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Zampern
Der Spaß hat gerade erst begonnen

Jörg Hanisch / 21.01.2019, 07:00 Uhr
Treppeln/Brieskow-Finkenheerd (MOZ) Fastnachts- und Karnevalszeit haben immer etwas mit Bräuchen zu tun. Einen ganz besonderer wird seit Jahren in Treppeln gepflegt und gehört zur Fastnacht einfach dazu. Und in Brieskow-Finkenheerd zeigen sich die Zamperer besonders ausdauernd.

Im Gasthof Köhler trafen sich am Freitagabend zunächst die Männer des Ortes auf ein Bier. Es herrschte typische Kneipenatmosphäre. Nur die Hüte mit Blumensträuschen daran und die Musiker waren Indizien dafür, dass etwas Besonderes bevorstand. Die Blaskapelle probte noch einmal und Sänger Ronny Gander sowie der Heimatvereinsvorsitzende Manfred Zwicker inspizierten erneut den Saal. „Ja, hier muss schon alles stimmen, schließlich gehören die Fastnachtsveranstaltungen zu den Höhepunkten im Ort“, meinte Letzterer.

„Ich  freue mich auf diese Zeit hier, weil man viele trifft, mit denen man aufgewachsen ist“, erzählte Katharina Köhler, die normalerweise in Großbritannien lebt. „Ja, es ist tatsächlich so, dass zur Treppelner Fastnacht viele Ehemalige hier ein Wiedersehen feiern – übrigens eine Tradition, die schon seit Jahrzehnten gilt“, weiß der Vorsitzende, der für derartige Veranstaltungen den Hut seit der Vereinsgründung im Jahre 2015 auf hat.

Doch zurück zu den Männern und den zunächst fehlenden Frauen. Auf Nachfragen gab es ein vielsagendes Schmunzeln und den Hinweis einfach abzuwarten, was passiert. Bewegung kam in den Gastraum, als die Blaskapelle anfing zu spielen und damit das Zeichen gab, sich anzuziehen und nach draußen zu gehen. Dort formierte sich eine kleine Marschordnung. Man steuerte auf das Gemeindehaus zu und marschierte ein. Da waren sie, die Frauen, sie standen Spalier, um die Männer zu empfangen und warteten darauf, zum Ballsaal geführt zu werden. Gemeinsam ging es mit Musik zurück zum Gasthaus, in dem Wirt Hans-Georg Köhler gerade noch rechtzeitig die Flügeltüren für den Einmarsch öffnete. Ohne viele Worte wurde sofort die erste Tanzrunde eingeläutet.

„Das Abholen der Partnerinnen existiert hier schon solange ich denken kann“, meinte Ronny Gander, der als DJ, Sänger und mit vielen Einlagen durch den weiteren Abend führte. „Für uns ist es einfach schön zu sehen, dass sich die Männer bemühen. Und sitzengeblieben ist noch keine“, schwärmten die Frauen von diesem Brauch. Woher der eigentlich kommt, war an diesem Abend nicht herauszubekommen. Einige wussten, dass es in Sembten, Ratzdorf und in anderen Orten der Niederlausitz wohl derartige Traditionen gibt. Die Treppelner Fastnacht wird übrigens seit mehr als 100 Jahren so gefeiert.

Nach einer durchtanzten  Nacht stand Sonnabend das Zampern an. Beim abendlichen Treffen im Gasthof sollte dann mit einem Bierchen Schluss für dieses Wochenende sein. Weiter geht es am 26. Januar mit der Kreschke um 19.Uhr für alle, die beim Zampern aktiv waren. Davor dürfen ab 15 Uhr aber schon mal die Kinder Fasching feiern.

Gezampert wurde am Wochenende auch in Brieskow-Finkenheerd und das gleich an zwei Tagen: „Der Ort ist so groß, dass wir sogar noch ein drittes Mal auf Tour gehen und zwar am kommenden Sonnabend. Da geht es dann allerdings beim ehemaligen Bürgermeister in der Alten Poststraße los und am Sonntag beginnt dann der Kartenvorverkauf für die Veranstaltungen im Foyer des Gemeindehauses“, erinnerte FFC-Präsident Mario Rückert noch einmal alle Zamperer, ehe am Sonntag die zweite Runde startete. Es wird traditionell in Oberbrieskow, in Unterbrieskow und in Finkenheerd gezampert. Am 26. Januar ist im Anschluss an die dritte Tour auch gleich Kreschke und dann beginnen am 7. März drei tolle Tage unter dem Motto „Das gab’s beim FFC noch nie, wir reisen in die Galaxie!“ Galaktisch vorgefeiert und getanzt wurde am Wochenende schon mal an jedem Haus und auch der Geburtstag von Dieter Wunsch, dem Kassenwart und ältesten Stabträger des Finkenheerder  Fastnachtsclubs fiel mit in diese Partys.

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