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Im Wasserwerk in Pfaffendorf soll künftig eine Ausstellung Platz finden / Gebäude kann zur 600-Jahr-Feier besichtigt werden

Wasserwerk
Heimatverein stellt Pläne vor

Tatjana Littig / 30.05.2018, 07:00 Uhr
Pfaffendorf (MOZ) Das Wasserwerk in Pfaffendorf wurde Ende vergangenen Jahres an den Kultur- und Heimatverein des Ortes übergeben. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung haben Mitglieder des Vereins ihr Konzept für die künftige Nutzung des Gebäudes vorgestellt.

Der Kultur- und Heimatverein Pfaffendorf lässt sich nicht Lumpen. Am 2. Dezember 2014 von 18 Mitgliedern gegründet hat er bereits einiges im Ort auf die Beine gestellt. So wurden in Eigenregie Sitzmöbel gebaut, die im Ort platziert wurden. Über Spenden und aus Eigenmitteln des Vereins wurde eine Nestschaukel für den Spielplatz angeschafft. Aus einer alten Telefonzelle der Telekom ist ein Bücherschrank entstanden, aus dem sich jeder im Ort, der etwas im Gegenzug dafür einstellt, bedienen kann. Seit rund zwei Jahren wird am Programm für die 600-Jahr-Feier am 4. und 5. August gefeilt – inklusive Spendenakquise. Spenden werden auch für ein neues Spielgerät für die Kita „Wirbelwind“ gesammelt. Und das Bus-Wartehäuschen in der Ortsmitte? Es soll gestaltet werden, so plant es der auf inzwischen 26 Mitglieder angewachsene Verein.

Eine weitere Herzensangelegenheit: Das Wasserwerk in Pfaffendorf soll mit Leben gefüllt werden. Ende vergangenen Jahres wurde dem Verein das ortsbildprägende Gebäude durch Bürgermeister Olaf Klempert zur kostenfreie Nutzung als Vereinshaus übergeben. Für die Betriebskosten und kleinere Reparaturen kommt der Verein auf. Auch um die Grünpflege kümmern sich die Mitglieder. Die Eigentümerin des Wasserwerkes bleibt die Gemeinde.

Für dieses Wochenende ist ein Arbeitseinsatz vor Ort geplant. „Das Wasserwerk soll aufgehübscht werden“, teilt Heidi Lehmann, die Vereinsvorsitzende, mit. Das Gebäude soll sauber gemacht und innen überweißt werden. Auch die Gitter vor den Fenstern sollen nach Möglichkeit abmontiert werden. Im Außenbereich ist die Aufstellung von Fahnenmasten vorgesehen. An ihnen sollen Flaggen der Gemeinde Rietz-Neuendorf sowie des Kultur- und Heimatvereins Pfaffendorf befestigt werden. Vielleicht käme auch noch eine Brandenburgische Landesflagge dazu, berichtet Heidi Lehmann.

Auf der Gemeindevertretersitzung im Mai haben die Vereinsvorsitzende sowie ihre beiden Mitstreiter Babett Bielawa und Thomas Janovsky von der Arbeitsgemeinschaft Vereinsgebäude ihre Pläne für das Wasserwerk vorgestellt. So soll das Gebäude in jedem Fall erhalten bleiben und als Heimatstube und Vereinsraum genutzt werden. Im Inneren schwebt den Vereinsmitgliedern eine Ausstellung alter historischer Bilder von Pfaffendorf und des historischen Dorflebens vor. Im Außenbereich soll historische Technik zur Wassergewinnung und für die Landwirtschaft Platz finden. Zudem sei ein Infopoint für Radfahrer und eine Ladestation für Elektrobikes denkbar, führt Babett Bielawa aus.

Damit auch Veranstaltungen in dem barrierefreien Raum stattfinden können, wünschen sich die Vereinsmitglieder einen Anbau in dem Toilette, Hauswirtschaftsraum sowie eine kleine Küchenzeile Platz finden. Realisiert werden soll er auf der der Straße abgewandten Gebäudeseite, im Hof. „Mit wenig Aufwand sind hier Medien zu führen“, informiert Thomas Janovsky. Das Wasserwerk hat einen Durchmesser von sieben Meter. Durch eine Glastür sollen Anbau und Wasserwerk miteinander verbunden werden. „Das ist das Ergebnis unserer Träumerei und kreativen Spinnerei“, sagt Thomas Janovsky.

Eine Kostenschätzung für den Anbau präsentiert der Verein auch. Sie belaufen sich insgesamt auf etwa 120 000 Euro. Davon entfallen rund 63 000 Euro auf die Baukonstruktion, weitere 20 000 Euro auf die technischen Anlagen. Bei der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oderland haben die Vereinsmitglieder bereits vorgefühlt. Eine Förderung des Anbaus mit 75 Prozent sei denkbar. Blieben 25 Prozent – 30 000 Euro –, die der Verein nicht alleine aufbringen könnte.

Und da kommt die Gemeinde ins Spiel. Doch die Gemeindevertreter, die sich zu Wort melden, zeigen sich zögerlich. Es störe sie, dass das Gebäude mit Anbau nicht mehr rund sei, sagt Claudia Schmidt aus Alt Golm. Auch Bürgermeister Olaf Klempert bereitet die Form Bauchschmerzen. Das letzte Wort gesprochen ist noch nicht. Am 4. und 5. August, zur 600-Jahr-Feier, können Bürger das Gebäude besichtigen.

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