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Fledermaus-Zählung
Trotz Routine immer wieder spannend

In welcher Mauerspalte steckt ein Tier? Oliver Büxler von der Naturwacht Märkische Schweiz mit Vanessa Dörries, die in wenigen Tagen beim Artenschutz-Projekt im Internationalen Fledermausmuseum des Nabu anfängt, bei der Fledermauszählung im Eiskeller Julianenhof.
In welcher Mauerspalte steckt ein Tier? Oliver Büxler von der Naturwacht Märkische Schweiz mit Vanessa Dörries, die in wenigen Tagen beim Artenschutz-Projekt im Internationalen Fledermausmuseum des Nabu anfängt, bei der Fledermauszählung im Eiskeller Julianenhof. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 15.02.2019, 07:00 Uhr
Märkische Höhe Im Internationalen Fledermausmuseum Julianenhof sowie den Kellern der ehemaligen Brennerei Ringenwalde haben am Donnerstag die alljährlichen Zählungen der Fledermäuse in den Winterquartieren stattgefunden.

Es ist gewissermaßen schon Routine, als Oliver Büxler und Peter Eichelkraut von der Naturwacht, Ronald Tismer als fachkundiger Unterstützer sowie Ursula und Gerhard Grützmacher vom Regionalverband des Naturschutzbundes (Nabu) als „Gastgeber“ die einzelnen Räume und Objekte abarbeiten. Ganz neu in dieser Runde dabei und mit der Mappe zum Notieren ausgerüstet lediglich Vanessa Dörries. Die junge Berlinerin wird ab 1. März für ein halbes Jahr in dem von über die Landesinvestitionsbank (ILB) geförderten Artenschutzprojekt beim Fledermausmuseums-Team anfangen. Für sie ist es vorab schon einmal eine Gelegenheit, ihr künftiges Arbeitsumfeld in Augenschein zu nehmen. Und gleich im Museumskeller hat sie die ersten Einträge zu machen. Vier Braune Langohren und eine Fransenfledermaus finden sich dort unten. Das ist mehr als die drei Tiere 2018.

Für noch breitere Präsenz ist es an dieser Stelle mit sieben bis acht Grad aber schon fast etwas warm, erklärt Oliver Büxler. In der Tat lockt ja mit dem Eiskeller ein kleines Stück weiter eine noch bessere Alternative. Dort zeigt das Thermometer nur fünfeinhalb Grad. Und schon gleich linker Hand der gerade geöffneten Tür fällt dem Naturwächter die erste Fransenfledermaus auf. „Noch eine Franse. Und noch eine“, kommen die Ansagen, muss Vanessa Dörries den Stift zeitweise gar nicht aus der Hand legen. Während Büxler ganz oben auf der Leiter die Mauerritzen unterhalb der Decke absucht, ist Tismer mit Taschenlampe und Spiegelglas in gleicher Weise bei den „Wohnmöbeln“, also den angebrachten Quartiersteinen unterhalb der Treppe, zugange. „Er ist sozusagen unser ,Trüffelschwein’“, hatte Büxler mit einem Schmunzeln den Fachmann gelobt. Der hat für Grützmachers gleich noch den Hinweis parat, die Spaltensteine noch etwas dichter direkt an die Wand zu hängen.

16 Fransen-, zwei Wasserfledermäuse, fünf Braune Langohren und ein Mausohr, lautet am Ende das Resultat für den Eiskeller. 24 Tiere, das sind zwar zehn weniger als im Vorjahr, aber längerfristig nicht gravierend unterdurchschnittlich. Zumal die Zählung 2018 bereits Ende Januar war, wie Ursula Grützmacher erinnert.

Trotz aller Routine – spannend ist es jedes Mal. Nicht nur hinsichtlich der Anzahl, sondern auch der konkret vertretenen Arten. Und bei den Brennerei-Kellern in Ringenwalde als weitere Station geht es nicht zuletzt um einen ersten Eindruck, wie sich die im Vorjahr dort abgeschlossenen Maßnahmen der Quartiersicherung und Attraktivitätserhöhung, Teil des ILB-Förderprojektes, ausgezahlt haben. Genau nummeriert sind all die neu als Unterkunftshilfen installierten Spaltensteine. Einige dieser „Wohnmöbel“ sind in der Tat besetzt. Eine Fransenfledermaus und sechs Braune Langohren finden sich in den Kellern, zudem hat sich ein Langohr hinter einer Putzblase im „unmöblierten“ Erdgeschossraum eingerichtet.

Das sind etwas weniger als die elf Tiere bei einer Zwischenkontrolle vor zwei Wochen und den 14 vor einem Jahr. Dennoch sind alle Beteiligten zufrieden. Insgesamt wird das aufgewertete Quartier Brennerei gut angenommen, lasse sich ungeachtet der Schwankungen sagen. Zudem müssen sich die Neuerungen erst „herumsprechen“.

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