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Alte Hamburger Poststraße
Drei neue Meilensteine für Poststraßen-Pilger

Mit schwerem Gerät an der Apfelallee im Einsatz: Ein Wegweiser – auf dem Foto ist ein Halbmeilenstein zu sehen – wiegt etwa 3,5 Tonnen. In Flatow wurden neben diesem noch zwei Viertelmeilensteine gesetzt.
Mit schwerem Gerät an der Apfelallee im Einsatz: Ein Wegweiser – auf dem Foto ist ein Halbmeilenstein zu sehen – wiegt etwa 3,5 Tonnen. In Flatow wurden neben diesem noch zwei Viertelmeilensteine gesetzt. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 14.11.2018, 17:58 Uhr
Flatow (MOZ) „In den vergangenen Jahren kam das Pilgern auf der Alten Hamburger Poststraße wieder in Mode“, erzählte Oberkrämers Regionalmanagerin Kerstin Rosen, als am Dienstag an der Flatower Apfelallee ein Meilenstein, der an die historische Route erinnert, gesetzt wurde. Es war einer von drei Steinen, die in den sächsischen Sandsteinwerken in Pirna nach historischen Vorbild in Auftrag gegeben und nun in und um Flatow platziert wurden.

„Es ist wirklich eine touristische Attraktion“, sagte Rolf Zimmermann vom Förderverein Regionalpark Krämer Forst. Er ist in der Forschergruppe Meilensteine aktiv, die sich um die Wiederbelebung der Wegweiser, die auf ganze, halbe und Viertelmeilen hinweisen, kümmert.

Die Alte Hamburger Poststraße ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm Mitte des 17. Jahrhunderts anlegen. Sie führte vom Oranienburger Tor in Berlin zum Preußischen Posthaus in Hamburg. In Oberhavel führt der Weg vom Hennigsdorfer Bahnhof über Bötzow, durch das Waldgebiet Krämer bis nach Flatow und weiter Richtung Linum. Die Meilensteine wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet. Sie galten als Orientierung für die Postkutschen auf der 38 Meilen langen Strecke. Eine alte deutsche Landmeile entspricht etwa 7,5 Kilometern. „1830 wurde die Strecke als Postweg aufgegeben, weil die Neue Hamburger Chaussee, die heutige B 5, fertiggestellt wurde und fortan genutzt wurde“, berichtete Rolf Zimmermann. Zuvor jedoch sei die Strecke im Volksmund auch Hofküchenroute genannt worden. „Auf dem Weg wurden Speisen für die Residenzen in Potsdam, Berlin und Oranienburg geliefert.“

Die drei Steine in Flatow – Kosten: jeweils rund 5 000 Euro plus Lieferung und Fundament – wurden durch  Spenden finanziert. Beteiligt haben sich die Stadt Kremmen, der Verein Krämer Forst und der Spargelhof Kremmen. Flatows Ortsvorsteher Gert Dietrich (UWG/LGU) engagierte sich zudem für die Anschaffung der 3,5 Tonnen schweren Steine, die durch Info-Tafeln ergänzt werden.

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