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Görlsdorfer Biohof Zielke beschäftigt sich statt der Feld-Arbeit aktuell mit dem Beliefern von Wochenmärkten

Gärtnerei
Warten auf das Frühlingserwachen

Cornelia Link-Adam / 30.01.2019, 07:30 Uhr
Görlsdorf (MOZ) Auch wenn aktuell die Kälte keine Feldarbeit zulässt, gibt es auf dem Biohof der Familie Zielke in Görlsdorf auch jetzt im Winter genug zu tun. Schließlich hat sich das Unternehmen mit dem Beliefern von Berliner Wochenmärkten ein gesichertes zweites Standbein geschaffen.

Verena Zielke, die Chefin des gleichnamigen Biohofs in Görlsdorf, checkt gerade ihre Bestellungen und taktet die Mitarbeiter ein, die am Sonnabend wieder Obst und Gemüse auf den Wochenmärkten in Berlin verkaufen sollen. Dahin liefert das Görlsdorfer Unternehmen seit Jahren ihre selbst angebauten Waren. Auf dem Hof wird dann tags zuvor der große Lastwagen beladen, den ihr Ehemann Karl-Georg dann in die Hauptstadt bringt. Aktuell fährt er mit schwerer Technik vom Acker zurück zum Biohof, dahinter auch sein Sohn Conrad, der mit seiner Ina langfristig das Unternehmen von den 60-Jährigen übernehmen sollen. „Immerhin gibt es uns schon im 28. Jahr“, sagt Verena Zielke und Stolz schwingt in ihrer Stimme mit.

Spezialisiert habe man sich auf Öko-Anbau von Obst und Gemüse. Das wächst zwar jetzt nicht auf den Feldern. Dafür ist es zu kalt. Dafür gibt es im ehemaligen Stall oberhalb des Biohofs ein großes Lager, wo Kartoffeln und Zwiebeln untergebracht sind. Nebenan wurde ein Brunnen gebohrt, bewässern nun mit Elektro- statt Dieselpumpen ihre Felder. In anderen Kühlräumen lagern Tomaten, Kürbisse und Äpfel bei 8 bis 10 Grad. Im dritten Lagerraum können die Kräuter sogar feucht benebelt werden.

„Jetzt ist es selbst für den Feldsalat noch zu kalt“, sagt die Chefin. In den Gewächshäusern gucken gerade mal der Spinat und das Lauch der Zwiebeln aus dem Boden, in den Folienzelten sind die Erdbeeren noch verwaist, warten auf ihren Einsatz im Mai. Zeit bleibt jetzt für Bauarbeiten, das Auffüllen der Dünge-Silos und das Aufstellen neuer Zelte. Auch für das Verlegen von großen Betonplatten als Wege, die Zielkes vom Berliner Mauerpark bekommen haben.

Mit dem Beliefern von Wochenmärkten haben sich Zielkes ein zweites Standbein aufgebaut. Der Großteil von Obst und Gemüse, auch Apfelsaft, verkaufen sie an den Großhandel für Biocompany-Supermärkte. Aber auch an Stammkunden wird geliefert, sogar runter bis in die Pfalz. Ihr Obst- und Gemüse verkaufen sie zudem montags, donnerstags und freitags  an den Nachmittagen ab Hof. Einen Laden vorzuhalten, das lohne sich nicht. Dafür hätten zu viele in der Region eigene Gärten.

In vier bis sechs Wochen sehe es auf dem Görlsdorfer Hof schon anders aus. Dann gehe es ans Setzen der Salatpflanzen, gefolgt von Radieschen, Kohlrabi – auch in der alten Gärtnerei in Golzow, die Zielkes übernommen haben. Somit bewirtschaften sie gesamt gut 30 Hektar – zu Spitzenzeiten im Sommer mit 30 Mitarbeitern. Einige kommen aus Polen und Rumänen. Angebaut und gut verkauft wird längst auch exotisches Gemüse wie Palmkohl (gut geeignet für den Wok) oder Flower Sprouts (Mix aus Grün- und Rosenkohl, beliebt bei Smoothies).

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