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Offene Töpferei
Grüne Glasur als Markenzeichen

Anja Rütenik / 11.03.2019, 14:00 Uhr
Lentzke "Keramik erleben" lautete das Motto des Tags der offenen Töpferei, den die Töpferinnung Berlin-Brandenburg für das Wochenende ausgerufen hatte. Keramikerin Norma Strauß aus Lentzke gehörte zu den Kunsthandwerkern, die ihr Atelier für Besucher geöffnet hatten.

Die Werkstatt von Norma Strauß nimmt zwei ehemalige Wohnräume in ihrem Haus an der Dorfstraße ein. Schon auf der Treppe hoch zur Eingangstür der Werkstatt begrüßen hellgrüne Tongefäße die Besucher. In einigen blühen bunte Frühlingsblumen.

Das Markenzeichen der 57-Jährigen ist die grüne Grundglasur auf ihren Keramiken. Auf ihren Vasen, Tassen und Schalen übernimmt sie oft auch Gestaltungselemente aus der slawischen Keramik, etwa mit Kämmen geritzte Muster. Norma Strauß stellt Gebrauchskeramik her, rein Dekoratives ist ihre Sache nicht. Besonders beliebt sind ihre Tassen und Teekannen, im Advent auch Weihnachtliches wie Kerzenringe.

Das Töpferhandwerk hat sich die Lentzkerin selbst beigebracht. Seit dem Jahr 2000 betreibt sie ihre Werkstatt. Zuvor hat sie in der Landwirtschaft, als Erzieherin und in der Jugendsozialarbeit gearbeitet. Durch Kurse in Berlin fand sie den Zugang zur Keramik und hat sich schließlich damit selbständig gemacht. Trotz der schweren körperlichen Arbeit und so mancher Zwänge, die das Handwerk und die Selbständigkeit mit sich bringen, liebt sie ihren Beruf: "Es ist eine eigenständige Arbeit; ich kann selbst entscheiden, welche Keramik ich herstelle."

"Laufkundschaft" gibt es in der Hofwerkstatt in Lentzke eher selten. Besser vermarkten kann Norma Strauß ihre Arbeiten auf Töpfermärkten. Viermal im Jahr ist die Keramikerin im Landkreis präsent und legt ansonsten etliche Kilometer pro Jahr zurück, um zu den Veranstaltungen zu fahren. Bis vor einiger Zeit war die Keramikerin an 30 Wochenenden pro Jahr auf Märkten zwischen Sachsen und Rügen unterwegs. Heute sind es noch 15. "Ich habe das etwas heruntergefahren, damit mir die Freude an der Arbeit bleibt", sagt die Lentzkerin. Die Saison beginnt für Norma Strauß am ersten Aprilwochenende beim Töpfermarkt in Crinitz bei Calau. Auch beim 13. Kunsthandwerkermarkt in Rheinsberg am 13. und 14. April wird sie einen Stand haben. Nach ihrem Lieblingstöpfermarkt gefragt, denkt die 57-Jährige kurz nach und nennt dann den am Jagdschloss Friedrichsmoor in der Nähe von Schwerin, der in diesem Jahr am ersten Maiwochenende stattfindet. "Eine tolle Atmosphäre", schwärmt sie.

Der Zweck des Tags der offenen Töpferei ist, "das vielseitige Handwerk kennenzulernen, sich auszuprobieren und gesellige Stunden zu erleben", steht in dem Flyer zu dem Aktionswochenende, das jeweils am zweiten Wochenende im März stattfindet. Nicht zuletzt ist auch die Nachwuchsgewinnung ein Anliegen der Töpfer. In Berlin und Brandenburg nahmen insgesamt 49 Werkstätten teil. Auch in allen anderen Bundesländern öffneten Töpfer ihre Ateliers.

Etwas verhalten sei die Resonanz bisher gewesen, berichtete Norma Strauß am Sonnabend. Zumindest das wechselhafte, stürmische Wetter lud nicht gerade zu einem Ausflug in den Ort ein. Wer jedoch den Weg in die Hofwerkstatt fand, konnte bei Kuchen und Kaffee mit der Keramikerin fachsimpeln und sich die Arbeitsschritte vom Tonklumpen bis zum fertigen Produkt erklären lassen. So mancher Besucher ging dann doch mit sorgfältig in Zeitungspapier eingeschlagenen Stücken aus dem Atelier.

Dass der Frühling naht, zeigen nicht nur die Frühblüher in den hellgrünen Töpfen auf der Treppe zum Atelier. Jeden Moment erwartet Norma Strauß auch die Rückkehr der Schwalben, die sich vor einigen Jahren erstmals in ihrer Werkstatt niedergelassen haben und seither in jedem Frühling wiederkommen. Die 57-Jährige hat für die Vögel sogar kleine Sitzgelegenheiten angebracht. Für sie sind die Schwalben Glücksbringer.

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