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Amtsdirektor Karsten Birkholz erinnert an den Gerätehaus-Brand / Feuerwehr Alttrebbin wird 85

Jubiläum
„Nicht jeder hätte es geschafft“

Steffen Göttmann / 19.06.2018, 06:45 Uhr
Alttrebbin (MOZ) In lockerer Atmosphäre ganz ohne Uniformen hat die Alttrebbiner Feuerwehr das 85-jährige Bestehen gefeiert. Karsten Birkholz, Amtsdirektor des Amtes Barnim-Oderbruch, gratulierte am Sonnabendabend und brachte als Präsent eine Urkunde mit.

Von den Anfängen der Alttrebbiner Feuerwehr sei nichts bekannt, sagte Ortswehrführer Henri Mandke, der zugleich Amtsbrandmeister des Amtes Barnim-Oderbruch ist. Wer und unter welchen Bedingung damals zu Einsätzen ausrückte, darüber gibt es keinerlei Unterlagen. Lediglich das Entstehungsjahr ist erwähnt.

„Wir in einer guten Ehe gibt es auch bei einer Feuerwehr gute und weniger gute Zeiten“, sagte der Ortswehrführer in seiner Festansprache. Den Tiefpunkt erlebte die Alttrebbiner Wehr am 20. Januar 2011. Die Notgarage, in dem das Einsatzfahrzeug und Arbeitsmaterialien wie Atemschutzmasken und Zelte lagerten, brannte nieder. Das Fahrzeug, ein LO 
Robur mit LF8-TS, wurde durch das Feuer vernichtet. Der Sachsachaden lag bei 90 000 Euro. Wegen des Brandes war die Feuerwehr nicht mehr existent.

Doch die Feuerwehr ließ sich nicht unterkriegen. Angespront durch den Tiefschlag legten sich die Feuerwehrleute mit den ganzen Dorf, den Nachbargemeinde und Sponsoren ins Zeug. Noch im Oktober des gleichen Jahres wurde einneues Mehrzweckgebäude eröffnet. Und ein Jahr spärter nahm Henri Mandke den Schlüsse für ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSW) entgegen.

„Jetzt haben wir ein kleines, aber feines Gerätehaus“, so der Ortswehrführer. „Wir sollen bei Notfällen immer zu Stelle sein,lassen alles liegen, die Familien haben das Nachsehen“, so Henri Mandke. Die Feuerwerh helfe bei Unfälle, gebe technische Hilfsleistungen und hole auch mal den vergessenen Kochtopf von der heißen Herdplatte. Die Alttrebbiner Wehr zähle derzeit 18 Aktive, vier Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung sowie vier in der Jugendfeuerwehr. Diese ist derzeit dezimiert, weil vier der jungen leute in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten.

„Wir erfüllen eine große gesellschaftliche Aufgabe“, sagte der Ortswehrführer stolz.Warum jedoch die Gemeinde nicht reagiere, obwohl man sich mit ihr in Verbindung gesetzt habe, sei ein „wohlgehütetes Geheimnis“. „So geht man mit Ehrenamt nicht um“, sagte Mandke. Nichtsdestotrotz überbrachte Mario Hirschbein, stellvertretender Bürgermister von Neutrebbin und Gemeindevertreter, am Sonnabend Glückwünsche im Namen der Gesamtgemeinde. Auch Ortsvorsteher Bernd Weber gratulierte der Alttrebbiner Feuerwehr zum Geburtstag.

„Ich sage danke für 85 Jahre tolle Arbeit“, sagte Amtsdirektor Karsten Birkholz ­– das Amt ist Träger des Brandschutzes. Nach dem Brand 2011 habe niemand gedacht, dass sich die Alttrebbiner Wehr jemals von diesem Tiefschlag erholt. „Viele hätten es nicht geschafft“, lobte der Amtsdirektor Darüber hinaus überreichte er eine Ehrenurkunde und 150 Euro.

Zur Geburtstagparty kamen befreundete Feuerwehren aus der ganzen Region und zudem alte Partner aus dem Barnim: die Feuerwehr aus Tempelfelde. Ortswehrführer Heiko Schulz und Löschgruppenführer Axel Wegner überreichten ein selbst hergestelltes Geschenk, eine große Notfallaxt auf einer Spanholzplatte mit Widmung.

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