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Am Heiligen Abend erklingt die aus Cottbus stammende neue Glocke im nun bedachten Kirchturm

Neue Glocke
Doppel-Läuten am Heiligabend

Ines Weber-Rath / 17.12.2018, 20:44 Uhr - Aktualisiert 18.12.2018, 18:05
Lichtenberg (MOZ) Heiligabend wird sie erstmals in Lichtenberg erklingen – die aus der Cottbuser Schlosskirche stammende Bronzeglocke, die nun im wieder aufgebauten Turm der Lichtenberger Dorfkirche hängt. Das aus Spenden getragene Wiederaufbau-Projekt hat damit sein vorläufiges Ziel erreicht.

Für Lichtenbergs Ortsvorsteherin Ellen Thom ist das Wunder schon vor Weihnachten geschehen: Der wiederaufgebaute Turm der Lichtenberger Dorfkirche hat ein Dach. Und im Glockenstuhl hängt eine Glocke, mit der die Lichtenberger ein besonderes Erbe antreten. Denn es handelt sich um die Glocke aus der einstigen Cottbuser Schlosskirche, die 2015 zur Synagoge umgewidmet worden war.

Zwei Jahre lang war die Bronzeglocke bei der Frankfurter Firma Klähr in der Markendorfer Siedlung eingelagert, bevor sie nun in den Glockenstuhl gehievt werden konnte. Denn das Eindecken der 2015 errichteten hölzernen Turmspitze hatte sich verzögert.

Erst fanden sich keine Firmen für die anspruchsvollen Arbeiten in luftiger Höhe, dann hätten sich die Baupreise deutlich erhöht, erklärt Pfarrerin Katharina Falkenhagen. Sie betreut das Lichtenberger Kirchen-Sanierungsprojekt, das bereits ins 18. Jahr geht, von Anfang an.

Rund 50 000 Euro Spendengeld mussten die Lichtenberger und ihre Freunde für die jüngsten Arbeiten letztlich aufbringen.  Denn „wir bauen immer erst, wenn das nötige Geld zusammen ist“, sagt Katharina Falkenhagen. Mitte November haben die Dachklempner begonnen, die Zinkplatten auf die Turmspitze zu bringen. Bevor sie das Dach schlossen, wurde die neue und dennoch geschichtsträchtige Glocke in den Glockenstuhl gehängt.

„Das Dach ist dicht“, sagt die Pfarrerin stolz. Doch die Dachklempnerarbeiten sind noch nicht beendet. Und können in diesem Jahr auch nicht mehr geschafft werden – Schnee und Kälte machen das Turmdach jetzt zu einer gefährlichen Baustelle. Sobald die Witterung es erlaubt, sollen die Arbeiten am Dach im kommenden Jahr beendet werden, sagt Katharina Falkenhagen.

Sie wird am Heiligen Abend mit den Lichtenbergern und vielen Gästen, darunter Spender für das Kirchenprojekt, den Abschluss der Sanierungsetappe feiern. Im Rahmen des Open-Air-Gottesdienstes, der um 17.30 Uhr im Kirchenschiff beginnt, wird es ein gleich doppeltes Geläut geben: Die alte Stahlglocke am Glockenstuhl vor der Kirche wird letztmals geläutet und dann außer Dienst gestellt. Und die neue Bronzeglocke, oben im Turm, wird erstmals in Lichtenberg erklingen.

Lichtenbergs „Chef-Glöckner“ Ehrhard Herrmann habe mit mehreren Helfern die Elektrik für das neue Geläut hergestellt, lobt die Pfarrerin.

So richtig groß soll die Glockenweihe indes erst im kommenden Jahr, am 19. Mai, gefeiert werden. Mit Gästen aus der Stadt und Kirchengemeinde Cottbus, blickt Katharina Falkenhagen voraus.

Die Pfarrerin ist stolz auf das Erreichte: „Wir haben an der Lichtenberger Kirche mit dem Turm erreicht, was wir uns vor 18 Jahren vorgenommen haben“, sagt sie. Mit mehr als 250 000 Euro Spendengeld – es floss kein Cent an Fördermitteln oder aus der Kirchensteuer – sei der Turm aufgebaut und geschlossen, das neue Geläut in Betrieb genommen worden.

Das Schließen des zum Ende des Zweiten Weltkrieges ebenfalls zerstörten Kirchenschiffs sei „eine Aufgabe für unsere Nachfahren“, so die Lebuserin. Für Katharina Falkenhagen ist das vor 18 Jahren gesetzte Etappen-Ziel auch in anderer Hinsicht erreicht: „Uns ging es nicht nur um den Wiederaufbau des Kirchturms, sondern auch und vor allem darum, die Lichtenberger zusammen zu schweißen. Das ist gelungen“, resümiert die Pfarrerin. Sie freut sich auf den Gottesdienst am Heiligabend im Ortsteil mit Krippenspiel und Glühwein am Lagerfeuer vor der Kirche.

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