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Zweiter Bauabschnitt: Sanierung des 1931 errichteten Kirchturms in Senftenhütte kann bald abgeschlossen werden

Kirchensanierung
Flott gemachter Dorfmittelpunkt

Julia Lehmann / 11.03.2019, 21:30 Uhr
Senftenhütte (MOZ) In Kürze erreicht ein langwieriges Projekt seinen Abschluss. Dann ist die Sanierung des Kirchturms in in Senftenhütte beendet. Unerwartetes hat die Fertigstellung um etwa zwei Monate zurückgeworfen. Bei wöchentlichen Baubesprechungen überzeugt man sich vom Fortschritt.

Vor etwa mehr als einem Jahr konnte der erste Bauabschnitt der Senftenhütter Dorfkirche erfolgreich beendet werden. Über mehrere Monate war der Dachstuhl des Kirchenschiffes erneuert worden, das Dach bekam eine neue Eindeckung mit rotem Biberschwanz, Fenster wurden neu gestrichen. Nun sollte auch der in den 1930er-Jahren hinzugekommene Kirchturm angeglichen werden. Nachdem Maurer und Dachdecker in den letzten Monaten des vergangenes Jahres ihre Arbeit aufgenommen hatten, fiel eine Sache auf, mit der man nicht gerechnet hatte.

Der sogenannte Kaiserstiel, der etwa fünf Meter lange senkrechte Holzbalken an der Spitze einer Turmkonstruktion und zum Teil oben aus dem Turmdach ragt, war stark von Fäulnis betroffen. Über Jahre war Wasser ins Innere gelangt und hat das Holz mehr und mehr zersetzt, erklärt André Degenhardt, Architekt der zuständigen Planungsfirma ibs aus Eberswalde. Zu retten war längst nichts mehr. Dem Team von Bauleuten und Architekten blieb nur, Ersatz zu beschaffen. Der Kaiserstiel ist ein wichtiger Stabilisator im Kirchturm und trägt zudem die Turmzier, die nach Fertigstellung wieder angebracht werden soll. Und auch an der Einrüstung der Kirche musste noch einmal nachgearbeitet werden, um die Arbeiten in schwindelerregender Höhe überhaupt durchführen zu können. Im neuen Jahr machten dann auch die Wetterbedingungen ein Vorankommen schwierig. Trotz zweimonatiger Verspätung ist man im Ort trotzdem zufrieden.

Passend zum Dach des Kirchenschiffs, das von 1803 bis 1807 in dem kleinen Choriner Ortsteil errichtet wurde, hat auch das Turmdach eine neue Dacheindeckung aus rotem Biberschwanz bekommen. Bei den Putzarbeiten sei man eher zögerlich vorgegangen, sagt André Degenhardt. Durch den Putzschalenbau bestehe die Gefahr sogar Schäden anzurichten. Die Schallluken sind erneuert worden. Gut zu sehen an dem noch hellen Lärchenholz. Das dunkle aber mit der Zeit nach, berichtet Carsten Weber von der Holzmanufaktur Weber aus Ziethen. Ein Brutkasten für Turmfalken unter dem Dachsims, den die Familie um Jürgen Beuster gespendet hat, hat alle Arbeiten unbeschadet überstanden. Sollte Gelder übrigbleiben, die über die Französisch-reformierte Kirchengemeinde Ziethen eingeholt worden sind, könne man auch noch darüber nachdenken, die Eingangstür, die vom Kirchturm ausgeht, zu überarbeiten. "Wir müssen erst sehen, was noch geht", so André Degenhardt.

70 000 Euro etwa waren für die Sanierung des Kirchturms eingeplant. Aber abgerechnet wird natürlich erst hinterher. "Ich rechne nicht damit, dass viel höhere Kosten entstanden sind", kann André Degenhardt beruhigen.

Die Kirche soll so schnell wie möglich wieder genutzt werden. Man erarbeite derzeit noch ein mögliches Programm. Sommerkino, Ausstellungen und Konzerte schweben Cornelia Müller, Pfarrerin der französisch-reformierten Kirchengemeinde Ziethen, vor. Auch im Inneren könnte die kleine Dorfkirche noch eine Aufwertung erfahren. Diesmal will sich der Verein Lebendiges Hugenottenerbe um Spendengelder kümmern. "Die Kirche wird nun noch lange zu sehen sein", freut sich eine Anwohnerin über den nun aufgemotzten Dorfmittelpunkt.

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