirtschaftsbetriebes im Zug, Kindergärtnerinnen schoben Kinder im DDR-typischen Krippenwagen. Ein Landvermesser erinnerte an die Bodenreform, Imker an die 27 Jahre Imkereiausbildung im Ort, der Sportverein Flemsdorfer Haie hatte seinen Wagen in eine Eisfläche verwandelt, die von einem Hai durchstoßen wurde. Der Umzug erinnerte an die Herrrschaft der Gutsherren Greiffenberg und Buch, die ehemalige Mühle, an Dreschpflegel, an die DDR-Zeit mit LPG und VEG, an Milchwirtschaft. Sogar eine Post hatte Flemsdorf einmal, dargestellt vom Ehemann der ehemaligen Postfrau.

Schon am Vorabend konnten mehr als 100 Besucher in der völlig überfüllten Kirche zur feierlichen Eröffnung der Jahrfeier die große Fleißarbeit erahnen, die Kerstin Neumann in die Recherche und inhaltliche Vorbereitung der Umzugsbilder gesteckt hatte. Sie hatte monatelang Flemsdorfer zu Hause besucht und Fotos aus Familienalben und Geschichten gesammelt, eine Ausstellung, einen Vortrag und den Umzug inhaltlich vorbereitet sowie viele der Teilnehmer mit stilechter Kleidung ausgestattet.

Ein Sommerkonzert der aus Schwedt stammenden Sopranistin Antonia Kolonka und Jack Day an der Orgel und  einem geselligen Abend auf dem Kirchhof beschlossen den Freitagabend. Am Sonnabend auf dem Sportplatz sorgten die Traktor-Heuburg, die Fotoausstellung und eine Feuerschow für Aufsehen. Und Wilfried Schramm stellte seinen Betrieb vor, freute sich über den Besuch des Schwedter Bürgermeisters Jürgen Polzehl und des Landtagsabgeordneten Mike Bischoff und hielt dann die wohl kürzeste Eröffnungsrede eines solchen Dorffeste „Ick freu mir!“, rief er laut ins Mikrophon. An den Biertischen wurden dann ausgiebig Neuigkeiten ausgewertet. Die vom Amt, dessen Direktor sich für diesen Tag entschuldigt hatte, und die über die Kirche, für die sich ein Förderverein bilden will. Festgottestdienst und Frühschoppen am Sonntag beschlossen das Fest.

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