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Isegrimm ist seit einiger Zeit der neue Nachbar der Bewohner der Dörfer auf der Seelower Höhe.

Naturschutz & Jagd
Wolf setzt sich im Görlsdorfer Revier fest

Typischer Kehlbiss: Siegmar Birk, seit zehn Jahren Jagdpächter bei Görlsdorf, zeigt an dem Reh, das nächstes Jahr das erstes Kitz geworfen hätte, die Bissspuren, die untrüglich auf den Wolf hinweisen. Nur wenige Hundert Meter weiter südlich weiden Schafe.
Typischer Kehlbiss: Siegmar Birk, seit zehn Jahren Jagdpächter bei Görlsdorf, zeigt an dem Reh, das nächstes Jahr das erstes Kitz geworfen hätte, die Bissspuren, die untrüglich auf den Wolf hinweisen. Nur wenige Hundert Meter weiter südlich weiden Schafe. © Foto: Ulf Grieger/MOZ
Ulf Grieger / 15.11.2018, 08:00 Uhr
Görlsdorf (MOZ) Mit Wölfen in Nachbarschaft leben? Das müssen die Görlsdorfer und die Einwohner der benachbarten Ortschaften bereits seit Jahren. Die Jagdpächter wie Hartmut Köppe und Siegmar Birk wissen schon lange, dass Isegrimm samt Familie in den Wäldern ihrer Jagdreviere lebt. Aufnahmen mit Wildkameras oder der persönliche Blickkontakt lieferten Beweise genug. Am Mittwochmorgen wunderte sich Bork über einen Rabenschwarm auf einem Acker nahe Görlsdorf, der zum Jagdgebiet von Hartmut Köppe gehört. Birk informierte den Jagdkollegen und schaute sich den Fall an. Es handelte sich um ein gerissenes Schmahlreh, das die typische Rissverletzung des Wolfs aufwies. Unweit der Stelle weidete eine große Schafherde, die noch tags zuvor auf jener Fundfläche geweidet hatte. Birk wie auch Köppe wollen sich nicht mehr damit abfinden, dass der Wolf den Wildbesatz ihrer Reviere völlig verändert. Die Wildschweine rotten sich zum Schutz vor dem Wolf zu größeren Gruppen zusammen, die dann auf den Feldern für großen Wildschaden sorgen. Rehe, Hasen und andere Tiere verschwinden aus den Revieren. „Wir fordern, dass diejenigen, die den Wolf hier haben wollen, auch die Verantwortung dafür übernehmen, was er anrichtet“, erklärte Hartmut Köppe. In Schweden werde der Wolf auch bejagt.

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Uwe Bräuning 16.11.2018 - 20:09:01

Wenn es den Wolf nicht geben würde, dann müssten manche ihn wohl erfinden!

Wenn es den Wolf nicht geben würde, dann müssten manche ihn wohl erfinden! Als Jäger sollte man eigentlich wissen, dass Raubtiere zur Erhaltung des natürlichen Gleichgewichtes dringend notwendig sind. Das hat die Natur in gewohnt kluger Art und Weise nun einmal so eingerichtet. Ich finde es mehr als erstaunlich, dass ausgerechnet Jäger, die ja eigentlich mit der Natur im Einklang stehen sollten, mitunter arg zur Polemik neigen, wenn es um die Rückkehr der Wölfe in ihre seit Urzeiten angestammten Reviere geht. Gleichzeitig kann ich mich noch sehr gut erinnern, dass einige Jäger vor noch gar nicht langer Zeit lautes Wehklagen anstimmten, weil sie ständig für Wildschäden aufkommen müssten. Über einen Mangel an Rot und Schwarzwild konnte und kann sich Brandenburg nicht beklagen. Weil - so die damalige, auch von einigen Jägern wiedergegebene Meinung, in unseren Gefilden keine größeren Raubtiere mehr gibt. Jetzt gibt es aber wieder Wölfe, wenn auch nur sehr wenige, auch wenn man ihre Zahl ständig aufbauscht, aber dass passt einigen Jägern auch wieder nicht! Wie soll man denn das nun wieder verstehen? Ich schreibe übrigens extra von einigen Jägern, weil ich keineswegs pauschalisieren möchte. Das wäre ganz sicher ungerecht und unpassend. Tja, aber irgendwie scheint der Wolf tatsächlich ein besonderes Wesen zu sein. Einige Mitmenschen projizieren ihre Ängste und Vorurteile auf die " grauen Räuber", ohne jemals einen Wolf in freier Natur zu begegnen. Die FDP will das " Recht auf Wolfsjagd" in ihr Wahlprogramm aufnehmen und damit endlich mal wieder mehr als die üblichen vier bis fünf Prozent einfahren, schludrige Tierhalter, die selbst bei ihren Kollegen in der Kritik stehen, können sich im Fall eines eigentlich selbst verschuldeten "Übergriffs" im Mitleid suhlen, schießwütige Tierhasser dürfen lautstark ihr Recht fordern. Und so weiter und so weiter. Wenn es den Wolf nicht geben würde, dann müssten manche ihn wohl erfinden!

Uwe Bräuning 16.11.2018 - 20:05:51

Wenn es den Wolf nicht geben würde, dann müssten manche ihn wohl erfinden!

Als Jäger sollte man eigentlich wissen, dass Raubtiere zur Erhaltung des natürlichen Gleichgewichtes dringend notwendig sind. Das hat die Natur in gewohnt kluger Art und Weise nun einmal so eingerichtet. Ich finde es mehr als erstaunlich, dass ausgerechnet Jäger, die ja eigentlich mit der Natur im Einklang stehen sollten, mitunter arg zur Polemik neigen, wenn es um die Rückkehr der Wölfe in ihre seit Urzeiten angestammten Reviere geht. Gleichzeitig kann ich mich noch sehr gut erinnern, dass einige Jäger vor noch gar nicht langer Zeit lautes Wehklagen anstimmten, weil sie ständig für Wildschäden aufkommen müssten. Über einen Mangel an Rot und Schwarzwild konnte und kann sich Brandenburg nicht beklagen. Weil - so die damalige, auch von einigen Jägern wiedergegebene Meinung, in unseren Gefilden keine größeren Raubtiere mehr gibt. Jetzt gibt es aber wieder Wölfe, wenn auch nur sehr wenige, auch wenn man ihre Zahl ständig aufbauscht, aber dass passt einigen Jägern auch wieder nicht! Wie soll man denn das nun wieder verstehen? Ich schreibe übrigens extra von einigen Jägern, weil ich keineswegs pauschalisieren möchte. Das wäre ganz sicher ungerecht und unpassend. Tja, aber irgendwie scheint der Wolf tatsächlich ein besonderes Wesen zu sein. Einige Mitmenschen projizieren ihre Ängste und Vorurteile auf die " grauen Räuber", ohne jemals einen Wolf in freier Natur begegnen. Die FDP will das " Recht auf Wolfsjagd" in ihr Wahlprogramm aufnehmen und damit endlich mal wieder mehr als die üblichen vier bis fünf Prozent einfahren, schludrige Tierhalter, die selbst bei ihren Kollegen in der Kritik stehen, können sich im Fall eines eigentlich selbst verschuldeten " im Mitleid suhlen, schießwütige Tierhasser dürfen lautstark ihr Recht fordern. Und so weiter und so weiter. Wenn es den Wolf nicht geben würde, dann müssten manche ihn wohl erfinden!

Astrid Gerken-Soneßon 16.11.2018 - 02:17:22

Der Wolf ist eben der bessere Jäger

Da haben uns die Jäger all die Jahre lang und breit erklärt, sie müssen jagen weil Wolf und Luchs ja leider leider in unseren Wäldern fehlen. Nun sind sie wieder da und jagen das Wild, was die Jäger so ungern geschossen haben und was ist? Die selben Damen und Herren meinen nun den selben Menschen wie früher erklären zu müssen, der Wolf müsse zwingend gejagt werden weil er das Wild reißt? Der Jäger in seiner Statthalterpositiion hat langsam ausgedient! Da hat der Wolf die Schafe in Ruhe gelassen - aber es wird erwähnt, dass in der Nähe welche sind? Das Schmalreh, dass ein Kitz bekommen hätte? Und? Wenn es der Mähbalken nicht erwischt hätte, dann wäre es Wildbret auf den Tischen der Jäger geworden. Das Wild gehört niemanden, es ist frei und ohne Grenzen. Nur in dem Moment, wo es sich auf dem Revierboden befindet, dann kann es sich der Pächter aneignen. Oder der Wolf eben. Das ist dann Natur. Der Beuteneid der Jäger lässt sich nicht verleugnen. Jetzt haben die Damen und Herren ja Zeit für Hege und Pflege. Dies schreiben sich Jäger ja auf die Fahne. Legen Sie also Blumenwiesen für die Insekten an und unterstützen Sie die Schäfer beim Zaunbau. Der Wolf ist schon ein Übel... er lenkt den Fokus auf das unselige Geschehen in Wald und Flur. Ist dumm, kann ich mir denken.

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