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Obsternte läuft auf Hochtouren / Elisenauer Betrieb vermeldet Ausfälle bei Erdbeeren und Heidelbeeren

Obsternte
Rote Bäckchen machen gesund

Andrea Linne / 31.08.2018, 19:59 Uhr
Elisenau (MOZ) Zehn Äpfel am Tag schafft der 34-Jährige locker, erzählt er, und lacht dabei. Auf 25 Hektar betreibt die Pomona Gartenbau GmbH Obstbau, jetzt sind die Äpfel, Birnen und Pflaumen dran. Voll hängen die Bäume, leider auch in den Klein- und Hausgärten der Region. „Aber bisher spüren wir das kaum, die Leute kommen dennoch zum Pflücken. Nur, dass wir zu früh dran sind, hat mancher noch nicht gemerkt“, schätzt der junge Mann ein.

Mit den Gummistiefeln stapft er durch die langen Reihen, greift mal zu einem Zweig oder zu einem Apfel und schaut sich genau an, was ab Herbst an Arbeiten ansteht. Wenn die Ernte im Oktober über die Bühne gegangen ist, muss gerodet, beschnitten und neu gepflanzt werden. Einige Bäume sind von Pilzerkrankungen gezeichnet, die müssen raus. „Dagegen kann man kaum etwas machen. In diesem Jahr geht es sogar, weil es trocken war“, so seine kurze Analyse.

Die gute Ernte bei den Gehölzen in diesem Jahr lassen die Elisenauer Obstbauern aufatmen. Im Vorjahr war die Ernte sehr schlecht. Bei Erdbeeren und Heidelbeeren gab es auch in diesem Jahr etwa ein Drittel Ausfälle, wie Geschäftsführer Reiner Matthes berichtet. Der zweite Betriebsteil, die Matthes GbR aus Blumberg mit dem Ackerbau, kann nichts Gutes vermelden. Getreide und Mais fallen zu mehr als 30 Prozent aus. Jetzt wird Raps gedrillt. „Es ist ein Pokerspiel“, sagt Matthes. „Wir legen die Körner in den trockenen Boden. Wenn es nicht in den nächsten 15 Tagen regnet, dann haben wir das umsonst gemacht, dann geht der Schaden schon ins nächste Jahr“, macht der Landwirt klar. Auf 1800 Hektar betreibt der Blumberger Betrieb Ackerbau. Da hilft die gute Obsternte nicht viel.

Dennoch sind alle froh, dass die Bäume voller Äpfel und Birnen hängen. 21 Sorten Äpfel, elf Birnen- und ebenso viele Pflaumensorten finden die Pflücker in Elisenau. Wie die 77-jährige Helga Dominiczak und ihr 82-jähriger Partner Dieter Skladny. „Er ist die Naschkatze von uns“, sagt die Marzahnerin und lacht: „Wir pflücken nur zum Essen. Frische Äpfel, was gibt es Besseres?“

Das weißt auch Obstbauer Martin Nagel. „Äpfel sind sehr gesund. Sie enthalten Antioxidantien in der Schale, die uns vor Krankheiten schützen und die Hautalterung verlangsamen, und in den roten Farbstoffen Anthocyane. Das sind Radikalenfänger“, erläutert der Produktionsleiter. Seit fünf Jahren arbeitet er für die Pomona Gartenbau GmbH. Es macht ihm viel Spaß, auch wenn der Zeitaufwand im Sommer sehr groß ist. „Dafür wird es im Winter ruhiger“, freut sich Nagel. Dann macht er auch mal ein paar Wochen gar nichts.

Das Obst isst er selbst je nach Saison. „Alles hat seine Zeit“, gibt sich der Obstbauer philosophisch. Allerdings könnten die Nächte gut unter zehn Grad fallen, das wäre optimal. „Dann kommt auch die Farbe auf die Bäckchen, wenn es am Tage weiter sonnig ist“, erläutert der Fachmann. Während am Tage die Bäume kräftig in die Photosynthese powern, können sie nachts ihre Energie in die Farbe stecken. Dann leuchten sie schön rot.

Die Selbstpflücke in Elisenau öffnet täglich von 9 bis 18 Uhr.

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