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Da kamen die Mitglieder der Feuerwehr-Mannschaften kräftig ins Schwitzen.

Feuerwehr
Wettkampf in der Mittagshitze

Uwe Spranger / 06.08.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 06.08.2018, 10:51
Ihlow (MOZ) Beim 9. Ackerpokal wurde den Feuerwehrsportlern einiges abverlangt. Sowohl mit der eigenen als auch mit der bereitgestellten Pumpe setzte sich unter zehn bzw. zwölf Mannschaften das Team aus Genschmar durch. Bei den Frauen waren die Groß Muckrowerinnen die einzigen.

„Hut ab“, befand Oberbarnims Bürgermeister Lothar Arndt bereits vor Beginn des Wettkampfs. Denn schon dem, der nur in der Sonne stehen musste, lief der Schweiß ganz ordentlich. Und die Frauen und Männer, die in Ihlow an den Start gingen, mussten ja noch rennen – mit langen Hosen, Helm und „Gepäck“ wie Schläuchen, Kupplung oder Spritze. Zudem gab es Verzögerungen durch spätes Eintreffen einzelner Teams und kleine Probleme mit der Energieversorgung der Computertechnik. Und dann wollten natürlich auch noch die Knirpse von der Ihlower Jugendfeuerwehr zeigen, was sie schon drauf haben. Die Kleineren von ihnen mussten lange auf Wasser an der Spritze warten, weil der Maschinist die Pumpe erst mit viel Mühe zum Laufen bekam. Vielleicht hat ihn etwas getröstet, dass dies nachher auch bei Aktiven passierte. Letztlich ging alles jedenfalls eine knappe Stunde später los als geplant, um 12.20 Uhr, und damit fast zur größten Mittagshitze.

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Feuerwehrsport in der Mittagshitze

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„Früh anfangen können wir nicht, weil viele von weiter her anreisen, und die Bahn verkürzen geht auch nicht“, erklärte Sebastian Wiese von den Gastgebern. So blieben T-Shirt statt Jacke und Turnschuhe die einzigen Erleichterungen für die Aktiven. Mancher nutzte denn auch zwischendurch den großen Bottich zum Abkühlen. „Und wir panschen ja auch ordentlich mit Wasser“, spielte Wiese auf die Männer an, die die dicken Saugschläuche mit Schwung in die Tröge versenken und deren Arme oft bis zur Schulter mit im Bottich sind.

Wiese war indes ein bisschen traurig, dass es bei den Frauen nur ein Team wissen wollte. Und hatte bei den Männern etwas Mühe mit dem Sortieren der Paarungen, weil sich mehrere Mannschaften durch verletzungs- oder urlaubsbedingte Absagen noch Leute aus anderen borgen mussten. Bei Genschmar waren in der ersten Mannschaft auch „Oldies“ mit von der Partie, die nicht regelmäßig bei Wettkämpfen dabei sind, sondern nur „nach Lust und Laune“, wie ein Oderbrücher erklärte. Die olympia- oder WM-gestählten Sportler gingen hingegen als Team II auf die Bahn. Sie zählten zu den Favoriten und wurden dem auch gerecht. „Eigentlich sind aber alles Favoriten hier. Die, die nicht so gut sind, kommen dann oft doch nicht“, erklärte Sebastian Wiese. „Nur wir sind keine Favoriten, und dieses Jahr schon gar nicht“, spielte der Wehrführer auf Besetzungsprobleme auch bei seiner Truppe an.

9. Ihlower Ackerpokal mit insgesamt 13 Mannschaften
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Ackerpokal 2018

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Zum ersten Mal in Ihlow dabei war eine Mannschaft aus Erkner. „Wir würden gern vorn mitmischen, aber dabei sein ist alles“, erklärte Michael Neef. Mit Platz zwölf passte am Ende eher der olympische Gedanke. Die Randberliner mussten allerdings auch lange auf ihren Start warten. Denn sie traten nicht im Brandenburger Vier-Bahnen-Pokal mit eigenen TS-8-Tragkraftspritzen nach DDR-Bauart an, sondern im eigentlichen Ackerpokal mit bereitgestellter ZL 1500-Pumpe. „Wir haben zwar auch eine TS 8, aber die ist noch original. Die hier sind ja alle getunt. Das hört man schon am Klang“, sagte der Erkneraner. Bei manchen gehe die Bastelei sogar so weit, dass die Sportler mit dem Rennen nicht mehr schnell genug sind, war zu hören.

Die technischen Kniffe waren den nicht mit den Aktiven verbandelten Zuschauern relativ egal. Zum Beispiel Familie Halbmeier, jetzt in Müncheberg zu Hause. „Wir sind gern und oft in Ihlow“, erzählten die Senioren. Und weil er einst auch bei der Feuerwehr war, hatte es sie nun zum Ackerpokal gezogen. „Auf dem Weg haben wir noch einen Einsatz mit Drehleiter in Müncheberg gesehen“, berichteten sie. „Aber wahrscheinlich eine Übung, denn es gab keine Sirene und kein Blaulicht.“

Bis zur Siegerehrung hielten die beiden indes dann doch nicht aus, auch wenn sie unter einem Zeltdach nah am Startbereich und bei leichtem Wind einen idealen Platz zum Zuschauen gefunden hatten.

Ergebnisse:Vier-Bahnen-Pokal: 1. Genschmar  II, 2. Groß Muckrow, 3. Stücken, 4. Willmersdorf-Stöbritz, 5. Günthersdorf, 6. Zeschdorf, 7. Groß Neuendorf, 8. Libbenichen, 9. Ihlow, 10. Genschmar I; Ackerpokal: 1. Genschmar II, 2. Groß Muckrow, 3. Stücken, 4. Günthersdorf, 5. Libbenichen, 6. Zeschdorf, 7. Ihlow, 8. Genschmar I, 9. Zechin, 10. Groß Neuendorf, 11. Ortwig, 12. Erkner

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