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Windradgegner
Hoffnungen liegen beim Berliner Senat

Gute Beteiligung: Während der Wanderung mit der Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ setzten sich mehrere Redner höchst kritisch mit den Plänen auseinander, in Wäldern Windräder zu errichten.
Gute Beteiligung: Während der Wanderung mit der Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ setzten sich mehrere Redner höchst kritisch mit den Plänen auseinander, in Wäldern Windräder zu errichten. © Foto: Angela Kowalick
Angela Kowalick / 20.01.2019, 17:45 Uhr
Lanke Die traditionelle Neujahrswanderung der Wandlitzer Bürgerinitiative „Hände weg vom Liepnitzwald“ startete am Sonntag in Lanke. Über 200 Teilnehmer wanderten rund zwei Stunden durch den verschneiten Liepnitzwald und informierten sich dabei über den Stand der Dinge in Sachen Windradplanung sowie über den Liepnitzwald selbst. Revierförster Klaus Meier führte die Wandersleute sämtlicher Altersgruppen zum Rand des im Liepnitzwald ausgewiesenen Windeignungsgebietes. Ein erster Bauantrag auf dieser Fläche war vom Eigentümer, der Stadt Berlin, im Frühjahr 2018 abgelehnt worden. Als Begründung dienten zahlreiche naturschutzrechtliche Belange, die auch von der 2011 gegründeten Wandlitzer Bürgerinitiative jahrelang zusammengetragen und angeführt worden waren. „Wir freuen uns sehr darüber,“ betonte Förster Meier. „Allerdings“, so mahnte er auch, „ist die Fläche nach wie vor eine ausgewiesene Planungsfläche. Wir können nur hoffen, dass die aktuelle und auch die kommende Berliner Senatsverwaltung dauerhaft bei ihrer Meinung bleibt.“

Der Erhalt des Liepnitzwaldes ist also erst einmal gesichert. Für Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Bürgerinitiative, ist der Kampf aber noch nicht gewonnen. Das Ziel ist es nach wie vor, die Waldfläche aus der Planung komplett zu streichen. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte auch bei dieser mittlerweile achten Neujahrswanderung der Bürgerinitiative, dass unter den Wandlitzern viel Unterstützung für dieses Anliegen zu finden ist. Neben Wandlitzern nahmen auch Auswärtige unter anderem aus Potsdam und der Uckermark an der demonstrativen Waldwanderung teil. Rainer Ebeling aus Crussow und Sprecher der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ richtete sein Wort an die Wanderer: „Es geht neben dem Schutz der Natur und der Wälder auch um den Schutz der Menschen.“ Eine 360-Grad-Umzingelung ganzer Uckermarker Gemeinden mit Windkraftanlagen könne nicht im Sinne der Allgemeinheit sein. Auch Hans-Jürgen Klemm mahnte zum wiederholten Male, ein zügelloser Ausbau der Windenergie bringe leider trotzdem keine konstante Energieversorgung. Solange es keine einsatzfähigen Speicher gäbe, sei ein Zuschalten fossiler Energien gar nicht zu umgehen. „Laut Gesetz sollen zwar alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Ein Import von Atomstrom aus den Nachbarländern ist damit aber nicht ausgeschlossen,“ erläuterte Klemm. Der Lösungsweg der Energiewende muss also bis zu Ende gedacht werden. „Deutschlands Energieverbrauch ist seit Jahren steigend“, so Klemm. Energie einzusparen könnte schon mal der erste Schritt sein.

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