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Senftenhütterin feiert den hohen Geburtstag in ihrem Geburtshaus

Älteste Oberbarnimerin
Trudchen Spann wird 106

Glückliche Geburtstagsrunde zum 106: Um Trudchen Spann haben sich die Töchter Edith Ludwig (l.) und Brunhilde Keil (r.), Enkeltochter Kati Ludwig und Urenkelin Ann-Kathrin (10) versammelt.
Glückliche Geburtstagsrunde zum 106: Um Trudchen Spann haben sich die Töchter Edith Ludwig (l.) und Brunhilde Keil (r.), Enkeltochter Kati Ludwig und Urenkelin Ann-Kathrin (10) versammelt. © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 01.10.2018, 06:15 Uhr
Senftenhütte „Mein Jahrhundert“ lautet der Titel eines Günter-Grass-Werkes, das in hundert Erzählungen einen Rückblick auf das 20. Jahrhundert eröffnet. Erzählt wird aus der Sicht von Menschen aus allen Schichten der deutschen Gesellschaft. Eines dieser Kapitel könnte auch von Trudchen Spann stammen.

Am 29. September 1912 erblickte Trudchen Spann das Licht der Welt in Senftenhütte. Am Sonnabend feierte sie ihren 106. Geburtstag und gehört damit zu den ältesten Brandenburgerinnen.

Die alte Dame kann sich an vieles noch bestens erinnern und weiß das aktuelle Zeitgeschehen zu werten. „So gut wie heute ging es uns noch nie“, sagt sie dankbar und schaut mit wachem Blick in die Runde, wo sich bereits am Sonnabendvormittag einige Familienmitglieder versammelt hatten. Darunter die Töchter Brunhilde Keil und Edith Ludwig, Enkeltochter Kati Ludwig und Urenkelin Ann-Kathrin (10).

Die Veteranin blickt auf ein arbeitsreiches Leben, in dem sie überwiegend in der Landwirtschaft tätig war, zurück. Die Jubilarin glaubt, dass die Arbeit an der frischen Luft viel zum Erreichen des hohen Alters beigetragen hat. Auch wenn sie bereits seit Mitte der Siebziger Jahre verwitwet ist und seither allein im Senftenhütter Haus lebte. Trotzdem hatte Trudchen Spann sich im vergangenen Frühjahr dafür entschieden, ins Heim nach Joachimsthal zu wechseln. „Dort ist einfach eine Rundumbetreuung gewährleistet“, schätzt sie selbst ein.

„Meiner Mutter gefällt es dort sehr gut“, sagt Tochter Brunhilde Keil. Die Einsamkeit habe ein Ende gefunden, denn in Senftenhütte habe die Mutter zuletzt nur noch am Fenster gesessen und die selten vorbeifahrenden Autos beobachtet, erzählt die Eichhorsterin. Dennoch ist es Trudchen Spann im Heim manchmal immer noch zu ruhig. Im Großen und Ganzen findet sie aber auch nur positive Worte für ihr neues Domizil in Joachimsthal.

Sie wird mindestens zweimal pro Woche von Enkeln und Töchtern besucht. Mit ihrem biblischen Alter ist sie natürlich auch eine viel beachtete Heimbewohnerin. Ihr Gehör funktioniert nicht mehr so ganz optimal und das Augenlicht ist auch nicht mehr das Beste, was Trudchen Spann aber nicht daran hindert, dort am Alltagsgeschehen aktiv teilzunehmen.

Dennoch zog sie es vor, den alljährlichen Ehrentag in ihrem Geburtshaus, in Senftenhütte, im Kreise der Familie zu feiern. Diese umfasst mittlerweile fünf Generationen bis hin zum Ururenkel.

Es gibt selbstgebackenen Kuchen und Herzhaftes. Schon am frühen Morgen wurde Trudchen Spann vom Enkel abgeholt. Früher habe sie auch gern selbst gebacken, gekocht und sich um die Familie gekümmert, erzählt sie und Enkeltochter Kati pflichtet ihr bei. Die Britzerin hat viel Zeit mit der Oma verbracht. „Sie ist liebevoll und hat mir nie etwas Böses getan“, sagt die Enkelin und beide streicheln sich gegenseitig die Hände.

Viele Gratulanten zog es im Laufe des Sonnabends ans Choriner Ende in Senftenhütte. Chorins Bürgermeister Martin Horst ließ sich ein persönliches Erscheinen selbstverständlich auch nicht nehmen.

Natürlich denkt Trudchen Spann auch gern an früher zurück. Zum Beispiel an die Zeit, als sie ihren Mann kennenlernte, der in den Dreißiger Jahren als Kutscher arbeitete. „Wir gingen oft zum Vergnügen und tanzten“, sagt sie und aus den erfahrenen Augen schimmert ein verschmitztes Lächeln.

Erst am späten Abend ging es auf eigenen Wunsch wieder zurück nach Joachimsthal.

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