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Jubiläum
Mankers Feuerwehr feiert ihre 110-jährige Geschichte

Bereit für die Feierlichkeiten: Der Chronist und ehemalige Wehrleiter Udo Schulz (hinten links) und Einheitsführer Imre Scheuringer (hinten rechts) mit der Jugendfeuerwehr des Ortes.
Bereit für die Feierlichkeiten: Der Chronist und ehemalige Wehrleiter Udo Schulz (hinten links) und Einheitsführer Imre Scheuringer (hinten rechts) mit der Jugendfeuerwehr des Ortes. © Foto: Siegmar Trenkler
Siegmar Trenkler / 10.06.2018, 08:30 Uhr
Manker (MOZ) Mit einem großen Fest wird die Feuerwehr Manker am 16. Juni ihr 110-jähriges Bestehen feiern. Der Ort stellt sich auf hunderte Gäste ein. Denn die Wehr ist gut vernetzt.

17 aktive Mitglieder zählt die Mankeraner Feuerwehr, 19 sind in der Alters- und Ehrenabteilung organisiert und 14 Kinder umfasst die Jugend-Feuerwehr. Seit der Gründung der Einheit vor 110 Jahren haben 219  Menschen in der Wehr für den Brandschutz gesorgt. Eine beachtliche Zahl, wie der ehemalige Wehrleiter und Feuerwehr-Chronist Udo Schulz findet. Er war von 1997 bis 2008 für die Mankeraner Einheit zuständig und ist schon seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr. Seit 2017 sitzt Imre Scheuringer an seiner Stelle, leitet die Geschicke und ist stolz auf seine Truppe. Rund zehn Einsätze pro Jahr leisten die Aktiven. Vor allem ist es technische Hilfe, die ansteht. Echte Brände sind sehr selten. Da neben dem Löschgruppenfahrzeug, das in Manker stationiert ist, auch vom Landkreis ein Gerätewagen für Atemschutzgeräteträger dort steht, rücken die Mankeraner auch aus, wenn besonderer Schutz gefragt ist – wie etwa beim Vorfall mit der ausgelaufenen Salpetersäure auf der Autobahn.

Jeder Zweite im Ort ist auf die eine oder andere Art mit der Feuerwehr verbunden, erklären die Beiden. Und die Arbeit der Brandbekämpfer wäre nicht möglich ohne die Unterstützung der Familien und der Partner. Ein enges Verhältnis gebe es zwischen Kirche, Gemeinde und der Einheit.  Das hat auch historische Gründe.

Schon fünf Jahre nach der Gründung der Einheit wurde das erste Spritzenhaus erbaut. Dieses befand sich zur Hälfte auf Kirchenland. Das Gebäude wird noch heute genutzt, um historische Technik der Einheit zu lagern. Mittlerweile wurde der Grund aber vor zwei Jahren von der Gemeinde Fehrbellin erworben. Bis dahin wurde ein symbolischer Preis gezahlt.  1912 erhielt Manker die erste Motorspritze. „Damit konnte gut gearbeitet werde“, so Schulz. Dennoch sei es damals immer wieder vorgekommen, dass den Wehrleuten auf halber Strecke ein Melder entgegenkam, der mitteilte, dass das betreffende Haus bereits abgebrannt sei. Das lag vor allem an den langen Wegen und daran, dass die Pferde, die zum Transport der Technik benötigt wurden, erst vom Feld geholt werden mussten. Trotzdem sei es schon damals gelungen, dass nicht mehr komplette Gehöfte abbrannte und nebenstehenden Gebäude gerettet werden konnten. 1927 bekam die Wehr dann einen einachsigen Löschwagen von der Luckenwalder Firma Koebe. Die dazugehörige Spritze verschwand in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg. „Den Anhänger haben wir aber wieder so fertiggemacht, dass er vorzeigbar ist, und er wird den Umzug beim Festtag anführen“, erklärt Schulz.

Zu DDR-Zeiten erhielt Manker dann einen B 1000. Das geschah aber nicht ohne Auflagen. Dafür musste die Wehr eine militärische Aufgabe übernehmen: einen Funkmast zu errichten. Neue Aufgaben kamen dann auch in der Nachwendezeit hinzu. Während vorher vor allem Brände für Einsätze sorgten, war die technische Hilfe – also etwa das Freischneiden von Menschen aus Autos nach Unfällen – ein gänzlich neues Gebiet. Friedrich-Wilhelm Kunge leitete als Vorgänger von Schulz die Wehr für 25 Jahre. Nach der Wende war Manker auch eine der ersten Einheiten, die sich am Austausch mit dem Kreis Coesfeld beteiligtne. „Wir sind da hingefahren und  haben danach auch den Leistungsnachweis aus den alten Bundesländern übernommen“, erinnert sich Schulz.

Eine weitere große Veränderung kam Anfang der 2000er-Jahre. Bis dahin hatte die Feuerwehr nur das Fahrzeughaus an der Straße und dahinter eine Baracke für die Menschen. 2001 wurde der Bau eines neuen Feuerwehrgebäudes beantragt, der 2002 genehmigt wurde. Von vornherein war auch dabei die Zusammenarbeit der Gemeinde und der Wehr sichtbar.  Denn in den Anbau sollte zusätzlich die Gemeindeverwaltung einziehen. Heute befinden sich im Haus das  Büro des Einheitsführers, ein Versammlungsraum, eine Umkleide für die Einsatzkräfte, und im ehemals als Jugendclub genutzten und zugleich größten Raum hat auch die Jugend-Feuerwehr einen eigenen festen Platz bekommen.

Diese Erfolgs-Geschichte der Mankeraner soll nun am 16. Juni gefeiert werden. Für den Tag ist allerhand geplant. Los geht es um 10 Uhr mit einer Einsatzübung mit den Nachbarwehren aus Garz, Lüchfeld, Fehrbellin, Protzen/Walchow, Beetz-Sommerfeld und einer Partnerfeuerwehr aus Niedersachsen. Ab 12 Uhr gibt es Wildgulasch aus der Gulaschkanone, für das das Fleisch von Jagdpächtern aus der Umgebung gesponsert wird. Am Stöffiner Weg wird sich für den Umzug gesammelt, der ab 13 Uhr durch den Ort zur Festwiese führen soll. Dort beginnt um 14 Uhr der zweite Teil der Veranstaltung. Ab 15 Uhr wird es Wettkämpfe im Löschangriff geben sowie Spaßwettbewerbe, bei denen Leitergolf, ein Pyramidenspiel und Skilaufen als Disziplinen zur Verfügung stehen. Die Sieger werden gegen 17 Uhr bekanntgegeben. Parallell gibt es einen Trödelmarkt, das Brandmobil des Kreises ist vor Ort, und in einem extra errichteten altertümlichen Dorf kann mit Pfeil und Bogen geschossen und mit Äxten geworfen werden.

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