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Engagement
Manfred und Ernst im Einsatz für ihr Heimatdorf

Bärbel Kraemer / 11.03.2019, 13:35 Uhr
Jeserig/Fläming Ein kleines gelbes Schild deutet dieser Tage in der Ortslage von Jeserig/Fläming in Höhe der Kirche auf Bauarbeiten. Doch wird weder an der Straße - noch am Gehweg gewerkelt. Es ist der Friedhofszaun, der aktuell erneuert wird.

Das Hinweisschild stellen Manfred Albrecht und Ernst Neuendorf immer dann auf, wenn sie mit dem Zaunbau beschäftigt sind. Fast täglich sind die beiden Ruheständler auf dem Friedhof anzutreffen, um Zaunfeld für Zaunfeld auszutauschen.

Gut die Hälfte der rund 100 Meter langen Einfriedung haben die beiden bereits erneuert. Wie viele Stunden sie schon damit beschäftigt waren, können sie nicht sagen. Es ist ihnen auch nicht wichtig.

"Wir machen das nicht aus Langeweile, sondern wollen, dass es in unserem Dorf schön aussieht", sagt Ernst Neuendorf. Als Albrecht ihn um Unterstützung bei der Zaunerneuerung fragte, sagte der 82-Jährige sofort zu. Seitdem nutzen die beiden Männer jede Gelegenheit, das Werk zu vollenden.

Im Vorfeld hatte Manfred Albrecht bereits mehr als 1.000 dafür gebrauchte Holzlatten gestrichen. "Zuhause, in meiner Werkstatt", so der 81-jährige gelernte Tischler. Bei der Gelegenheit erzählt er, dass er vor 30 Jahren, als der alte Zaun gebaut wurde, auch mit dabei war. "Ich hatte damals eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM). Das war 1990". Damals haben wir für den Zaun auch neue Fundamente gebaut, erinnert er sich.

Während die noch gut erhalten sind, hat der Holzzaun die besten Zeiten hinter sich. An einigen Stellen sind die Holzlatten bereits abgefallen, an anderen sind sie lose und somit eine Gefahrenquelle.

Weshalb die Kirchengemeinde sich dazu entschlossen hatte, die Umfriedung erneuern zu lassen. Nachdem die erforderlichen Kostenvoranschläge eingeholt waren, machte sich Ernüchterung breit. Eine fünfstellige Summe hätte für den Neubau des Friedhofszaunes aufgebracht werden müssen.

In dieser Folge wurde der Zaunbau ein Fall für bürgerschaftliches Engagement, dass die Unterstützung vieler erfuhr. Während die Kirchengemeinde das Baumaterial finanzierte, sponserte die Tischlerei Spatzier aus Wiesenburg den Holzzuschnitt, die Firma Bodenverlegeservice Buchholz aus Jeserig/Fläming die für den Zaunbau erforderlichen Schrauben sowie Manfred Albrecht und Ernst Neuendorf ihre Arbeitskraft.

Vorbeikommende zollen den beiden Ruheständlern immer wieder anerkennende Worte und Lob für den schmucken neuen Zaun. "Das ist sibirische Lärche. Ein ganz haltbares Holz", so Albrecht und erklärt, dass - ist die Umfriedung komplett aufgebaut - noch einmal zu Pinsel und Farbe gegriffen wird.

"Dann streichen wir den Zaun noch einmal", bestätigt Neuendorf. "Wir sind beide hier in Jeserig aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wir machen das gerne", sagt der 82-Jährige und greift nach einem alten Zaunfeld, dass gerade von ihnen ausgebaut wurde.

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