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Bei Familie Brune in Bliesdorf hatten sich Hornissen in einem Jalousienkasten eingenistet

Hornissennest
„Zeit der Dunkelheit ist vorbei“

Anett Zimmermann / 12.01.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 13.01.2019, 14:17
Bliesdorf (MOZ) Bliesdorf. Lieselotte Brune hat endlich wieder Licht in ihrem Erker. Seit Juni hatte ihr zunehmender Flugbetrieb zu schaffen gemacht. Hornissen nutzten einen innen liegenden Jalousienkasten für ihren Nestbau.

Anfangs dachte Lieselotte Brune, ihr Kühlschrank sei defekt. Tochter Mareike, die nebenan wohnt, sollte sich das Brummen mal anhören. Im Alltagstrubel gerät so etwas schnell mal in Vergessenheit. „Dieses Brummen ist aber immer lauter geworden“, erzählt die Tochter. Und dann fielen den beiden Frauen auch die emsigen „Flugobjekte“ draußen vor dem Erker auf. Drinnen sitzt Lieselotte Brune nicht nur gern zum Frühstück.

Wespen, so glaubte sie und die Alarmglocken schrillten. Schließlich reagiert eines der Familienmitglieder allergisch auf Wespenstiche. Mit einem „Fakenest“ würden sich Wespen aber gut vertreiben lassen, fand Mareike Brune schnell im Internet heraus. „Töten darf man die Tiere ja nicht. Sie stehen unter Naturschutz.“ Doch die in Bliesdorf ließen sich durch die Attrappe verscheuchen. „Die bauten munter weiter und das ausgerechnet in einem Jalousienkasten der Erkerfenster.“

Also verständigte sie einen Schädlingsbekämpfer in Eberswalde. Der habe sofort gesehen, dass es sich nicht um Wespen, sondern um Hornissen handelt. Es folgte ein Aufatmen wegen der Allergie, aber gleich darauf der nächste Seufzer: Auch Hornissen stehen unter Naturschutz. „Aus Sorge, dass durch den Nestbau die Jalousie herunterkracht, haben wir sie erst einmal heruntergelassen“, erzählt Mareike Brune und machte sich zunehmend Sorgen um ihre Mutter. „Sie hatte sich wie immer den Balkon mit Blumen hübsch gemacht und wollte diese natürlich auch gießen. Erst recht wegen der Hitze.“

Doch die Hornissen hätten das nicht so gut gefunden. „Die flogen ihr immer wieder ins Haar und wenn im Erker Licht angemacht wurde oder nur etwas Bewegung war, ging in dem innen liegenden Jalousienkasten die Hölle los.“ Die Frauen ließen also auch die anderen Jalousien im Erker herunter. So blieb es drinnen selbst bei hellstem Sonnenschein ziemlich dunkel.

„Die Situation auf dem Balkon war uns natürlich auch nicht geheuer“, blickt Mareike Brune zurück und erinnerte sich an den Rat des Schädlingsbekämpfers, sich wegen der Gefährdung der Mutter doch an den Naturschutzbund zu wenden. Dort habe man sie gefragt, ob es sich bei ihr um eine Kindereinrichtung, ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim handele. „Nach meinem dreimaligen Nein hieß es, dass ich in dem Fall ein Gutachten bringen müsste, dass eine große Gefährdung vorliegt.“

Auf den Balkon sei sie danach nur noch mit einer Wasser gefüllten Sprühflasche gegangen: „Hornissen mögen keinen Regen, hatte ich gelesen. Und so haben wir auch Rasen mähen können.“ Dankbar ist Mareike Brune unterdessen Imker Lutz Dumke und ihrem Nachbarn. „Sie wussten, dass der Spuk spätestens nach dem ersten Frost vorbei sein und sich die Königin als einzige Überlebende ein anderes Quartier für den Winter suchen wird.“

Kurz vor Weihnachten habe der Nachbar dann vorsichtig den Jalousienkasten geöffnet. Vom Ausmaß der Fraßschäden zeigt sich auch Lieselotte Brune noch immer beeindruckt. „Die Hornissen haben die Jalousie herausgedrückt. Zwei Schienen sind kaputt. Aber dafür ist die Zeit der Dunkelheit endlich vorbei.“

Nur ihre Tochter steht nun vor einer neuen Aufgabe. „Ich suche natürlich einen Handwerker für die Reparatur der Jalousie, habe mir bisher aber nur Absagen eingehandelt.“

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