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Sanierung rückt näher / Erster Ortstermin einer Kommission von Kirchenkreis und kirchlichem Bauamt mit dem Förderverein

Sanierung
Neue Hoffnung für Altmädewitzer Kirche

Erstes Vorgespräche zur Sanierung: Albrecht von Alvensleben, Götz Bernau, Petra Kobalz, Sophia Zergiebel, Andreas Nisse, Claudia Rückert, Helga Scholz, Marianne Krüger und Gisela Fechner (ab Mitte hinten im Uhrzeigersinn) am Freitag in der Kirche Altmädewitz
Erstes Vorgespräche zur Sanierung: Albrecht von Alvensleben, Götz Bernau, Petra Kobalz, Sophia Zergiebel, Andreas Nisse, Claudia Rückert, Helga Scholz, Marianne Krüger und Gisela Fechner (ab Mitte hinten im Uhrzeigersinn) am Freitag in der Kirche Altmädewitz © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 19.01.2019, 09:00 Uhr
Altmädewitz Die Kirche von Altmädewitz harrt schon länger einer Sanierung. Mit einer Kommission von Vertretern des Kirchenkreises und des kirchlichen Bauamtes trafen sich Freitagmorgen Mitglieder des Fördervereins zu ersten Vorgesprächen bei einem Ortstermin.

„Das ist im Grunde noch alles original von 1837“, wiesen im Innern des ländlichen Sakralbaus Gisela Fechner und Götz Bernau vom Verein in die Runde. „Kirchen wie diese gibt es hier ja in ähnlicher Weise viele, aber dass die Einrichtung so unverändert auch ohne nennenswerte Kriegsschäden ist, kommt eher selten vor“, merkte Bernau noch an.

Der Förderverein Kirche und Dorf besteht zwar schon seit rund 15 Jahren, wie den Gästen berichtet wurde, war aber gewissermaßen in einer Sackgasse angelangt und stand schon beinahe vor der Auflösung, als Luise und Götz Bernau dazustießen und frischen Schwung brachten. „Wir haben den beiden viel zu verdanken“, betonte Helga Scholz, die scheidende langjährige Ortsvorsteherin. Es waren der gebürtige Braunschweiger, viele Jahre 1. Konzertmeister der Berliner Symphoniker, und seine Frau, die mit ihren vielen Kontakten und Elan für einen Neubeginn sorgten. Zweimal pro Jahr gibt es von ihnen organisierte Konzerte in der Kirche.

Luise Bernau war bei dem Termin verhindert, ebenso wie Wriezens Pfarrer Christian Moritz, zu dessen Bereich Altmädewitz gehört. Dessen Fehlen wurde bedauert, schließlich ist die Kirchengemeinde bei allem Engagement der Vereinsmitglieder, um Spenden zu sammeln und auch die Kirche stärker mit ergänzenden Veranstaltungen zu den wenigen Gottesdiensten zu beleben, der Hausherr. Bereits 2008 war ein erstes Grobkonzept erstellt, der Sanierungsbedarf klar benannt worden. Dies kann nun als Basis dienen, auf der sich mit einer konkreteren Vorplanung aufbauen lässt.

Und genau um ein solches aktualisiertes und umfangreicheres Papier geht es jetzt: Eine konkrete Aufstellung dessen, was alles zu machen ist – samt voraussichtlicher Hausnummer, wie hoch die Kosten dafür den sein werden. „Sicherlich werden wir uns bei der Gesamtsumme erst mal erschrecken“, sagte Sophia Zergiebel, für den Kirchenkreis Zuständige im kirchlichen Bauamt der Landeskirche. Sie war mit der Kommission erschienen, zu der weiterhin Claudia Rückert (Kunstreferentin im kirchlichen Bauamt), Petra Kobalz (Baubeauftragte des Kirchenkreises) und Albrecht von Alvensleben (Vorsitzender des kreiskirchlichen Bauausschusses) gehören. „Bei größeren Projekten versuchen wir immer, gemeinsam aufzutreten“, sagte Sophie Zergiebel. Der Termin in Altmädewitz sei speziell eine Initiative von Claudia Rückert gewesen.

Mitgebracht hatten sie zudem Andreas Nisse vom Planungsbüro IBS aus Hoppegarten. Das dortige Team, betonte dieser, hat einen Schwerpunkt bei Kirchensanierungen, bringt also Expertise ebenso wie Interesse mit. Das gut zehn Jahre alte Konzeptpapier bezeichnete er als gute erste Grundlage. Klar ist allen, dass sich seit 2008 die Situation verschärft hat. Das wurde beispielsweise auch noch mal beim ersten Blick auf den Dachboden klar, wo viele der Deckenbalken sichtbar angegriffen sind. „Wir werden in jedem Fall mit der Hülle anfangen und mehrere Bauabschnitte bilden müssen“, erläuterte die Vertreterin des kirchlichen Bauamts. „Die Schäden, so viel ist klar, liegen vor allem außen, der Innenraum ist dann nachher eher das Sahnehäubchen.“ Wobei auch dort einiges zu tun ist.

Das erste Gespräch diente dazu, schon einmal einige Punkte anzusprechen. So war schnell Konsens, dass ein Heizungseinbau eher unsinnig wäre mit Blick auf die Kosten ebenso wie etwaige Gefahren für die Orgel. Heizkissen, um mehr Veranstaltungen im Winterhalbjahr zu ermöglichen, seien hingegen sehr schön und im Gesamtaufkommen auch keine Riesenausgabe.

Für verzichtbar wird ebenso der Einbau von Toilette und Teeküche gehalten. Der Doppelraum hinter dem Eingang, die sogenannte Winterkirche, gilt es aus Sicht der Altmädewitzer für verschiedene Zwecke zwar unbedingt zu erhalten. Nisse will sich bei seiner Arbeit aber Gedanken machen, wie die Abgrenzung zum Kircheninnern anders erfolgen kann als mit der derzeit eher hässlichen Wand.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der schon auf seiner Prüfliste steht, ist das Thema Kampf gegen den Holzwurm. Gerade wegen der vielen Holzteile müsse da etwas erfolgen – was genau, bleibt noch zu klären. Vollständig verschwinden werde der Schädling dabei zwar nicht, erläuterte der Experte gleich. Aber man könne für die nächsten 30 bis 40 Jahre für Ruhe sorgen.

Wenn der Kostenrahmen klar ist, kann in Schritt zwei über die Finanzierung beraten werden. Eine Option sind Mittel über den Kirchenstaatsvertrag. Aufgebracht wurde beim Gespräch aber auch die Idee eines Leader-Antrags. Da dafür Fristen einzuhalten wären, will Nisse sein Papier bereits Ende Mai, spätestens erste Junihälfte, vorlegen.

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