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Der Dorfanger wird in den nächsten zwei Jahren umgestaltet / Wasserspielplatz, Elektrofahrrad-Ladestation und viele Sitzbänke

Ortsbild
Oase der Erholung mitten in Rießen

Vor dem Abriss: Das rote Backsteinhaus im Vordergrund wird abgerissen, das graue Haus im hinten verkleinert.
Vor dem Abriss: Das rote Backsteinhaus im Vordergrund wird abgerissen, das graue Haus im hinten verkleinert. © Foto: Frank Groneberg
Frank Groneberg / 18.10.2018, 07:30 Uhr
Rießen (MOZ) Der Dorfanger in Rießen wird in den kommenden zwei Jahren neu gestaltet. Aus dem Areal, auf dem jetzt noch zwei altersschwache Häuser stehen, wird eine Oase der Erholung mit Plätzen zum Spielen, zum Verweilen und mit Informationen zur Geschichte.

Der Dorfanger in Rießen ist natürlich auch jetzt schon ein Fleckchen Erde, das zum Verweilen einlädt. Auf dem Dorfteich drehen Enten ihre Runden, an den Ufern stehen eine riesige Trauerweide und andere Bäume. Mehrere Sitzbänke bieten Platz zum Ausruhen. An der Westspitze trägt die uralte Friedenseiche, deren mächtige Krone vor neun Jahren um gut 5 Meter gekürzt worden war, längst wieder ein üppiges Blätterkleid.

In gut zwei Jahren wird der Anger aber noch schöner sein. Nicht nur schöner, sondern auch attraktiver, mit mehr Möglichkeiten zum Verweilen, zum Spielen und zum Erleben. Die Gemeinde Siehdichum will viel Geld investieren, von insgesamt etwa 220 000 Euro bis 230 000 Euro gehen die Planer aus. Der Großteil soll von der Europäischen Union kommen, aus deren Förderprogramm „Leader“ für die Entwicklung des ländlichen Raumes. „75 Prozent Förderung sind möglich“, sagt Sven Fischer, für die Gemeinde Siehdichum zuständiger Sachbearbeiter im Bauamt der Amtsverwaltung Schlaubetal. Das restliche Viertel der Kosten müsste die Gemeinde Schlaubetal tragen.

Die Planungen versprechen eine wirklich attraktive Umgestaltung. Größte Veränderung: Die beiden alten Häuser – das Backsteinhaus im Westen und das einstige Feuerwehrhaus am Rautenkranzer Weg – werden verschwinden. Nicht ganz, aber zum größten Teil. Das rote Backsteinhaus, das einst Teil eines Vier-Seiten-Hofs war, muss abgerissen werden. So wie im vergangenen Jahr die baufällige Scheune des Hofes. „Wir erhalten aber einzelne Elemente“, erklärt Sven Fischer. So werde einer der beiden Dachgiebel, der viele bauliche Details aufweist, später wieder aufgestellt – auf einem Sockel, so dass er aus nächster Nähe betrachtet werden kann. Dazu werden Schautafeln errichtet, in denen über die Geschichte des Dorfes Rießen informiert wird.

Das graue Haus nebenan wird anders als das Backsteinhaus noch immer genutzt, für die Unterbringung von Gerätschaften der Gemeindearbeiter. Wirklich gebraucht wird es dafür aber nicht mehr. „Dieses Haus wollen wir zur Hälfte abreißen“, sagt Sven Fischer. Damit würde die ursprüngliche Größe des früheren Feuerwehr-Gerätehauses wiederhergestellt und die alte Bausubstanz wieder sichtbar – denn eigentlich handelt es sich um ein Feldsteinhaus. In diesem Feldsteinhaus werden dann öffentliche Toiletten untergebracht. Und die für diese Sanitärbereiche benötigte elektrische Energie soll mit Hilfe einer Solaranlage erzeugt werden.

„Wir verbinden also das Ursprüngliche des Angers, das wir wieder erlebbar machen wollen, mit dem Modernen“, erläutert Sven Fischer. Für Letzteres steht auch die Ladestation für Elektrofahrräder, die auf dem Dorfanger platziert wird. Geplant sind weiterhin ein Wasserspielplatz, verschiedene Sitzelemente, Schaukästen des Heimatvereins und das Anlegen von Neupflanzungen. „Wir wollen den Anger nicht einfach nur Anger sein lassen, sondern gestalten ihn.“ Letztlich würden mit der Neugestaltung auch die gastronomischen Einrichtungen, die sich am Dorfanger befinden, gestärkt. Schon jetzt ist der Anger als Radlerrastplatz sehr beliebt.

Momentan wird in der Amtsverwaltung Schlaubetal der Förderantrag erarbeitet. 2019 könnten die Arbeiten beginnen.

Die Neugestaltung des Dorfangers sollte eigentlich die letzte von mehreren Aufwertungsmaßnahmen sein. Längst realisiert sein sollten zwei straßenbegleitende Radwege – von Rießen nach Pohlitz und von Pohlitz zur Pohlitzer Mühle. Schon vor zwei Jahren habe man den Bau dieser Radwege beim Landesbetrieb Straßenwesen beantragt, betont Sven Fischer. Bislang ohne Erfolg. „Wir bleiben aber dran.“

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