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Denkwürdiger Kaffeeklatsch in der Lindenallee - einem Weltkulturerbe-Ort

Super-Leistung
Neubarnim holt sich den Rekord

Ines Weber-Rath / 08.07.2018, 21:02 Uhr - Aktualisiert 08.07.2018, 21:17
Neubarnim (MOZ) Es ist geschafft! Hunderte Neubarnimer und Bewohner umliegender Orte haben am Sonnabend einen neuen Rekord aufgestellt. Entlang der am selben Tag zum Kulturerbe-Ort gekürten Lindenallee deckten sie die bislang längste Kaffeetafel im Oderbruch. Sie war 250 Meter lang.

„Lücke – aussetzen!“ Das rief Christine Reichmuth mehrfach, um das Hochheben der Laufräder zu erwirken. Neulewins Ortsvorsteherin ging am Sonnabend, ab 15.40 Uhr, neben der Jury her, die die Kaffeetafel abschritt,  die im Schatten der Neubarnimer Lindenallee aufgebaut worden war. Schließlich ging es um „ihren“ Rekord: Die bislang längste Kaffeetafel im Oderbruch war vor zwei Jahren auf 197,1 Metern in Neulewin gedeckt worden.

Doch schon an der Einfahrt zum Friedhof war die Tafel 100 Meter lang. „Alle Lücken an den Tischen besetzen!“, rief Neubarnims Ortsvorsteher Ulrich Seifert-Stühr den Gästen des Lindenfestes zu. Seine Neulewiner Amtsschwester wollte nur mit einer Person besetzte Tische nicht durchgehen lassen.

In Höhe des denkmalgeschützten Fachwerkhauses an der Dorfstraße 25 war der Neulewiner Rekord dann eingestellt, die Tafel jedoch noch nicht zu Ende: 250,1 Meter zeigten die beiden Laufräder letztlich an, die Letschins Bürgermeister Michael Böttcher und der Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch, Karsten Birkholz auf der Dorfstraße vor sich her geschoben hatten.

„Hurra, wir haben’s geschafft! Vielen Dank an Sie alle, die uns geholfen haben!“ Mit der Kunde vom Erfolg und der Meterzahl ging Ulrich Seifert-Stühr vom Tafelende zurück in Richtung Ausgangspunkt am Gemeindehaus. Vorbei an den Abordnungen aus allen Letschiner Ortsteilen, aus Oderaue – und auch aus Neulewin. „Die Neubarnimer haben uns damals für unseren Rekord auch unterstützt“, sagt Marianne Soor, die mit Freunden und Nachbarn gekommen ist. Ein paar Tische weiter sitzt Fred Flemming. Der Eberswalder ist per Rad nach Neubarnim gestrampelt, um beim Rekordversuch dabei zu sein.

Im Letschiner Ortsteil Neubarnim ist am Wochenende der bisherige Rekord der Neulewiner gebrochen und eine 250 Meter lange neue längste Kaffeetafel im Oderbruch gedeckt worden
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Neubarnim bricht Kaffeetafel-Rekord

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Während ab 14 Uhr die zumeist in Sammeltransporten per Pkw angereisten Unterstützer  ihre Klapptische und Campingstühle auf der Lindenallee aufbauen, die Tafel dekorieren, Kaffee und Kuchen auftischen, geht zwischen Gemeindehaus und Feuerwehr ein offizieller Akt über die Bühne: Die Lindenallee wird zum 8. Kulturerbe-Ort im Oderbruch gekürt. Tobias Hartmann vom Oderbruch-Museum Altranft überreicht Letschins Bürgermeister Michael Böttcher und Ulrich Seifert-Stühr die Plakette dafür. Sie wird an die Infotafel geschraubt, die Böttcher kurz zuvor mit dem Neubarnimer Gerhard Walter (78) enthüllt hat.

Auf ihr erfährt der Besucher, dass die mit 2,4 Kilometern längste zusammenhängende Lindenallee Brandenburgs – länger als Berlins Allee Unter den Linden, wie Ulrich Seifert-Stühr betont – schon 1858 im Kolonistendorf angelegt wurde. Auf historischen Fotos, die die Neubarnimerin Doris Einhaus zur Verfügung stellte, ist die Allee auf der Tafel zu sehen. Um Lücken in der Allee zu schließen, waren in diesem Jahr 100 junge Linden nachgepflanzt worden, die die Neubarnimer bei der jetzigen Trockenheit wässern müssen.

Nachdem Neubarnims Ortsvorsteher via Mikrofon der kleinen Mia Wiese aus Küstrin-Kietz gratuliert hat, die an ihrem 4. Geburtstag mit ihrer Familie angereist ist, um den Rekordversuch zu unterstützen, ist er selbst an der Reihe: Ortswehrführer Karl-Heinz Rückheim und Stellvertreterin Sylvia Gerhardt überreichen ihm anlässlich seines 70. Geburtstages einen Präsentkorb.

Nachdem er sich bei allen Mitgestaltern des ins traditionelle Lindenfest eingebetteten Rekordversuches – von den Musikern Carl Opolony und Cat with Hat bis zu den Jüngsten aus der Neulewiner Kita – und bei den zahlreichen Sponsoren bedankt hat, reicht Ulrich Seifert-Stühr  Michael Böttcher das Mikrofon. Letschins Bürgermeister wendet sich mit der Aufforderung, in zwei Jahren einen neuen Kaffeetafel-Rekordversuch zu starten, an Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm. Der sichert die Ausrichtung durch eins „seiner“ Dörfer zu. Dann übergeben Neulewins Bürgermeister Horst Wilke und Ortsvorsteherin Christine Reichmuth den Wanderpokal in Tellerform an die neuen Rekordhalter.

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Ulrich Seifert-Stühr 08.07.2018 - 22:17:42

Lindenallee Neubarnim - Kulturerbeort des Oderbruchs

...Weltkulturerbe wäre doch etwa hochgegriffen. Das Oderbruch bewirbt sich 2019 um das "europäische Kulturerbesiegel" und unsere Lindenallee ist als Kulturerbeort des Oderbruchs mit dabei!

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