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Pfaffendorf möchte anlässlich seines 600-jährigen Bestehens am 4. und 5. August eine besondere Dorffeier ausrichten

Jubiläum
Strohpuppen und Rallye zum Fest

Larissa Benz / 26.07.2018, 07:30 Uhr
Pfaffendorf (MOZ) Sein 600-jähriges Bestehen feiert Pfaffendorf am 4. und 5. August.  Die Vorbereitungen zu dem großen Fest laufen schon seit zwei Jahren. Strohpuppen im Dorf weisen Besucher auf die Feier hin.

Ein Ehepaar auf einer Bank. Eine Skatrunde mit Bierflaschen auf dem Tisch. Ein Feuerwehrmann mit Löschschlauch in der Hand. Wer momentan durch Pfaffendorf fährt, hat viel zu gucken. An vielen Häusern lachen einem liebevoll gestaltete Strohpuppen entgegen. Sie wurden von den Bewohnern des Rietz-Neuendorfer Ortsteils selbst gestaltet. Die Puppen sollen auf das anstehende, große Dorfjubiläum am 4. und 5. August hinweisen. Dann feiert Pfaffendorf sein 600-jähriges Bestehen. Zentraler Schauplatz wird der Dorfteich sein, wo die Stände und die meisten der Angebote Platz finden.

Vorbereitet wird das Fest hauptsächlich vom Heimat- und Kulturverein. Vorstand Heidi Lehmann ist mit ihren Mitstreitern in den letzten Zügen. „Die meiste Arbeit kommt noch einmal ein, zwei Tage vor der Feier.“ Schon vor zwei Jahren begann der Verein mit den ersten Vorbereitungen: Den Termin festlegen, erste Sponsoren finden, Bands anfragen. „Die guten Bands sind teilweise schon über ein Jahr vorher ausgebucht“, sagt sie.

Die Einwohner möchten den Anlass auch nutzen, um ihr Dorf zu verschönern. „Ich habe das Gefühl, viele haben ihre Höfe noch einmal extra herausgeputzt“, sagt Heidi Lehmann. Absoluter Hingucker seien aber nach wie vor die Strohpuppen, die viele Pfaffendorfer nach Ostern bei sich aufgestellt haben. Bis zuletzt kamen immer wieder neue Werke dazu. Um die Bewohner zu animieren, hat der Heimatverein dazu einen Wettbewerb ausgerufen. Die Vereinsmitglieder wählen bis zum Dorfjubiläum ihre fünf Favoriten aus, dann können Besucher des Fests über den Sieger abstimmen.

Damit die Feier über ein „normales Dorffest“ hinausgeht, haben die Vereinsmitglieder lange Ideen gesammelt. Kutschfahrten durch den Ort, Bootsfahrten auf dem Dorfteich und Ponyreiten stehen beispielsweise am 4. August auf dem Programm. Bei einem Trödelmarkt mit Händlern bis aus Berlin können die Besucher Schnäppchen machen. Zum Essen bietet ein ortsansässiger Jäger Wildschwein an. Auch die klassische Verpflegung wie Bratwurst und ein Kuchenbuffet gibt es am Dorfteich. „Verhungern muss keiner“, sagt Heidi Lehmann und lacht.

Die Finanzierung, die Heidi Lehmann zunächst etwas Kopfzerbrechen bereitete, ist mittlerweile geklärt: Ein Großteil der Kosten werde von Sponsoren übernommen. „Zuschüsse, etwa vom Landkreis, machen mittlerweile bei solchen Veranstaltungen nur noch einen kleinen Teil aus“, erzählt sie. Das Dorffest soll auch Besuchern von außerhalb die Gelegenheit bieten, Pfaffendorf besser kennenzulernen. Der Rietz-Neuendorfer Ortsteil hat heute circa 350 Einwohner. Im Jahr 1418 wurde er erstmals schriftlich erwähnt, die Wohnsiedlung könnte aber schon älter sein. Der Name leitet sich aus einer alten Sage ab, nach der auf den Höhen rund um Pfaffendorf ein heiliger Hain mit einem verhüllten Götzenbild stand. Bei feierlichen Gelegenheiten wurde das Bild vom Oberpriester, dem Pfaffen, enthüllt.

Auf diesen Spuren der Dorfchronik können Besucher beim Fest Anfang August wandeln. Sonnabend gibt es eine Stempeljagd durch den Ort, bei dem verschiedene historische Stationen, wie etwa die Mühle, abgelaufen werden. Dort erfahren Neugierige mehr über die jeweilige Geschichte. Heidi Lehmann hofft, dass auch ehemalige Dorfbewohner, die mittlerweile etwa in Berlin wohnen, zur Jubiläumsfeier kommen.

Neben dem bunten Teil freut sich die Mitorganisatorin vor allem auf den Gottesdienst am Sonntag beim Dorfteich: „Wenn das Wetter passt, ist das einmalig“, sagt die 35-Jährige.

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