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Vereinsarbeit
Zukunft des Landguts ist gesichert

Gemeinsame Aktion: Bewohner, Gäste  und Vereinsmitglieder schneiden anlässlich der Übernahme des Landguts Neuendorf am Tor zum Garten mit einer großen Schere ein rotes Band  durch.
Gemeinsame Aktion: Bewohner, Gäste  und Vereinsmitglieder schneiden anlässlich der Übernahme des Landguts Neuendorf am Tor zum Garten mit einer großen Schere ein rotes Band  durch. © Foto: Bettina Winkler/MOZ
Bettina Winkler / 06.10.2018, 07:45 Uhr
Neuendorf im Sande (MOZ) Die Zukunft des Landguts ist gesichert.  Der Verein „Zusammen in Neundorf“ plant auf dem geschichtsträchtigen Areal  ökologischen Landbau und Projekte zur Demokratiebildung, politischen Bildungsarbeit, Aufarbeitung der Geschichte sowie Kunst und Kultur.

Mit einer überdimensionalen selbst gebastelten Schere haben Mitglieder des Vereins „Zusammen in Neundorf“ und langjährige Bewohner des Gutshofes ein rotes Band durchschnitten. Noch vor einem Jahr war die Zukunft des ehemaligen jüdischen Hachschara-Lagers und späteren NS-Zwangsarbeiterlagersungewiss.

30 Kaufangebote lagen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für das 364 659 Quadratmeter große Areal, das neben acht Wohn- und neun Nebengebäuden zusätzlich noch  24 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche aufweist, vor. Für 500 000 Euro erwarben die  Stiftungen trias und Edith Maryon nach monatelangen Verhandlungen das Grundstück und übergaben die Erbbaupachtrechte an den Verein.

„Wir konnten die Bundesanstalt für Immobilien von diesem gemeinwohlorientierten Vorhaben mit den richtigen Partnern überzeugen und danken allen Beteiligten. Nun übernehmen wir die inhaltliche Projektsicherung“, sagte David Matthée von der Stiftung trias mit Sitz in Hattingen.

Der Gutshof ist den Vereinsmitgliedern, die überwiegend aus Berlin stammen, ans Herz gewachsen. Monatelang haben sie gebangt, ob ihre Visionen in Erfüllung gehen könnten. „An vielen Tagen haben wir nicht geglaubt, dass wir tatsächlich diesen riesigen Schlüsselbund für die Gebäude in den Händen halten würden“, sagt Katharina Vorbau vom Vorstand.

Am 1. Oktober war es dann soweit – die offizielle Schlüsselübergabe erfolgte. Der Verkauf des bis zur Deportation der letzten jüdischen Kinder und Lehrer im Jahr 1943 als landwirtschaftliches Ausbildungslager genutzten Gutshofes ist auch für die Mieter der Wohnungen, die meist schon ihr ganzes Leben dort verbracht haben, ein Glücksgriff. Ihnen wurde zugesichert, dass sie bleiben können. Die bedeutende Vergangenheit des Gutshofes soll auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.

„Der Verein möchte eine Brücke vom Gestern, ins Heute und Morgen schlagen. Demokratiebildung und politische Bildungsarbeit zählen zu den Schwerpunkten unserer Arbeit“, teilt Katharina Vorbau  anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe am Freitag in Neuendorf im Sande mit.

Wie auch zu Zeiten der Hachschara steht die Vermittlung von Wissen im Vordergrund. Auf dem Landgut werden künftig Ausbildungsplätze in verschiedenen handwerklichen Berufen angeboten. Zudem sind Ateliers und Kunstprojekte geplant. Die landwirtschaftlichen Flächen werden auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Das wird allerdings Jahre dauern, sind sich die Beteiligten einig. Eine weitere Säule wird die Instandsetzung von Wohnungen und Häusern unter Einbeziehung der Bestandsmieter sein.

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