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Angehende Tierwirte vom Seelower OSZ gingen auf Tuchfühlung

Ausbildung
Ein Praxistag zur Tiergesundheit

Josefine Jahn / 17.10.2018, 06:00 Uhr
Görlsdorf (MOZ) Um die angehenden Tierwirte bestmöglich auf den Arbeitsalltag vorzubereiten, sammeln die Schüler des Seelower Oberstufenzentrums auch Praxiserfahrungen außerhalb ihrer Lehrbetriebe. Auszubildende besuchten den Pferdehof Wirth in Görlsdorf.

Bei Pferden sei es im Alter nicht anders als bei Menschen, erklärt Dr. Peter Karl Wirth seinen Besuchern. „Sie vergessen häufig, genug zu trinken.“ Beruflich kümmert er sich um das Wohlergehen der Menschen, während alle Zeit, die er und seine Frau Claudia neben dem Broterwerb aufbringen, den Pferden auf ihrem Palliativ-Hof gewidmet wird. Alte und kranke Tiere erfahren hier in Görlsdorf besondere Fürsorge, entwickeln auf ihre letzten Tage noch einmal Lebensenergie, toben mit Artgenossen auf der Koppel. Claudia und Peter Karl Wirth betreuen jedes Tier individuell. „Jedes Pferd hat seinen eigenen Eimer für Futter, da alle einen anderen Stoffwechsel haben“, erklärt Peter Karl Wirth den jungen Leuten in der Futterkammer. Die Pellets werden den Tieren vor Verzehr mit lauwarmem Wasser eingeweicht, sodass sie einerseits genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Andererseits vertragen die Tiere das lauwarme Wasser besser als kaltes. „Auch im Hochsommer wählen sie gegenüber dem Eimer mit kaltem immer den mit lauwarmem Wasser“, sagt Wirth aus Erfahrung.

„Wir wollen ja gesunde Tiere. Danach sind die Betriebe bestrebt, denn nur gesunde Tiere bringen Leistung“, erklärt Frank Merkel, Fachlehrer für Land- und Tierwirte, der die Gruppe begleitet. Immer wenn es zum Unterrichtsstoff passt, unternehme man mit den Schüler regelmäßig Ausflüge in Betriebe, um sich die Praxis anzuschauen. Derzeit werde eben die Tiergesundheit behandelt. Die jungen Leute zeigen sich interessiert, nehmen schnell Kontakt zu den Pferden auf. „Die sind voll gut in Schuss“, sagt die 17-jährige Laura Böttcher anerkennend. Sie ist selbst drei Jahre lang geritten, spezialisiert sich nun auf die Arbeit mit Rindern und genießt es, wieder einmal Pferde um sich zu haben. Gemeinsam suchen Schüler und Hofbetreiber nach Parallelen zwischen Kuh und Pferd. „Eine Kuh bringt zwischen 600 und 750 Kilo auf die Waage“, weiß der 22-jährige Nico Galke. Bei einem Pferd können es je nach Rasse 400 bis 1000 Kilogramm sein.

Ansonsten genießen die Pferde bei Wirths nicht nur auf der Koppel, sondern auch in ihren jeweiligen Boxen besonders viel Platz. Es sei mittlerweile nachgewiesen, dass auch Pferde eine Tiefschlafphase haben und sich gerne einmal hinlegen. Das trauen sie sich in freier Natur aufgrund von Feinden nicht, in engen Boxen könnten sie ebenfalls Panik bekommen, nicht wieder gut aufstehen zu können. „Hier schlafen sie manchmal, wie man das von Hunden kennt – sie zucken richtig beim Träumen“, schildert Peter Karl Wirth. Eine weitere Besonderheit der Stallungen: Die Boxen sind nur bis Brusthöhe zueinander getrennt, darüber können die Tiere einander liebkosen. Durch die Boxgröße bleibt aber auch genügend Platz zum Rückzug, sollte ein Pferd mal seine Ruhe vor den Artgenossen haben wollen.

Für Kühe sicherlich genauso wichtig wie für Pferde: die Trittintelligenz. Die erklärt Wirth am Koppelbeispiel. Diese werden in Görlsdorf nicht präpariert, Böden bleiben uneben und von Nattern, Hasen, Rehen bewohnt. „Sonst gewöhnen sich die Tiere daran und knicksen bei Unebenheiten schneller um.“

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