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Golzower Schüler gestalten mit dem Posaunenchor den 20. besonderen Gottesdienst im Festzelt Genschmar

Heiligabend
Ein ganz besonderer Geburtstag

Doris Steinkraus / 26.12.2018, 20:47 Uhr - Aktualisiert 26.12.2018, 21:11
Genschmar (MOZ) Zum 20. Mal wurde in der kleinen Oderbruchgemeinde Heiligabend ein besonderer Gottesdienst gefeiert. Auf den Grundmauern der einstigen Dorfkirche führten im großen Festzelt Kinder ein Krippenspiel auf, begleitet von Posaunenbläsern des Chores Gorgast-Manschnow.

Die Frage der Schulkinder ist berechtigt. „Weihnachten feiern wir doch den Geburtstag von Jesus, aber wir bekommen die Geschenke und was bekommt er?“ fragen sie sich. Sie machen sich auf ins Kaufhaus, um für Jesus ein Geschenk zu kaufen. Doch sie spüren schnell: So recht passt keines der Schnäppchen, die ihnen die Verkäuferin anbietet.

„Wir fragen Oma, die weiß doch so viel“, beschließen sie. Oma (Alina) scharrt die Kinder um sich, reicht die Büchse mit den Plätzchen rum und dann erzählt sie, wie das vor 2018 Jahren mit diesem besonderem Geburtstag war. Vor den Augen der Kinder – und der gut 300 Besucher im rappelvollen Festzelt – erscheinen Maria und Josef (Maya und Alexandra). Sie machen sich auf nach Bethlehem, um sich zählen zu lassen, so wie Kaiser Augustus es angeordnet hat. Doch weil sie nicht als Einzige unterwegs sind, bekommen sie nirgendwo ein Quartier. Bis sich ein Herbergsvater ihrer annimmt und ihnen den Stall nebenan zuweist, weil er Mitleid hat mit der hochschwangeren Maria, ihr dessen Schicksal nicht egal ist. 

Golzower Grundschüler gestalteten mit dem Posaunenchor Gorgast-Manschnow ein bewegendes Krippenspiel. Im Festzelt auf den Mauern der einstigen Dorfkirche erlebten gut 300 Besucher den besonderen Gottesdienst.
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20. Krippenspiel im Festzelt Genschmar

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Im Stall wird in dieser Nacht der Heiland geboren. Es ist ein besonderes Kind, das in der Krippe liegt. Das spüren die Schäfer, die das Kind als Erste bestaunen. Bald kommen die Könige und beschenken das Kind, das doch so arm aussieht. Oma fragt, ob die Kinder erkennen, welches Geschenk für Jesus wohl das richtige wäre. Freundlich sein gegenüber jedermann, helfen, wenn andere in Not sind, unabhängig welcher Hautfarbe oder Religion sie sind. Miteinander statt gegeneinander auch in der Familie – ja, das verstehen die Kinder, die nach Omas Geschichte begreifen, was Weihnachten bedeutet.

Pfarrer Daniel Dubek formuliert es noch anschaulicher: Weihnachten und die Friedensbotschaft ist für alle, ob für Kluge oder Dumme, für Soldaten oder Selbstlose, für Salatesser oder Trinker,  Zweifler oder Zufriedene.  Seine Liste scheint unendlich. Der Pfarrer dankt den Kindern der Golzower Grundschule, die auf so anschauliche und einfache Weise die Botschaft des Festes verdeutlicht haben. Zum dritten Mal haben Kinder AG Krippenspiel der „Schule der Kinder von Golzow“ den Part des Krippenspiels übernommen. Sie sei selbst zuvor immer wieder mal in Genschmar beim Krippenspiel im Festzelt gewesen, berichtet Schulleiterin Gabriela Thomas. Und sie habe von den Mitgliedern des Heimatvereins Oderaue erfahren, wie schwierig es es mitunter ist, in der Freizeit über Wochen zu proben, zumal nicht alle Darsteller aus Genschmar sind. So sei die Idee mit der Arbeitsgemeinschaft entstanden. Besetzungsprobleme gebe es keine, ist sie froh. „Manche Kinder sind schon fast alte Hasen, spielen bereits seit einigen Jahren mit“, erzählt sie. So wie Marc, der mit Erik und Neele den Hirten gibt. Vor zwei Jahren sei er einer der Heiligen drei Könige gewesen, berichtet der Neunjährige.

Vereinsvorsitzende Conny Baganz freut sich über den großen Zuspruch. In diesem Jahr war am Festzelt noch ein Teil mehr angebaut worden. Dennoch mussten zahlreiche Besucher stehen. Viele im Ort würden ganz selbstverständlich mit helfen, sagt sie. Das Genschmarer Krippenspiel gehöre einfach dazu. Helga Kandeler hatte mit den Vereinsfrauen mehr als 300 Bascetta-Sterne gebastelt. Für jeden Besucher gab es am Eingang einen solchen Stern als Erinnerung an den besonderen Abend und die Weihnachtsbotschaft.

Musikalisch sorgten die Mitglieder des Posaunenchores Gorgast-Manschnow für die stimmungsvolle Umrahmung. Sie luden zum Mitsingen bekannter Weihnachtslieder ein. Dirigiert wurden sie von dem erst 17-jährigen Marcus Müller aus Gorgast. Sein Vater Jürgen Kandeler spielt bereits seit Jahren Posaune, begeisterte ihn schon als Kind für das Instrument.

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