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Dorffest
Stempeltour zum großen Jubiläum

Ruth Buder / 05.08.2018, 19:42 Uhr
Pfaffendorf Zwei Jahre lang haben die Mitglieder des Pfaffendorfer Heimatvereins das 600-jährige Jubiläum des Dorfes vorbereitet. Die Mühe hat sich gelohnt: Am Wochenende wurde ein wunderschönes Fest mit vielen tollen Ideen gefei-ert.

Wer wollte, konnte stempeln gehen. Damit nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch der Geist strapaziert wird, haben sich die Akteure eine Stempeljagd zur Erkundung Pfaffendorfs einfallen lassen. An zehn Standorten mit prägenden Gebäuden, zum Beispiel die alte Gendarmerie, die alte Molkerei, das Wasserwerk oder das Gasthaus zur Post, waren Info-Tafeln aufgestellt. Wer sich überall einen Stempel abholte, wurde am Abend belohnt.

Pfaffendorf ist eigentlich schon älter als 600 Jahre, aber 1418 sei es zum ersten Mal im Meißener Bistumsmatrikel urkundlich erwähnt worden, erklärt Wilfried Witzke, Mitglied im Heimatverein. Der 68-Jährige hat sich intensiv mit der Geschichte vertraut gemacht und einen Kalender mit Einst- und Jetzt-Fotos zum Jubiläum erarbeitet. Auf dem Titelplatt prangen die Konterfeis der beiden ältesten Pfaffendorfer Michael (95) und Gertrud (94) Knapp.

Wie auch andere Vereinsmitglieder trägt Wilfried Witzke zum Fest ein historisches Kostüm und begleitet die Kutschfahrten durch den Ort. Rund um den Lamitscher Dorfteich können sich die Gäste an den zahlreichen Versorgungsständen und im geschmückten Zelt vergnügen. Die gesamte Dekoration für die Decke und die Tische haben die Kinder der Kita „Wirbelwind“ gebastelt „Sehr, sehr schön“, freut sich Heidi Lehmann, die Vereinsvorsitzende. Sie ist überhaupt glücklich, dass das ganze Dorf an den Vorbereitungen mitgewirkt hat. Das spürt der Besucher sofort, denn alle Grundstücke zeigen sich picobello aufgeräumt und gepflegt.

Im großen Festzelt, in dem eine große goldene 600 prangt, hat Knut Lehmann das Sagen. Der Mann, der sich als „Edelmann“ verkleidet hat, ist der Moderator und führt die Gäste durchs Programm. „Ich hatte vor 30 Jahren mal eine Ausbildung als Diskotheker. Das kommt mir heute zu Gute“, sagt der selbstständige Handwerker.

Rund um den Teich postieren sich der Anglerverein, der unter anderem Bootsfahrten anbietet, die Alttechnikfreunde mit etwa 40 Fahrzeugen und die örtliche Feuerwehr, die das Fest mit einem großen Banner „Dein Platz ist noch frei“ zur Werbung nutzt. „Wir haben noch keine Jugendfeuerwehr, aber im Januar wollen wir eine gründen“, sagt Mike Schneidemesser, Chef von 38 Feuerwehrleuten. Auch die Agrargenossenschaft ist präsent. „Die ersten, die hier an dieser Stelle gesiedelt haben, waren ja Landwirte. Das Dorf ist durch die Landwirtschaft entstanden“, sieht sich Vorsitzender Alexander Wulff als Erbe seiner Vorfahren. Interessierte erfahren alles über die Pflanzen, die die Genossenschaft anbaut, Mais, Hafer, Roggen und Sonnenblumen. „Wir verkaufen auch Futter, Stroh und Heu.“

Bei dem Beeskower Karikaturisten Bernhard Ast lassen sich Professor Horst Koch (ehemaliger Chefarzt im Krankenhaus Beeskow) und seine Frau Katharina zwei Hasen malen, um die Sammlung in ihrem „Hasenhaus“ zu vervollständigen. Kochs sind vor 20 Jahren nach Pfaffendorf gezogen. „Wir haben etwa fünf Jahre gebraucht, um uns einzugewöhnen und akzeptiert zu werden. Das ist in Brandenburg eigentlich eine kurze Zeit“, lacht Koch. „Und seitdem es den Heimatverein gibt, ist hier richtig was los.“

Feierlich wurde es, als am Sonnabend um 14.18 Uhr die Kirchenglocken läuteten. Nur das Feuerwerk musste ausfallen. „Ich hätte es gern gesponsert“, sagt Ortsbürgermeister Jürgen Wulff, „aber es wurde wegen der Brandgefahr verboten.“ Das Fest war trotzdem schön – und getanzt wurde mit „Centric“ bis in die Nacht.

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