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110 Brieftauben auf Regionalverbandsausstellung Berlin-Brandenburg Nordost bewertet

Tierschau
Der Schönsten auf der Spur

Margrit Meier / 25.11.2018, 20:48 Uhr
Rüdersdorf bei Berlin (MOZ) Wenn im Clubraum gleich neben der Bowlingbahn im Sport-Park Rüdersdorf Tauben gurren, dann trifft sich dort der Regionalverband Nordost und präsentiert einen Teil seiner besten Brieftauben.

Preisrichter Frank Amelang hat am Sonnabend im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Denn seine Aufgabe ist es, 110 Brieftauben von etwa 20 der 350 Züchter aus den Reisevereinigungen Oberhavel, Fürstenwalde, Eberswalde sowie Berlin Südost und Nordost zu bewerten. Fünf Positionen stehen da an. Das Tier wird nicht nur beschaut, was es so für einen Gesamteindruck in seinem Käfig macht – der Kopf muss gefallen, das Auge darf nicht hervorstehen –, sondern der Preisrichter nimmt das Federvieh auch in die Hand. Knochenbau, ein nicht zu tiefes Brustbein, eine enge Beckengabel sind wichtig, aber auch die Tropfenform des Taubenrückens spielt eine Rolle. Die Muskulatur muss harmonisch sein, die Taube darf, wenn sie in der Hand gehalten wird, nicht das Gleichgewicht verlieren und etwa nach vorn kippen. Und ganz zum Schluss geht es auch um die Qualität des Gefieders. Wie sehen also die zehn Federn des Vorderflügels aus und weisen die Hinterflügel zum Körper? Auf einer Punkteskala vermerkt Amelang seine Erkenntnisse. Und die sind natürlich für Züchter wie Gerhard Lang, der sich dieses Jahr über einen Pokal für die mit 116 km/h schnellste Taube freuen kann, wichtig. Das Jungtier, also dieses Jahr geschlüpft, trainiert und gleich erfolgreich, flog mit Rückenwind aus dem 360 Kilometer entfernten Minden flugs zu ihm nach Lichtenow zurück. Auch Rahim Miah aus Bangladesch, der seit sechs Jahren in Deutschland lebt, kann sich freuen. Er belegt mit seinen Tauben den dritten und fünften Schönheits-ehrenpreis. „Ich habe als Kind in meinem Heimatland Hochflieger-Tauben gezüchtet. Das sind Ausdauertauben, die fliegen steil nach oben und stehen dann stundenlang in der Luft. Nach 14 Stunden spätestens werden sie mit einem Lockvogel wieder auf die Erde geholt. Es gibt aber auch Tiere, die halten das 20 Stunden aus“, erzählt der 21-Jährige aus Fredersdorf-Vogelsdorf. Im Vorjahr hat er von einem altgedienten Züchter Tauben übernommen und freut sich, dass er dieses Jahr gleich so erfolgreich war.

Konstanin Bolitschew aus Neuenhagen hat fast 60 Jahre Brieftauben gezüchtet, nimmt nun aber mit seinen Tieren nicht mehr am Flugwettgeschehen teil. „Aber, ich komme gern hierher, um alte Bekannte zu treffen“, sagt der Mann, der noch gern an das Weibchen mit der Nummer 279 zurückdenkt, das 1978 bei zwölf Wettbewerben elfmal in die Siegerliste flog. Auch Norbert Tesch aus Hönow ist passionierter Züchter. „Mein Vater hat mich sozusagen infiziert“, lacht der sympathische Mann. Seine Tauben, die, wenn sie so um die sechs, sieben Jahre alt sind, nicht mehr auf Reisen gehen, haben dennoch ein schönes Leben bei ihm, erzählt er stolz. Denn sie dürfen weiter frei fliegen. „Das ist mir lieber, als sie in Volieren einzusperren“, sagt er.

Übrigens, wer eine Brieftaube findet, der erkennt das Tier daran, dass es beringt ist und meist auch die Telefonnummer des Eigentümers trägt. Oder aber eine fünfstellige Nummer. Die hilft im Internet, die Vertrauensperson des Züchtervereins zu finden. Die Kollegen holen dann das Tier ab.

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