Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Veranstaltung
Wiedersehen mit vielen Ehemaligen

Ruth Buder / 03.09.2018, 08:00 Uhr
Klein Briesen (MOZ) Das 500-jährige Bestehen ihres Dorfes feierten am Sonnabend die Klein Briesener mit vielen Gästen aus Nah und Fern. Begrüßt wurden sie mit Blasmusik von der Puhl-Combo auf dem legendären Wilhelmplatz.

Wilhelmplatz deswegen, weil der ehemalige Bürgermeister Wilhelm Schnabel in den 1970er Jahren den Platz am Friedhof außerhalb des Dorfes hat ebnen lassen. Und zwar mit dem beim Straßenbau zwischen Klein Briesen und Weichensdorf angefallenen Sand. Zu Anfang hatte der Platz sogar ein Planschbecken, genutzt von den Kindern und der Feuerwehr. Interessantes aus der Geschichte konnten sich die Festbesucher in einer Ausstellung ansehen - Auszüge aus Chroniken, alte Fotos und Zeitungsartikel. Klein Briesen hatte einst eine Post, einen Konsum, eine „Aufkaufstelle für Eier und Geflügel“, landwirtschaftliche Betriebe und eine Schmiede.

Was die Einwohnerzahl betrifft, befindet sich Klein Briesen mit derzeit rund 60 Bewohnern auf einem historischen Tiefpunkt. 1946, zum Ende des Zweiten Weltkrieges, lebten hier die meisten Menschen, die das Dorf je gesehen hatte. Weil viele Flüchtlinge bei den Bauern einquartiert wurden, war die Zahl auf 180 Einwohner angewachsen.  „Aber wir haben jetzt wieder relativ viele Kinder, etwa 15 zwischen Null und zehn Jahren“, ist Maik Neumann optimistisch. Der 34-Jährige hat selbst zwei Kinder und in Klein Briesen mit seiner Frau Karolin ein Haus gebaut hat. Das Ehepaar und Anja Eichberg haben auch die Ausstellung erarbeitet. Es waren die jungen Dorfbewohner, die das Jubiläum organisiert und gestaltet haben. „Es sollte auch gleichzeitig ein Dankeschön an unsere Elterngeneration sein“, betont Maik Neumann, der es in Klein Briesen gemütlich findet und das gute Miteinander lobt. Davon spricht auch Helga Bullack. Die 79-Jährige ist in Klein Briesen geboren und froh, dass sie mit Haus und Hof ihr eigenes Reich hat.

Jutta Helm aus Schwedt gehört zu den Festgästen, die am weitesten reisen mussten. „Ich bin hier bei meiner Tante Else Feind aufgewachsen, da meine Mutter sehr früh verstorben ist. Wir hatten eine wunderbare Kindheit, die Straße und Wiesen gehörten uns, wir wussten, wo man die süßesten Kirschen klauen konnte.“ Jutta Helm, die studierte Bibliothekarin, hat auch hier geheiratet: „Damals war das ganze Dorf dabei.“ Viele von damals gibt es nicht mehr, umso größer war die Freude, alte Bekannte zu treffen, Geschichten zu hören und zu erzählen. Dabei den leckeren selbstgebackenen Kuchen, frisch geräucherte Forellen oder gebackenes Schwein zu essen oder ein Bier oder einen Wein zu trinken.

Am späten Nachmittag kamen weitere Überraschungsgäste mit einer Geburtstagstorte: Groß und Klein Briesener aus Potsdam-Mittelmark. Die Namensgleichheit hat die Feuerwehrleute vor 14 Jahren zusammengeführt. „Es war von Anfang an Liebe auf den ersten Blick“, lacht Ortsvorsteher Reiner Spiesecke aus dem anderen Klein Briesen. „Und nächstes Jahr fahren wir zur 600 Jahr Feier zu unseren Freunde nach Potsdam-Mittelmark“, ist sich Erhard Kussatz sicher, der die Kontakte mit auf den Weg gebracht hat. Die Jüngsten konnten sich bei dem Fest auf der Hüpfburg vergnügen, Nägel klopfen oder kegeln. Und einige ließen sich auch gern mit Gerhard Boß und Helga Ammer, die seit 2009 in Klein Briesen wohnen, zu einer Rundfahrt durchs Dorf einladen – der Hänger wurde gezogen von einem Traktor Porsche Diesel, Baujahr 1959. „Der leistet noch gute Dienste beim Holz holen“, berichtet Helga Ammer. Ausgedient hat dagegen die alte Dreschmaschine, die mindestens 80 Jahre auf dem Buckel hat. Als Erhard Kussatz sie während der kleinen Technikschau vorführen wollte, riss der Riemen. Alles hat eben seine Zeit.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG