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Wichtiger Verfahrensstand im Bodenordnungsverfahren in Neurüdnitz und Neuküstrinchen erreicht

Neuordnung
Besitzer besichtigen Flurstücke

Blick auf die Karte: Doris Wegner, Ortsvorsteherin von Neurüdnitz, und Mike Westphal vom Verband für Landesentwicklung und Flurneuordnung Brandenburg.
Blick auf die Karte: Doris Wegner, Ortsvorsteherin von Neurüdnitz, und Mike Westphal vom Verband für Landesentwicklung und Flurneuordnung Brandenburg. © Foto: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 08.07.2018, 10:00 Uhr
Neurüdnitz/Neuküstrinchen (MOZ) Das Bodenordnungsverfahren Neurüdnitz-Neuküstrinchen läuft bereits seit dem Jahr 2009. Und ist nun in eine entscheidende Phase getreten: Die Bürger – oder die Gemeinde – bekommen ihr neues Flurstück persönlich zugewiesen und sind ab Herbst in deren Besitz.

Im Vorfeld wurden die Besitzer oder Erbengemeinschaften angeschrieben und eingeladen, das neue Flurstück zu besichtigen. Dafür wurden die neuen Grenzpunkte abgesteckt und konnten nun besichtigt werden. Im Herbst dieses Jahres erfolgt der Besitzübergang der alten zu den neuen Grundstücken. Es wurde dazu die vorläufige Besitzeinweisung mit Überleitungsbestimmungen erlassen. „Diese wird öffentlich in den Amtsblättern bekannt gegeben“, erklärt Ramona Morgenstern, Regionalteamleiterin Bodenordnung im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung.

Am Donnerstagnachmittag fand in Neurüdnitz die 47. Vorstandssitzung zum Bodenordnungsverfahren statt. Im Jahr 2009 wurde der Vorstand gewählt, Vorstandsvorsitzender ist Kurt Müller, der auch Gastgeber war.

„Die letzte Flurneuordnung fand 1875 statt. Seither ist viel passiert“, so der Landwirt zur Begründung. „Manche Wegeflurstücke liegen mitten auf dem Acker, manche Wege sind nicht im Eigentum der Gemeinde“, ergänzt Karsten Birkholz, Amtsdirektor des Amtes Barnim-Oderbruch.. „Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft zur DDR-Zeit wurden neue Wege und Gräben gebaut, die Grundstücks- und Eigentumsverhältnisse aber nicht geändert“, erklärt Ramona Morgenstern die Hintergründe. Dies führte dazu, dass Wege und Gräben über privaten Grund und Boden verlaufen, Flurstücke durch Gräben und Wege zerschnitten wurden. „In der Feldlage wurden Wege überpflügt, ehemalige Wegeflurstücke werden heute als Acker genutzt. Damit sind Flurstücke wegemäßig nicht erschlossen.“

Im seit 2008 eingeleiteten Verfahren, das der Neuordnung des ländlichen Grundbesitzes dient, werden nun Flurstücke zusammengelegt und arrondierte  Bewirtschaftungseinheiten geschaffen. Auch erhält jedes Flurstück eine wegemäßige Erschließung. „Für das Jahr 2020 ist die Bekanntgabe des Bodenordnungsplanes vorgesehen, der die Neuzuteilung der Grundstücke und auch alle rechtlichen Regelungen beinhaltet und die Grundlage für den Eigentumsübergang und die Berichtigung der Grundbücher und des Katasters bilden“, blickt Ramona Morgenstern voraus.

Das Verfahrensgebiet Neurüdnitz-Neuküstrinchen hat eine Größe von 2760 Hektar. Es sind 377 Teilnehmer, also Eigentümer – wobei eine Eigentümergemeinschaft zum Beispiel eine Erbengemeinschaft, ebenfalls als ein Teilnehmer zählt – beteiligt. Das Verfahrensgebiet beinhaltet insgesamt 2789 Flurstücke. Insgesamt konnte ihre Zahl auf 1041 reduziert werden. Für Gräben und Wege wurden separate Flurstücke gebildet.

„Im Vorstand wurde zur Neugestaltung des Verfahrensgebietes beraten und Maßnahmen festgelegt“, berichtet die Teamleiterin Bodenordnung weiter. So wurden sieben Wege mit einer Länge von 11,3 Kilometer – zum Beispiel die Neuglietzener Straße, der 3. Kavelweg oder die Straße Neurüdnitz „Zum Spitz“ – und eine Brücke über die „Stille Oder“ im Verfahren ausgebaut mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Millionen Euro.  „Dafür wurden Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro bewilligt“, so Ramona Morgenstern. „Der erforderliche Eigenanteil von zirka 917 000 Euro wurde durch die Gemeinden und die Teilnehmer des Verfahrens aufgebracht.“

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