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17. Münchehofer Reit- und Springturnier

Reiten
Gelungenes Schaufenster des Pferdesports

Udo Plate / 11.09.2018, 11:18 Uhr
Münchehofe (MOZ) Was für ein Turnier: Beim 17. Münchehofer Reit- und Springturnier standen mit 44 außergewöhnlich viele Prüfungen an. Dass es im Trubel einer dreitägigen Großveranstaltung auch mal aufgeregt zuging, sagt dennoch einiges über die Vitalität des Turnier-Riesen aus.

„Ich glaube, wir haben einen guten Job gemacht“, meinte ein sichtlich zufriedener Carsten Börner, Turnierleiter und Reiter aus Leidenschaft. Anerkennende Worte gab es für die Veranstalter vom Ländlichen Reitverein Münchehofe zuhauf. So bemühte sich Erik Schubert, seines Zeichens Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Märkisch-Oderland und Klubchef des PSV Oderland  aus Gorgast, beispielsweise einen drastischen Vergleich. Die Reitsportveranstaltung sei in puncto Organisation, Qualität und Stimmung kaum noch zu toppen, so seine Worte. Da sich sein Pferd Charlott fürs Wochenende krank gemeldet hatte, konnte der Gorgaster sich ganz auf die Aufgabe als Equipechef seiner Schützlinge aus dem Oderbruch konzentrieren.

Börner indes wusste gleichwohl: Auch wenn er und seine Helfer es Jahr für Jahr nicht allen recht machen können, so wurden auch diesmal zum Turnier die unzähligen Stellschrauben mit sehr viel Feingefühl gestellt, um die Veranstaltung weiterhin als Schaufenster des Pferdesports präsentieren zu können.

Auch sportlich passten die Leistungen in den guten Gesamteindruck. Das lag nicht allein an der Glanzleistung des Organisationsteams. Vielmehr präsentierten sich bereits am Freitag die anwesenden jungen Reiter und Pferde auf einem erfreulich guten Niveau. Das hatte auch die vor Ort weilende Doppelspitze des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg mit Verbandspräsident Peter Krause und sein Vize, der Neutrebbiner Gerhard Mielenz beobachtet. „Auch der Reitsport unterliegt in der heutigen Zeit Wandlungen, die Ansprüche sind mittlerweile doch sehr hoch“, sagten beide Funktionäre unisono. „Doch Vorsicht vor Übertreibungen und Superlativen. Die Gefahr, dass Überschwang und emotionale Begeisterung zu tatsächlich übertriebenen Wertungen führen ist eher groß. Aber das, was Carsten Börner und seine Münchehofer aus dem Boden gestampft haben, hat allemal verdient, in hohen Tönen gelobt zu werden“, so Gerhard Mielenz. „Nicht von ungefähr gibt diesmal in Münchehofe dermaßen zahlreiche Finals wie zum Beispiel die abschließenden Wettbewerbe um den Ludger-Beerbaum-Cup oder Gestüt Horstfelde Senior-Cup“, so Mielenz im Nachsatz.

Den Großen Preis von Münchehofe, ein S*-Springen mit Siegerrunde heimste mit Benjanim Wulschner vom Kastanienhof Cramon ein Reiter mit großem Namen ein. Sein Vater ist niemand geringerer als der internationale Springreiter und Hamburger Derby-Sieger Holger Wulschner, der seine ersten Meriten noch im Oderbruch, exakter beim RFV Wustrow, erritt. Da scheint der Apfel im wahrsten Sinn des Wortes nicht weit vom Stamm gefallen zu sein, zumal Wulschner Junior mit Quidditsch nicht nur den Großen Preis gewann.

Emotional wurde es dann am Sonntag. Carsten Börner ließ es sich nicht nehmen, einen langjährigen Weggefährten persönlich zu verabschieden. Wolfgang Meyer sagte mit 79 Lenzen leise Servus. Seit mehr als 40 Jahren ist die Parcoursbauer-Ikone aus Diehlo bei Eisenhüttenstadt international im Geschäft. In den vergangenen Jahrzehnten verrichtete Meyer stets souverän seine Werke auf den Reitplätzen der Welt. „Wir hätten dich noch gern länger dabei gehabt – aber du hast wie immer die richtige Entscheidung getroffen“, verabschiedete Börner den einzigen international zugelassenen Parcoursbauer der einstigen DDR.

Der Diehloer Meyer war bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen aktiv, wie auch in den Aachener Parcours. Meyer hatte seinerzeit Kataloge aus dem damaligen Westdeutschland in die DDR mitgehen lassen. Frankfurter Tischler haben die Hindernisse dann für ihn nachgebaut.

Für Wolfgang Meyer, der alle Auszeichnungen, die in Reiterkreisen möglich sind, sein Eigen nennt, war Münchehofe die letzte Station seiner diesjährigen Abschiedstournee.

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