Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Orgelfahrt
Zerbrechliche Klangfülle

Herr der Pfeifen und Register: Dietmar Hiller erläutert in Bornow die achtstimmige mechanische Schleifladenorgel von Carl Eduard Gesell aus dem Jahre 1890.
Herr der Pfeifen und Register: Dietmar Hiller erläutert in Bornow die achtstimmige mechanische Schleifladenorgel von Carl Eduard Gesell aus dem Jahre 1890. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 09.07.2018, 06:15 Uhr
Bornow „Kirchen zu öffnen, um auf die Kleinode hinzuweisen, die sich in ihnen befinden“, stand am Sonnabend das 13. Mal auf dem Programm des Fördervereins Marienorgel Beeskow. Er führt zugunsten des Orgelbaufonds der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Beeskow Benefizkonzerte durch, zu denen jährlich auch eine „Orgelfahrt“ in das Umland gehört. Diesmal ging es mit Ekkehard Krüger nach Bornow, Tauche und Stremmen. Wie immer hatte der Fördervereinsvorsitzende den Berliner Musikwissenschaftler und Organisten Dietmar Hiller bei sich, der nicht nur Interessantes zur Geschichte und zu den Besonderheiten des jeweiligen Instruments sagen, sondern auch noch der kleinsten, schon fast vergessenen Pfeifenorgel einer Dorfkirche angenehme Klänge entlocken kann.

Ekkehard Krügers Aufgabe besteht bei diesen Konzerten in der Moderation. Er wies darauf hin, dass „immer nur die Kirchen besucht werden können, die noch von der Gemeinde genutzt werden“. Die Auswahl der Kirchen sei also nicht repräsentativ für die Orgellandschaft im Landkreis, die durch Instrumente aus dem 19. Jahrhundert geprägt ist. „Wir haben hier Orgeln, die einen Batzen Geld brauchen, um sie wieder spielbar zu machen, oder eine kleine Spende, um ihren Klang zu verbessern“. Alle diesmal ausgewählten Orgeln sind gut spielbar. Aber sie benötigen regelmäßige Stimmung sowie diverse Pflegearbeiten und kleine Reparaturen, so dass ein Teil der Spenden bei jeder Orgelfahrt zu diesem Zweck der jeweiligen Ortsgemeinde zugute kommt. Langweilig kann es bei der von Ekkehard Krüger organisierten Konzertreihe nicht werden, denn die Orgeln unterscheiden sich nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Registerzusammenstellung und den individuellen Klang.

Dietmar Hiller sucht für jede Orgel die passende Literatur aus. Diesmal stand „Innerschweizer Barockmusik“ im Vordergrund, die hier in Deutschland eher selten zu hören ist. Als hervorragender Improvisator stellte er jedoch wie immer am Anfang die Register einzeln sowie in typischen Kombinationen vor und erläuterte ihren Einsatz im Verlauf des Stückes. Wie immer gehörte auch der Zusammenklang fast aller Register gleichzeitig dazu, um zu demonstrieren, „welche Fülle dieses kleine Orgelchen erreichen kann“. Das erlebten die Besucher diesmal eindrucksvoll nicht nur bei der achtstimmigen mechanischen Schleifladenorgel von Carl Eduard Gesell aus dem Jahre 1890 in Bornow. (el)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG