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Winterfilmtage
Sie würde sagen: Macht doch weiter!

Erinnerungen an die am Freitag gestorbene Schauspielerin: die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Dahmsdorf, Kathrin Böck, und Ralf Schlösser, der im Film mitspielte (v. l.)
Erinnerungen an die am Freitag gestorbene Schauspielerin: die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Dahmsdorf, Kathrin Böck, und Ralf Schlösser, der im Film mitspielte (v. l.) © Foto: Jens Sell
Jens Sell / 04.02.2019, 16:36 Uhr
Dahmsdorf (MOZ) Es lag der dunkle Schleier der Trauer über der Veranstaltung der zweiten Winterfilmtage in der Dorfkirche Dahmsdorf, aber auch ein bisschen Trotz und Aufbegehren: „Sie hätte gesagt: Macht doch weiter!“, sagte Kathrin Böck und meinte damit Ursula Karusseit. Lange hatten sie und die Vorsitzende Monika Hänel die Winterfilmtage vorbereitet. Nach „Wege übers Land“ vor zwei Jahren war am 27. Oktober die Hauptdarstellerin von damals, Ursula Karusseit, zu einer Lesung in die Dorfkirche gekommen und hatte sich sofort wohl gefühlt. „Danach fassten wir uns ein Herz und luden sie zum heutigen Filmabend ein, zu ,Daniel Druskat’. Und sie hat gesagt: Sie komme gerne“, berichtete Kathrin Böck den rund 50 Gästen in der Kirche. Im Vorraum war ein schwarz gerahmtes Porträt von Ursula Karusseit aufgestellt, vor dem ein Kondolenzbuch lag. Noch zwei Tage vorher hatte Kathrin Böck mit Ursula Karusseits Ehemann telefoniert, der von ihrer Einlieferung ins Krankenhaus berichtete. „Das war noch gar keine Absage, nur die Ankündigung, es könnte was dazwischenkommen.“ Mit einem so schnellen Tod der großen Volksschauspielerin hatte wohl kaum jemand gerechnet. Eine Diaschau mit Bildern von der Lesung und Gesprächen mit Ursula Karusseit in der Kirche lief, als die Besucher eintraten. Die Frauen vom Verein hatten ein kleines Kuchenbuffet, Kaffee und Glühwein vorbereitet. Unverzichtbare Höhepunkte: Kalter Hund und LPG-Kuchen. Letzterer sogar in zwei Ausführungen, denn wie im Film „Daniel Druskat“ über die Rivalität einer armen und einer wohlhabenden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft fällt auch der zugehörige Kuchen unterschiedlich aus – in diesem Falle mit mehr oder weniger Alkohol.

Mit Ralf Schlösser konnte Kathrin Böck dennoch einen Mitwirkenden des Films begrüßen. Er hatte als 17-Jähriger den jungen Jürgen Stephan gespielt. „Es ist traurig, da bin ich nun zum ersten Mal hier und dann allein“, sagte er. Er habe nur dieses eine Mal mit Ursula Karusseit in einem Film gespielt. Sie sei eine der Besten gewesen, da wollte er auch hingehören. „Das fand ich damals schon klasse“, erzählte der fast Sechzigjährige am Sonnabend. „Ich machte eine Zimmermannslehre in Berlin. Und nachmittags 16 Uhr zog ich die Zimmermannskluft aus, und ein schwarzes Auto fuhr vor. Damit wurde ich nach Mecklenburg zu den Dreharbeiten abgeholt.“

Henrik Hänel erzählte anschließend den Inhalt der ersten drei Teile von „Daniel Druskat“ nach dem Roman von Helmut Sakowski.  Die Teile 4 und 5 liefen danach. Der Fünfteiler war ein echter Straßenfeger, auch weil in ihm die erste Garde der DDR-Schauspieler auftrat, nicht zuletzt Ursula Karusseit.

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