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Straßensanierung
Kelleraner wollen nicht mehr warten

Wollen nicht mehr warten: Seit mehr als zehn Jahren fordern die Einwohner von Keller, dass ihre löchrige Ortsdurchfahrt erneuert wird. Immer wieder wurden sie vertröstet. Jetzt haben Cordula Pahl (links) und Karin Hohn vom Vorstand der Landfrauen sowie Volker Tabatt eine Bürgerinitiative gegründet.
Wollen nicht mehr warten: Seit mehr als zehn Jahren fordern die Einwohner von Keller, dass ihre löchrige Ortsdurchfahrt erneuert wird. Immer wieder wurden sie vertröstet. Jetzt haben Cordula Pahl (links) und Karin Hohn vom Vorstand der Landfrauen sowie Volker Tabatt eine Bürgerinitiative gegründet. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 08.03.2019, 09:00 Uhr
Keller (MOZ) Die Kelleraner haben genug: Seit Jahren fordern sie vergebens den Ausbau der L 22, die durch ihren Ort führt. Für das Land hat die Strecke jedoch keine Priorität. Nun hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die Druck auf das Land machen will. Zudem wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.

"Die Einwohner sind so frustriert, dass kein Name fehlen wird", ist sich Cordula Pahl sicher. Gemeinsam mit Karin Hohn steht sie den Landfrauen vor. Zusammen mit dem Ortsbeiratsmitglied Volker Tabatt hat sie nun die Bürgerinitiative Keller gegründet. Zentrales Anliegen: die Sanierung der Ortsdurchfahrt sowie eine Erneuerung des Gehwegs und die Fällung der Straßenbäume.

Letztere sind den Einwohnern schon lange ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass die Kronen die Straßenlaternen verdecken, wodurch der Fußweg abends kaum beleuchtet ist. Das Wurzelwerk beschädigt den Gehweg zudem immer wieder. An einigen Abschnitten wirft er regelrecht Wellen. Deshalb möchte die BI die Bäume am liebsten loswerden. "Eigentlich sind das Buschlinden. Die sind 1987 gepflanzt worden und sollten nie ein Baum werden", erinnert sich Tabatt. Zwar bessere der Lindower Bauhof die Schäden im Gehweg immer wieder aus, die durch das Wurzelwerk entstehen. Allerdings kehren die Probleme eben immer wieder. "Das sind Perlen vor die Säue", so Tabatt.

Die Mitglieder der BI befürchten aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse und des Zustands des Weges um die Sicherheit der Passanten. Menschen mit Gehbehinderungen könnten ihn kaum benutzen. Bei Dunkelheit sei es auch für jeden anderen zu gefährlich. "Wenn hier etwas passiert, wer übernimmt dann den Schaden?", fragt Pahl.

Die Bäume befinden sich in der Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßenwesen. Er kümmert sich zwar um den Beschnitt der Kronen. Die durch die Wurzeln entstehenden Schäden  am Fußweg muss aber die Stadt Lindow tragen. "Den Gehweg kriegen wir eigentlich nur in den Griff, wenn die Bäume wegkommen", sagt Amtsdirektor Danilo Lieske. Insofern kann er dem Ansinnen der BI viel abgewinnen. Auch aus Sicht der Verkehrssicherung sei es sinnvoll, die Gehölze zu entfernen. Erforderliche Ersatzpflanzungen wären aus Lieskes Sicht ohne weiteres an der Festwiese möglich.

Aus Sicht von Frank Schmidt, zuständiger Planer beim Landesbetrieb Straßenwesen, spricht nichts dagegen, die Bäume zu fällen. Das sei sicher eine Lösung. Die Kommune müsste nur einen Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde stellen", so Schmidt. Alternativ könne der Gehweg höher angelegt werden, sodass die Wurzeln keinen Schaden anrichten können. "Das ist Sache der Kommune." Was das Ansinnen der Straßensanierung angeht, macht er den Kelleranern keine Hoffnung. Die Ortsdurchfahrt spielt in der Planung des Landesbetriebs bis 2025 gar keine Rolle. Und ob sie danach auf einem vorderen Platz der Prioritätenliste landet, ist fraglich.

Volker Tabatt wäre schon einmal froh, wenn sich das Gehweg-Problem zeitnah lösen lässt. "Wenn die Straße nicht in Kürze gemacht wird, wünschen wir uns, dass der Verkehr verlangsamt wird." Ihm schwebt eine Anzeigetafel vor, die Autofahrern anzeigt, wann sie zu schnell durchs Dorf rasen – etwa mit einem traurigen Smiley oder einem lachenden, wenn sie sich ans Tempolimit halten. Tabatt kann sich vorstellen, dass sich das Fahrverhalten vieler Autofahrer damit positiv beeinflussen lässt. Alternativ würde er Tempo 30 im Ort fordern.

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