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Naturwacht hatte zur Tour der leisen und lauten Töne eingeladen

Natur
Wanderung bis zur Sahara

Genau hinhören: Juliane Bauer (rechts), erklärte, welche Vögel hinter den leisen Tönen stecken, die zur hören waren.
Genau hinhören: Juliane Bauer (rechts), erklärte, welche Vögel hinter den leisen Tönen stecken, die zur hören waren. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 25.03.2019, 06:45 Uhr
Bugk Immer im Frühjahr geht die Naturwacht Dahme-Heideseen "Lauten und leisen Tönen" nach. Diese stammen bei einem Ausflug in und um die Bugker Sahara von Wald- und Feldvögeln, die lauten von den Köllnitzer Jagdhornbläsern.  Rund fünfzig Teilnehmer hatten sich zu einer kleinen  Exkursion zusammengefunden.

Die Wanderer konnten sich  mit Hilfe des Internets über das von der Stiftung Naturschutzfonds und der Naturwacht Brandenburg verwirklichte Projekt "Sandrasen" informiert, in dessen Rahmen der Rundwanderweg Bugker Sahara entstanden ist. Sie kamen von Nah und Fern, auch Einheimische waren dabei. Der Bugker Albert Bradtke staunte nicht schlecht: "Es sind viel mehr Leute hier als im vorigen Jahr", freute er sich.

Damit hat sich das erfüllt, was der Hauptzweck dieser vom Naturpark Dahme-Heideseen organisierten Ausflüge ist. Juliane Bauer von der Naturparkverwaltung erklärte, dass ihnen "besonders die Arbeit mit den Leuten vor Ort" wichtig sei, "um sie für das Leben mit der Natur und für sie zu werben". Sie hat als Vogelspezialistin Thomas Mertke unterstützt, den Führer über die rund drei Kilometer lange Strecke vom Glienitzberg mit seiner einstigen Lehmgrube über die Bugker Sahara zum Wuckowsee. Als Pflanzen-Expertin war Sarah Mamerow dabei, die als Mitarbeiterin des Naturparks Dahme-Heideseen ihren Arbeitsplatz auf der Burg Storkow hat. Seit fünf Jahren nehmen die Köllnitzer Jagdhornbläser teil. Sie eröffneten stimmungsvoll die Veranstaltung, und man konnte ihren Signalen immer mal wieder unverhofft während des ganzen Rundgangs lauschen.

Aber die Vögel bildeten das Hauptthema. Am Glienitzberg angekommen, flog prompt ziemlich niedrig ein Seeadler über die Köpfe der Ausflügler hinweg. "Er war nicht bestellt", freute sich Juliane Bauer. Ihr Vogel-Bestimmungsbuch brauchte sie nur, um den Teilnehmern die Bilder der meist verborgenen Vögel zu zeigen, deren Gesang oder Ruf sie  genau bestimmen und sogar nachsingen konnte. "Das ist die spannendste ornithologische Ecke hier", war sie in der alten Lehmgrube begeistert, als sie eine Haubenmeise ausmachte, "einer meiner Lieblingsvögel". Das Vorbeifliegen einer Goldammer kommentierte sie erfreut: "Schön, dass sie da ist."

Hier wurde im Laufe des EU Life-Projekts 2012 humoser Boden abgetragen, der sich im Laufe der Zeit gebildet hatte. Es wurden der magere Lehmboden und die Abbruchkanten wieder sichtbar, die einen besonderen Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen, Vögeln und Insekten darstellen. Berg und Grube werden durch Ziegen und Schafe von Robinien freigehalten, und es werden Wildpflanzen ausgesät. Die Abbruchkanten der Lehmgrube sind mit dem Totholz zu einem riesigen Insektenhotel "für die Kinderstube der Insekten" geworden, erklärte Juliane Bauer. Es gibt die Teerbiene und die Gemeine Schornsteinwespe.  Juliane Bauer hofft, dass sich hier auch die Uferschwalbe ansiedelt. Allein die umgestürzten Baumriesen bieten nicht nur in ihren enormen Wurzeltellern einer Vielzahl an Lebewesen Unterschlupf.

Der Weg zu dem Naturlehrpfad, der mit aussagekräftigen Tafeln ausgestattet ist, kann nicht verfehlt werden, denn er ist an der Bugker Dorfstraße links vom Feuerwehrgerätehaus ausgeschildert.  Hinter den letzten Häusern wird der Glienitzberg sichtbar, etwas weiter hin schimmert ein weißes Sandfeld durch die Bäume. Dort wurde 2015 mit der Auslichtung des Kiefernbestandes und dem Fällen nichtheimischer Gehölze begonnen, und "es muss immer weiter am Erhalt dieser historischen Kulturlandschaft gearbeitet werden", erklärte Thomas Mertke.

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