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Alte Strommasten mit Leitungsdraht wurden für die flinken Vögel erhalten

Tierschutz
Die Schwalbenretter von Kieselwitz

Kieselwitzer Schwalbenleitung: Belinda Kaiser (li.) und Bürgermeisterin Monika Senzel betrachten eines der am Freitag an zwei ausgedienten Strommasten angebrachten Schilder.
Kieselwitzer Schwalbenleitung: Belinda Kaiser (li.) und Bürgermeisterin Monika Senzel betrachten eines der am Freitag an zwei ausgedienten Strommasten angebrachten Schilder. © Foto: Gerrit Freitag
Frank Groneberg / 18.03.2019, 07:30 Uhr
Kieselwitz (MOZ) "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", sagt der Volksmund. Und meint damit: Erst wenn viele Schwalben bei uns am Himmel durch die Luft sausen, können wir sicher sein, dass der Frühling endgültig Einzug gehalten hat. Nach Kieselwitz kehren jedes Jahr besonders viele Schwalben zurück. Dort haben engagierte Einwohner nämlich dafür gesorgt, dass eine alte  Stromfreileitung, auf der sich die flinken Vögel gern sammeln, extra für die Schwalben wiedererrichtet worden ist.

"Schwalbenleitung", ist auf zwei hübsch gestalteten Schildern zu lesen, die seit Freitag an zwei ausgedienten Strommasten im Lindenweg vom Schwalbenparadies in Kieselwitz künden. Die Gemeinde Schlaubetal, deren Ortsteil Kieselwitz ist, hat die Schilder anfertigen lassen, der Gemeindearbeiter hat sie angebracht. Mit dabei war eine Frau, die sich für den Erhalt der Stromleitung ganz besonders engagiert hat: Belinda Kaiser, eine der Kieselwitzer Schwalbenretter.

Belinda Kaiser erinnert sich noch gut an den 7. März vergangenen Jahres. An diesem Tag rückten Bauarbeiter des Stromversorgers Edis an, um die zwei Strommasten vor ihrem Haus, die für die Energieversorgung längst nicht mehr genutzt wurden, zu entfernen. Und damit auch die Freileitung zwischen den Masten, auf der sich die Schwalben immer sammeln. Ein Mast lag schon auf dem Boden, der zweite wurde gerade ausgebuddelt. "Ich bin sofort zu den Arbeitern hingegangen, habe mit ihnen gesprochen und die Arbeiten wurden gestoppt", erzählt Belinda Kaiser. Sie informierte Bürgermeisterin Monika Senzel und den früheren Bürgermeister Siegmund Vogelsänger. Gemeinsam erreichten sie, dass die Arbeiten nicht nur gestoppt wurden, sondern dass der Versorger Edis seine Mitarbeiter anwies, die Masten am selben Tag wieder aufzustellen und einen Leitungsdraht wieder zu spannen.

"Wir waren sehr glücklich", sagt Belinda Kaiser. Die Masten mit der Leitung kann sie vom Wohnzimmer aus gut sehen. "Wenn sich die Vögel dort sammeln, ist das immer ein wunderschönes Bild. Und im Herbst, vor dem Abflug, sind das besonders viele." In ihrem Wohnzimmer habe sie regelmäßig verirrte Fluggäste – "die lotsen wir dann wieder raus". Ein Zuhause haben die Schwalben bei Familie Kaiser aber trotzdem: "Natürlich dürfen sie bei uns Nester bauen, genauso wie bei anderen Familien hier im Ort." Jetzt freue sie sich auf die Rückkehr der flinken Zugvögel. Ende März, Anfang April wird es soweit sein.

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