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Ernte
273 Fußballfelder voll mit Äpfeln

Kräftig zugebissen: Minister Jörg Vogelsänger und Oberbürgermeister René Wilke kosteten am Montag die Äpfel der Sorte Gala. Die Eröffnung der Apfelernte fand auf dem Hof des Frankfurter Obstbauern Christian Dohrmann statt.
Kräftig zugebissen: Minister Jörg Vogelsänger und Oberbürgermeister René Wilke kosteten am Montag die Äpfel der Sorte Gala. Die Eröffnung der Apfelernte fand auf dem Hof des Frankfurter Obstbauern Christian Dohrmann statt. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 04.09.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 04.09.2018, 08:30
Lichtenberg (MOZ) In Frankfurt fand am Montag die offizielleEröffnung der Brandenburger Apfelernte statt. Zu Gast waren neben Obstbauern und Oberbürgermeister René Wilke (Linke) auch der brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Auf der Plantage des Frankfurters Christian Dohrmann zwischen Lichtenberg und Hohenwalde pflückten sie die ersten Äpfel der Saison. Leuchtend rot hingen die Früchte der Marke Gala an den Bäumen der modernen Apfelplantage. „Es wird eine gute Ernte“, erklärte Obstbauer Christian Dohrnann. Aber auch nur, weil er die kompletten 13 Hektar, auf denen Apfelbäume wachsen, bewässern kann.

Einen großen Wasserstrahl gibt es jedoch auch im trockensten Sommer hier nicht zu sehen. Tröpfchenbewässerung heißt das Zauberwort, das einerseits bis zu zwei Drittel Wasser gegenüber herkömmlichen Bewässerungsmethoden spart, aber dennoch für einen guten Ertrag sorgt. Einige Äpfel hätten trotzdem Sonnenbrand bekommen, so der Obstbauer.

„Das Russland-Embargo ist weiterhin schwierig für die Obstbauern“, sagte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. So kommen vermehrt polnische Äpfel auf den deutschen Markt. Jedoch sind die durchschnittlich 9 Kilo Äpfel, die ein Deutscher im Durchschnitt pro Jahr isst, durchaus ausbaufähig, findet er. „Das könnten ruhig 15 Kilo sein“, so sein Wunsch.

Sicherlich würde das auch Steffen Aurich als Chef der Vermarktungsgenossenschaft der Markendorfer Obstbauern freuen. An die Adresse der Politik mahnte er, zu überlegen, was man von dieser Seite noch für die Produktion tun könnte. So fordert er europaweit gleiche Standards und gleiche Unterstützungen der Obstbauern.

In Markendorf werden auf 195 Hektar Äpfel angebaut. Das entspricht etwa 273 Fußballfeldern. Dazu kommen 35 Hektar Pflaumen und 90 Hektar Kirschen. Auch Oberbürgermeister René Wilke merkte an, dass der Obstanbau wichtig für Frankfurt sei. „Als Stadt sind wir dabei, die Marktsatzung zu überarbeiten, um so einige Hürden, die in den letzten Jahren entstanden sind, wieder abzubauen und die Direktvermarktung der Obstbauern etwas zu erleichtern“.

Eines wissen die Obstbauern jedoch noch nicht: wie sich die Preise entwickeln. Es ist schon jetzt so, dass Fallobst von einigen Obstbauern nicht mehr aufgesammelt und verwertet wird, weil es sich nicht lohnt, erklärte Steffen Aurich. „Ob ein Jahr gut war oder nicht, kann man wirklich erst im Dezember sagen“, merkte Obstbauer Raik Neumann aus Frankfurt-West an, der auch beim Erntestart dabei war.

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