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Gemeindepädagoge
Zur Christenlehre geschlichen

Große Familie: Gemeinsam mit seiner Frau Susanne Rohleder und den fünf Kindern bewohnt der neue Gemeindepädagoge Steve Neumann das Gemeindehaus in Manker.
Große Familie: Gemeinsam mit seiner Frau Susanne Rohleder und den fünf Kindern bewohnt der neue Gemeindepädagoge Steve Neumann das Gemeindehaus in Manker. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 09.03.2019, 08:01 Uhr
Manker (MOZ) Als Kind hat er sich heimlich zur Christenlehre geschlichen. Heute unterweist Steve Neumann selbst junge Menschen im christlichen Glauben. Der 38-Jährige ist der neue Gemeindepädagoge der Gesamtkirchengemeinde Temnitz.

Noch nicht jede Kiste im Büro des Geistlichen im Gemeindehaus von Manker ist ausgepackt. "Ich habe zehn Tage für den Umzug gebraucht", sagt er. "Ich muss noch die Gardinenstangen im Büro anbringen." Mittlerweile ist er jedoch mit seiner Frau Susanne Rohleder und den gemeinsamen fünf Kindern in Manker angekommen und soweit, seine Arbeit richtig aufzunehmen.

Zuletzt war Steve Neumann im Pfarrdienst im Uckermärkischen Prenzlau und der Umgebung tätig. Fünf Kirchen in der Stadt sowie sechs weitere in den Dörfern gehörten zu seinem Bereich. Sein neuer Arbeitsplatz ist ein wenig größer. Immerhin gehören 19 Dörfer zu seiner Gemeinde. Da er Gemeindepädagoge im Pfarrdienst ist, wird er neben der Jugendarbeit also auch die Aufgaben eines Pastors übernehmen. Dabei hatte er das Ursprünglich gar nicht vor.

Als junger Mann hatte er viel ehrenamtliche Jugendarbeit geleistet. Er hatte vor, Jugendwart einer Gemeinde zu werden und begonnen, Gemeindepädagogik zu studieren. "Im Studium haben mich dann viele gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, ins Vikariat zu gehen", so Neumann. Darunter versteht sich die praktische Vorbereitung auf das Amt des Pfarrers – ähnlich einem Referendariat bei angehenden Lehrern. Weil er sein Studium schnell abschließen konnte, ergriff er die Möglichkeit. "Und plötzlich war ich auf der Kanzel von St.  Marien in Prenzlau."

Dabei wäre ihm der Weg zum Glauben als Kind beinahe versperrt worden. Sein Stiefvater habe nicht gewollt, dass er zur Christenlehre geht. Weil seine Freunde da waren, schlich er sich heimlich dorthin. "Irgendwann gab es den Stiefvater nicht mehr und die Pfarrerin fragte meine Mutter: ,Wo bleibt denn Steve, der Konfirmandenunterricht fängt bald an’", erinnert er sich. Seine Pfarrerin habe immer an ihn geglaubt, auch wenn er nicht alles, was in der Bibel steht einfach als gegeben hinnahm."Ich habe mich auch mal mit dem Katecheten gestritten. Es ging um die Abstammung des Menschen vom Affen. Da sind wir nicht überein gekommen." Aber an der Evangelischen Kirche habe er immer geschätzt, dass über alles diskutiert werden kann.

Nun, da sein Büro so gut wie eingerichtet ist, möchte Steve Neumann die Menschen in seiner Gemeinde kennenlernen. "Nächste Woche wird der Jahresplan gemacht." Er wird Gottesdienste abhalten, Ehepaare trauen, Verstorbene bestatten, Frauenkreise leiten und natürlich seiner eigentlichen Leidenschaft nachgehen: der Jugendarbeit. Im September beginnt die Arbeit mit den neuen Konfirmanden. Dabei wird er sich nicht auf das Gemeindegebiet begrenzen. Denn er gehört zu einem von zwei Konfirmandenteams, die den gesamten Kirchenkreis betreuen. Der 38-Jährige freut sich auf diese Aufgaben. "Ich möchte für das da sein, wofür ich gebraucht werde", sagt er. Deshalb habe es ihn zu der Gemeinde gezogen. Denn dort finde er durch die Reformen im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin die zukunftsweisenden Strukturen vor, die es ihm ermöglichen, seine Fähigkeiten am besten einzusetzen.  In der Uckermark werde noch zu sehr an alten Strukturen festgehalten. An seinem neuen Arbeitsplatz könne er machen, was er am besten kann. "Was sich sonst noch entwickeln lässt, lasse ich auf mich zukommen."

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