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Schlepper- und Landmaschinen
Dieselrösser treffen auf Bulldog

Erhard Herrmann / 26.07.2018, 11:10 Uhr - Aktualisiert 01.08.2018, 13:46
Ragösen (MOZ) Man hört es schon von Weitem: das typische und laute ‚Tok-tok-tok’ eines Lanz Bulldog. Wenn es  dazu noch knattert, rattert und der typische Geruch von alten Dieselmotoren oder einem Öl- Spritgemisch durch die Feldstraße in Ragösen weht, ist Treckertreffen.

Alle zwei Jahre wird das kleine Dorf zum Mekka der Schlepper- und Landmaschinenfreunde. Etwa einhundert Trecker, dazu Schlepper und motorisierte Arbeitsgeräte fuhren in der Parade durch den Ort zum Sammelpunkt. Da wurde am Wegesrand fotografiert, gewinkt, das ganze Dorf machte mit. Denn schließlich sieht man so viele schwere Landmaschinen im Korso nicht allzu oft.

Alte DDR- und Russentrecker, Fortschritt, ZT, Belarus Lanz, Hanomag, Porsche, MAN und Deutz versetzten die Fans dieser Fahrzeuge ins Schwärmen und Plaudern. „Der fährt noch in den Wald Holz holen“, rief ein Besitzer eines uralten Gefährtes den Zuschauern zu. Kein Einzelfall, manche dieser unverwüstlichen Geräte sind auch noch auf den Äckern und Wäldern der Besitzer im Einsatz und leisten wertvolle Arbeit. Für die Masse der Teilnehmer ist es aber ein Hobby. Mit dem sie sich als Erwachsener einen Jugendtraum erfüllten – dem Treckerfahren.

„Wie viele Stunden Wartung auf eine Einsatzstunde kommen, kann ich gar nicht sagen. Zu Schrauben gibt es eigentlich immer etwas“, erklärte Lars Habedank. Und das macht für die Liebhaber der Landmaschinen mindestens ebenso den Reiz aus wie das Fahren. Lars Habedank, Besitzer eines Lanz Bulldogs Baujahr 1939, erklärte den Startvorgang. „Das Anwerfen ist schon ein Kraftakt und dauert. Die Flamme einer Lötlampe erhitzte den Glühkopf des Motors. Erst wenn dieser richtig leuchtet, kann der Motor mit dem Schwungrad, dem abnehmbaren Lenkrad angeworfen werden.“ 1921 kam H. Lanz als erstes Unternehmen der Welt mit einem Rohölschlepper auf den Markt, dem legendären „Lanz-Bulldog“. Den kuriosen Namen bekam er durch die Ähnlichkeit mit dem Gesicht einer Bulldogge. Ob groß oder klein, restauriert, im ursprünglichen Zustand oder gar der Marke Eigenbau wie von den Treckerfreunden aus Golzow, alle waren in Ragösen willkommen. Auch die Schönheiten unter den Traktoren. Stolz präsentiert Karl-Heinz Knie seinen Porsche-Schlepper, Baujahr 1959. Die meist in auffälligem Rot lackierten Traktoren mit ihrer schnittigen und formvollendeten Gestaltung der Motorhaube waren gegenüber der damals noch verbreiteten eckigen Bauweise der Mitbewerber, geradezu avantgardistisch. Heute mehr denn je begehrt. Ein Lob aller Teilnehmer ging an die Veranstalter die Schlepperfreunde Ragösen. Sie hatten alles bestens organisiert. Für die Experten gab es Raritäten zu sehen, für das „normale“ Publikum jede Menge Unterhaltung auf dem Festplatz.

Erfolgreich ist das Schlepper- und Landmaschinentreffen in Ragösen auch deshalb, weil es nur alle zwei Jahre stattfindet. Die Macher setzten auf mehr Qualität statt Quantität. Der Erfolg mit den steigenden Teilnehmerzahlen gibt ihnen Recht.

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