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Brand- und Katastrophenschutz Oder-Spree sieht sich nach Großbrand in Limsdorf gut gerüstet

Großbrand
Feuertaufe für den Leitwagen

Jörg Kühl / 05.07.2018, 22:00 Uhr - Aktualisiert 06.07.2018, 20:18
Limsdorf/Fürstenwalde (MOZ) Feuerwehr und Katastrophenschutz sehen sich nach dem Großbrand bei Limsdorf auch künftig für Großeinsätze gewappnet. Auch die Alarmierungskette hat funktioniert.

Genau um 13.00 Uhr und 22 Sekunden schlug am Mittwoch die Waldbrandüberwachungskamera „Grubenmühle“, nur 2,2 Kilometer vom Brandursprung entfernt, Alarm. Auch die 16 Kilometer entfernte Kamera „Marienberg“ bemerkte den Rauch automatisch. Eine Kreuzpeilung, die in der Waldbrandzentrale des Landesforstbetriebs in Potsdam am Bildschirm durchgeführt wurde, zeigte innerhalb weniger Minuten auf weniger als 100 Meter genau den Brandort an.

Diese Details teilt Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes Brandenburg, mit. Um das Jahr 2003 herum wurden die ehemals bemannten Waldband-Überwachungstürme in Brandenburg mit Kamerasensoren bestückt, die mit Graustufenmessung arbeiten. Die Technik stammt aus der Weltraumforschung. Nach und nach wurden die Systeme modernisiert. Die Kamera, die den ersten Alarm auslöste, wurde im Jahr 2016 erneuert. „Das System hat bisher gut funktioniert“, so Engel, der die Kameratechnik von Anfang an mit betreut. Ohne die frühe Alarmierung hätte sich der Brand  mit Sicherheit noch weiter ausgedehnt, ist er überzeugt.

Bewährt hat sich auch der Einsatzleitwagen 2, des Brand- und Katastrophenschutzstabs Oder-Spree samt dazugehöriger, speziell ausgebildeter Besatzung. Das Fahrzeug habe seine „Feuertaufe“ bestanden, schätzt der Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz, Torsten Görth, zweideutig ein. Der Wagen verfügt über die Möglichkeit, in digitaler Form Fotos, Echtzeit-Videos und Landkarten auf Bildschirmen anzuzeigen. Auch kann über den mit einer Klimaanlage ausgestatteten Hightech-Wagen der Sprechfunkverkehr koordiniert werden.

„Mit Hilfe dieses Fahrzeugs können Einsätze, wie der in Limsdorf, an Ort und Stelle gemanagt werden“, so der Sachgebietsleiter. Von einer Katastrophe möchte Görth nicht reden. Im Fall Limsdorf habe es sich um einen „Großbrand, der überörtliche Hilfestellung erforderlich machte“, gehandelt. Für Großschadensereignisse und Katastrophen steht dem Landkreis im neu eingerichteten Feuerwehr- und Katastrophentechnischen Zentrum in Fürstenwalde ein Stabsraum zur Verfügung, der in diesem Falle aber nicht benötigt wurde.

In Fürstenwalde werden auch die Schläuche gereinigt. Die Ortswehren bringen die benutzten einfach mit und erhalten umgehend gleichwertiges Material aus dem Schlauchlager. Die Versorgung der rund 160 Einsatzkräfte mit Essen und Getränken hat ebenfalls das Feuerwehr- und Katastrophentechnische Zentrum sichergestellt. Transportiert wurde das Essen von Einheiten des Katastrophenschutzes in Thermobehältern.

Nach Einschätzung des Kreisbrandmeisters Klaus-Peter Schulz hat es sich um den größten Wald- und Flächenbrand in Oder Spree seit mehr als zehn Jahren gehandelt. Der letzte vergleichbare Fall habe sich 2006 bei Ossendorf ereignet. Insgesamt seien bei Limdsorf 80 Hektar Feld, darunter viele bereits abgeerntete Flächen, verbrannt. Größere Schäden hätten sich in den betroffenen 20 Hektar Waldflächen ereignet. Der Kreisbrandmeister appelliert an die Landwirtschaftsbetriebe, bei extremen trocken Perioden mit den entsprechenden Waldbrandwarnstufen mindestens zehn Meter breite Schutzstreifen ins Getreide zu mähen, die ein Übergreifen von Feuer auf benachbarte Bereiche erschweren.

Mit der Alarmierung wurden auch die ersten drei Züge der Brandschutzeinheit Oder-Spree losgeschickt. Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Löschwasser vor Ort habe geklappt, lobt der Kreisbrandmeister. Dabei sei Wasser aus umliegenden Seen, aus Hydranten und aus Brunnen herangezogen worden. Auch Tanklöschfahrzeuge kamen zum Einsatz. Gegen 20 Uhr sei die Lage unter Kontrolle gewesen. Dafür loderten am Donnerstag an verschiedenen Stellen in Brandenburg neue Wald- und Flächenbrände auf.

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